Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 61 (1905)
- Issue
- 2 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Israeliten hatten nie noiti bleuen Testament gehört. Sie ' nahmen ein solches gerne an und besuchten fortan die Oer-; sannnlungen des INissionars, um noch inehr von der „neuen! Lehre" zu erfahren. — Lin junger Israelit in Jerusalem j sagte zu einem dortigen llltffionsarbeitcr: „Es ist traurig, das; unsere Porfahren Iesmtr verworfen haben. Soweit ich sehen kann, gibt es für Israel keinen Weg des peils als nur in Jesu." — In Teheran, ivo die Tholera viele Opfer forderte, starb als eins derselben der Lehrer an der Missionsschule Aba Elijahu. Er war ein Sohn des früheren Gberrabbiners non Teheran und 1(902, 25 Jahre alt, von 1\ Garland getauft worden. Er liebte den peiland von Kerzen und bemühte sieh, seine Schüler ihm zuzuführen. Als die Tholera ausbrach, weigerte er sich, die Stadt zu verlassen. Tr wünschte den Kratifeit zu helfen. In bem Liebesdienst, den er den Juden von Teheran leistete, fand er selbst den Tod. Seine Gattin und seine Tochter, aber auch viele andere betrauern ihn. — Tin jüdisches Mädchen in Tunis, welches an den peiland glaubt, I wurde gefragt, wodurch es zu diesem Glauben gebracht worden sei. Ls antwortete: „Ich glaube an ihn, weil er den Pimmel verließ, wo er in Herrlichkeit gewohnt hatte, und arm wurde und für mich, die ich eine Sünderin bin, starb." — Port Tanger meldet der 100. Jahresbericht der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft: „Mährend der letzten drei Monate des Jahres 1(900 bekannten sich 50 Seelen aus jüdischen und muhammedanischen Gemeinschaften zum Thristentum. Ts war wie eine Segenswoge, die sich fast gleichmäßig über die verschiedenen Missionsbestrebungen in diesem Bezirk ergoß." Aus der Kefchichte der Juden Mährens. Die von Willibald Müller veröffentlichten „Beiträge zur Geschichte der mährischen Iudenschaft im (7. und (8. Jahrhundert" (Glmütz (304) enthalten manche interessante Angaben. Die (454 allgeordnete Vertreibung der Juden aus Brünn, Glmütz und Znaim wurde im (6. Jahrhundert durch Ferdinand 1. widerrufeil. Auch Ferdinand 11. gab ben Juden durch den Privilegienbrief vom (5. Oktober (650 sein Wohlwollen zu erkennen. Auch der Landesgubernator, Kardinal Dietrichsteili, trat für sie ein, während jene drei Städte sie wieder vertreibell wollten. Ferdinand III. erteilte ihnen neue Vorrechte. Leopold I. bestätigte ihre Privilegien, obwohl er 1(670, besonders auf Peranlafsung des Bischofs Kollonits, die wiener Juden auswies. Karl VI. zeigte sich anfangs als einen Iudenfreund, erließ aber später allerlei einschränkende Perordnungeli. Z. B. wurde jeder Christ, der einen Juden übernacht in: Pause behielt, mit einer Strafe von 1(000 Talern bedroht. Die Juden wurdell von allen Gewerben ausgeschlossen und mußten in besonderen Iudengassen wohnen. Ihre heiraten erschwerte man sehr. Die Männer mußten Bärte, die Frauen Schleier tragen. Tin bartloser Mann hatte 20 Taler als Strafe zu zahlen. Unter Maria Theresia kamen weitere Beschränkungen hinzu. Die Juden mußten hohe Steuern (auch von öeu Tthrogim) und doppelte Gerichts- und Kanzleikosten zahlen. Sie durften an christlichen Feiertagen nicht auf die Straße sehen, geschweige denn gehen. Die Kaiserin selber wollte sich nicht von einem Juden, dem sie eine Audienz gewährte, an sehen lassen und hielt sich deshalb hinter einer spanischen wand auf, während jener sein Anliegen vorbrachte. Jüdische Kinder wurden ihren Eltern entrissen und getauft. Line Wendung zum Besseren leitete erst das non Joseph II. am 8. Januar (782 erlassene Toleranzedikt ein. Aus der jüdischen Presse. wie sorgfältig sucht doch heute mancher Jude aus der Religion, zu der er sich bekennt, vor Nichtjuden ein Geheimnis zu machen, und wie deutlich malt sich die Perlegenheit auf seinem Gesichte, wenn es doch verraten wird! (A. Z. d. I. 004, S. '(69.) . Unser Geschlecht ist dem ewig lebendigen Guell der religiösen Erkenntnis zu fern. wenn ihm ein Tropferr der Labung'nnd Kräftigllng aus jenem unversiegbaren Born gereicht wird, so ist er so vielfach aus Gefäß in Gefäß gegossen, daß er das Arollia einbüßt, 1111b so sehr mit Beisatz veriltischt, daß die lebeluveckende Kraft fast schon abgeschwächt ist. (Tbd.) — Die heutige jüdische Jugend ist dem Iudentuitl fast völlig entfremdet. (S. 487) — prächtige Tempel werden jetzt allüberall errichtet; notwendiger ist eine gründliche Revision unserer Liturgie. Der Rationalismus allein tut es nicht. Tin Judentum, das liicht stark in der Religiott wurzelt, ist ein phalltom, das gleichsam unter den'-pänden zerfließt. (S. 497.) — will das Judentum seiner Hoheit Aufgabe, eine Meitschheitsreligion zu seilt itnd zu werden, ganz entsprechen, so muß es sich vor allem selbst läutern und zu einer gebietenden pöhe erheben. (S. 558.) — Lessings Gott ist nicht außerwelllich wie der kirchliche. (S. 6O7. Gegen Apg. (7,26. Auch fonft j enthält Steins „Ahnengallerie" viele falsche Behauptungen und sogar grobe gralnmatische Schnitzer.) — Simon ben Iochai ist der erste vielleicht im ganzen Altertum, der klar und bestimmt den sozial-ethischen Gedanken ausgedrückt hat. ((YO5, S. (8. wie wenig kalinte der arme Lazarus, der hier redet, das Neue Teftalllent!,, Pgl. Gal. 6, ( f., Lph. (6 u. v. a. St.) — wir Inden in' Österreich haben ja gar keinen palt, der uns stützelt köulite. wo ist der Führer, der die Irrenden leitete? wer bringt uns das peil? (S. 52. Die Antwort steht Apg. 4, (0—(2; (0,45; (3,25. 26. 58.) — Rabbiner F. zitiert delt Spruch des deutschen Dichters: „Der Buchstabe tötet und der Geist,belebt," welchen er mit einer Idee von Ezechiel Landau in Übereinstimmung bringt. (5. 72. (D, ihr weisen Israels, geht doch endlih an die (t)uelle der wahren Weisheit! Pgl. Ioh. 6,63 und 2. Kor. 5, 6.) Nücherlrericht. G. Schloeßmann (G. Fick), pambnrg: W. Thiele, Das Lebeli ullseres peilands. Mit Bildern von R Schäfer. (20 S. 0,60 Alk., geb. (,20 Mk. Geschenkausgabe (Ptz 6 Mk. — S. Lucas, Elberfeld: P. Stein, Jahrbuch für die evangelische deutsche Jugend. 5. Band. (905. 520 5. — T. Ackermann, Konstanz a. B.: Dr. Schwartz, Das betäubungslose Schächten der Israeliten 4,50 Mk. — Buchdr. d. R, Diesdorf bei Gäbersdorf (Schlesien): W. Becker, Alimerkuligen zu ausgewähltell Stellen des Alten Testaments. 48 5. 60 Pf. Empfangsbescheinigung. I. In Mark: Fr. de m'.-B. (,20. Fr. L. D.-p. 3. Fr. M. R.-Dr. 5 Frl. I.-B. (O. Fr. p. M.-Br. 25. Pr. I. Windolff-B. 49,60. — In Kronen: Pr. Pfr. P.-Kl. 2,57. Frl. B.-Gtt. 5,5O. Pr. Pptm. S.-S. 5,55. Pr. w. M.-St. 6. Frl. L. u. W.-A. (4,O5. Frl. Sp.-Br. 50 52. — II. In Mark: Frl. K.-p. u. Fr. R.-B. je (. Pr. K.-K. u. Pr. L. P.-Fr. je (20. Frl. M. M.- P. ( 70. perzlichen Dank! Antwort. Gegen die Meinung, daß das bekehrte Israel nach pes. 40 bis 48 den Gpferdienst im Tempel wiederherstellen werde, schrieb einst Franz Delitzsch (Saat a. p. (88(, S. 58): „Das christliche und auch das jüdische Bewußtsein perhorresziert einen Tempel, der wie der jernsalemische zugleich ein großer Schlachthof ist; Wiedereinrichtung des Tieropferkultus wäre Rückfall hin das Schattenwerk, Rückschritt auf eitle Porstufe des Thriftetltums, auf welche zurückkehrend das Thristentunt wieder zum Iudaislnus würde." Die weissagttng pes. 40 ff. blieb trach Delitzsch unerfüllt, weil die 45, (O ff. genau nle^Bedingung tiicht erfüllt wurde. Sie wird aber auch in der Zukunft nicht erfüllt werden, weil sie von dettl Eintritt ,des neuen Bundes''überholt wurde. Perausgeber: Prediger w. Becker, Wien 111/(, painburgerstr. 2(. — Schriftleitung und Verlag: I. winb01ff, '8’xi'in SW. (2, Tharlottetlstr. 88. — Iahrespreis: 60 Pf. oder 72 p. ö. w. Druck von I. lv indo lff, in Berlin SW. (2, Tharlottenstr. 88.