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Dibre Emeth · 1906-01-01 · 2 (1906) · page 1

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Journal
Dibre Emeth
Volume
62 (1906)
Issue
2 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dibre Gmetb. Gin VierteliafyrsMatt für Israeliten und Freunde Israels. 1906. 62. Jahrgang. Wo. 2. Mahnworte eines Juristen an Israel. — Simon Bar Jona. (Schluß.) — Aus London. — Eine Botschaft der Vergebung. — vom Tode zum Leben. — Die Macht der Bibel. — Jüdische Bibelfreunde in Reichenhall. — Zu Mat. 5, {6. — Zu Joh. 3, \9. — Zu Apg. \o, ^2—^8. —- Zu Petri 3. 3. — Zum Nachdenken. — Meine Missionszeitung. — Moritz Friedländers neuestes Werk. — Aus der jüdischen Presse. — Bücherbericht. — Antworten. — Todesfälle $05. Mahmvorte eines Juristen an Israel. Wer mit Christen über die Stellung der Christenheit zu dem jüdischen Volke spricht, der kann wohl die Ansicht hören, daß wir Christen, wenn die Juden nur einen sittlich unanstößigen Lebenswandel unter uns führten, denselben weiter nichts nahe zu bringen hatten, sie vielmehr ihre Wege wandeln lasten sollten. Wäre diese Ansicht richtig, so würde der weltumfassende Charakter der christlichen Religion dahin gesunken sein. Dieser Anschauung gegenüber muß mit ganzem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß wir Christen auch den sittlich hochstehenden Juden etwas zu bringen haben, dessen sie für ihr inneres Leben, für ihr Heil in Zeit und Ewigkeit nicht entraten können. Wir freuen uns ja, wenn wir gelegentlich von einem Israeliten hören, daß „seine sittlichen Anschauungen untadelhaft seien und sein Lebenswandel denselben entspreche." Gleichwohl muß betont werden, daß doch zwischen einem so hochstehenden Juden und uns Christen in religiöser Einsicht eine tiefe Kluft befestigt ist, die uns von einander scheidet. Klingt dieses Wort einem jüdischen Leser vielleicht hart und lieblos? Ich bin mir bewußt, daß in demselben unendlich mehr Liebe enthalten ist, als in jener oben zurückgewiesenen Ansicht, und begründe diese meine Auffassung wie folgt: 5. Mose \S, \5 wird das Wort des großen Gottesmannes Mose an sein Volk berichtet: „Einen Propheten wie mich wird der Herr, dein Gott, dir erwecken, aus dir und aus deinen Brüdern. Dem sollt ihr gehorchen." Weiter wird dort Vers \8 und 0 folgendes Wort Gottes an fein Bundesvolk erwähnt- „Ich will ihnen einen Propheten, wie du (Mose) bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben. Der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und wer meine Worte nicht hären wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will ich's fordern." Der hier geweissagte Prophet ist in Christo Jesu erschienen, als die Zeit erfüllet war. Israel lehnt aber bis heute den ihm von Gott gesandten Propheten, seinen Messias und König, ab und will sich nicht unter sein Zepter beugen. So steht es bis heute unter jenem Gerichtsworte Gottes. Es ist wohl Abrahams Same dem Fleisch nach, aber nicht dem Geist nach. Denn Abraham glaubte Gott und gehorchte seiner Stimme, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet ({. Mos. (2, I—{5, 6; 22, 2. 9. (0. \5—\8). Solches tut aber das Volk Israel seit Christi Zeiten nicht, weshalb es auch wegen seines fortgesetzten Ungehorsams durch Gottes richtende Hand mit vielen Züchtigungen heimgesucht worden ist. Zur Rechtfertigung seines Unglaubens kann sich Israel nicht etwa darauf berufen, daß der Messias bei seinen Lebzeiten sich nicht als solchen legitimiert habe. Was der Prophet Iesaia (55, 5. öa) einstmals von dem meffianischen Zeitalter geweissagt hat, daß der Blinden Augen aufgetan und der Tauben Öhren geöffnet werden sollen, daß die Lahmen laufen werden wie ein Hirsch und der Stummen Zunge Lob sagen werde, das alles ist durch Christus reichlich in Erfüllung gegangen. Auch die großartige Weissagung von dem für die Sünden der Welt leidenden Gottesknecht (Ies. 53) hat ihre Erfüllung gefunden. Solche Israeliten, welche wirklich die Wahrheit suchen und nach inniger Gottesgemeinschaft verlangen, bitte ich daher ebenso herzlich wie dringend, die angeführten prophetischen Weissagungen mit den vier Evangelien des Neuen Testaments eingehend vergleichen zu wollen. Aber auch darauf möchte ich an dieser Stelle kurz Hinweisen, daß auch die Geschichte seit Christi Zeiten Iesum von Nazareth als den in Wahrheit von Gott gesandten Propheten Israels

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