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Dibre Emeth · 1904-01-01 · 1 (1904) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
60 (1904)
Issue
1 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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daß cs dies nicht erkannte, Ehristnm schlug es ans Kreuz, und sein Blut rief es über sich iiiiö seine Rinder. Da mußte das göttliche Gericht einsetzen. Mit erschütternder innerer Folgerichtigkeit wurde das Volk des Segens zum Volk des Unsegens für die Menschheit. Denn jeder göttliche Segen, den die Menschen nicht recht aufiiebmctt, wird zum Fluch und Schaden. Darum ist Israel etwas Besonderes geblieben unter den Völkern, aber eben ein besonderer Unsegen, überall das Hanpthemmnis des Reiches Gottes, überall ein Reim der Zersetzung und Gärung im Volksleben." „Es gibt auch fromme Juden vom allen Schlage, aber das find tieftraurige Leute, niedergedrückt von dem Fluch und Unglück ihres Stammes." „wenn einmal ein frommer Jude ergriffen wird vom Geiste Ehristi, das; er Iesum als den verheißenen erkennt und sich wirklich bekehrt, so wird gewöhnlich aus ihm ein besonders gesegneter Lhrtst." Der Verfasser dieses Aufsatzes weiß voll nranchen hierhergehörigen Beispielen. Dieselben beweisen ihm, daß Israel „wahrhaftig ein besonderes Volk ist, noch immer zu besonderem Segen für die Menschen." Er hätte hier aber auch der herrlichen Verheißungen gedenken können, die sich noch an Israel erfüllen sollen. Einst werden nicht nur einzelne Rinder Jakobs von Jesu ergriffen werden, um sich j dann als einen Segen für ihre Umgebung zu erweisen, sondern! ganz Israel wird gläubig und selig werden, um die geistlich erstorbene Menschheit zum Glauben und zur Seligkeit zu j führen. Dann wird Sach. 8, *3 zur Verwirklichung gelangen. > Unser Artikel schließt mit der Bemerkung: „Die Indenfrage! soll uns Ehristen recht in die Buße treiben. Sie soll uns den Ernst Gottes zeigen, der auch uns und unser volk.abhauen wird, wenn wir seine Güte verlassen und verachten. Uber uns ist ein lebendiger, starker, eifriger Gott. Das lehren uns die Juden und ihre traurige Geschichte." Schätze im Staube. Die Straßenkehrer Londons förderten im Laufe eines Jahres mit ihren Besen folgende Schätze zu Tage: *o* 905 M. in Gold, Silber und Rupfer, 2688 M. in Bankscheinen, 38900 M. in Banknoten, etwa *00 000 DT. in Lisenbahnaktien, 6 Männer-! und 68 Frauenuhren, 2*2 Ringe, *34 Broschen, 6*8 Armbänder.! Für Leder und Lumpen, die man in den Straßen gefunden! hatte und verkaufte, wurden 4300 M. eingenommen. — wer j aber sucht in Stadt und Land, in der Heimat und der Fremde! die verlorenen Menschenseelen, die voll der Sünde bedeckt und! befleckt wurden, um ihren wert wiederherzustellen, sie für Gott! und Menschell brauchbar zu machen? Hätten wir doch mehr Liebe zu den Unglücklichen! Wie mancher könnte durch Ulls gerettet werden! Das erhabenste und triebkräftigste Vorbild suchender Sünderliebe ist der göttliche Erlöser. Ihn rufe man mit den Worten Lavaters an: „ 0 Jesus Lhristusl Das Ent-! zücken der Liebe quillt aus Deinen Blicken, aus Deillem Herzen! Freundlichkeit. 0 Liebe, daß ich Liebe wäre! 0 Liebe. Jesus j Ehristus, lehre mich Deiner Liebe Seligkeit!"! Jüdische tzyromlr. In Berlin suchte man eine Vereinigung deutsch-nationaler ( Juden zustande zu bringen. Ebendaselbst versamlnelte sich der scholl , früher ernannte engere Außschuß für die Gesamtorganisation! der Israeliten Deutschlands. Prof. M.Steillschneider veröffentlichte! die erste umfassende Darstellung der arabischen Literatur der! Juden, nachdein er fast 60 Jahre all diesem Buch gearbeitet; hatte. Er zählt 250 jüdisch - arabische Schriftsteller auf. Der : Verein für jüdische Rrankenpflegerinnen, der jetzt zehn Jahre j lang besteht, versorgt zurzeit 50 Schwestern und *4 Schülerinnen. 1 — In Frankfurt a. M. tagte im Juli der deutsche Rabbinerverband. Ein Referat betraf die Bekämpfung des Mädchenhandels, ein anderes die Seelsorge an Strafgefangenen. Auch verhandelte man über die Begründung einer Pensions- und Reliktenkaffe. — Die zu Münster i. w. bestehende Marks-Haindorfsche Stiftung zur Bildung von Llementarlehrern und zur Beförderung voll Haildwerkell und Rüllstell unter den Juden wurde ermächtigt, Haussaillmlullgeil bei den jüdischen Bewohnern Westfalens und Rheinpreußens vorzunehmen. Die Staatsregieruug leistet eine jährliche Beihilfe von 6000 Mk. — Die Behauptung einer jüdischen Zeitung, daß in keinem Lande der Abfall vom traditionellen Judentum durch die berufenen Vertreter der jüdischen Lehre so gefördert werde wie in Baden, rief eine kräftige Einsprache der Beteiligten hervor. — In der Gener.ilversammlung des österreichischell Vereins zur Abwehr des Antisemitismus bekämpften Hofrat Nothnagel und Baronin Suttner den Wunsch, daß der Verein sich auflösen möge. Man beschloß die Einsetzung eines Aktionsausschusses. — Im Etat der wiener Rultusgemeinde für *904 stehen 2 098 643 Rronen Einnahmen 2 207 536 Rronen Ausgaben gegenüber. Das erwartete Defizit beläuft sich also auf *08892Rronen. — Im August tagte zu Rrakau eine allgemeine Rabbinerversammlung. Die Zahl der Teilnehmer betrug etwa 500. vor der geöffneten Tboralade einer der ältesten Synagogen schworen dieselben, daß sich in keinem jüdischen Religionsbuch eine Spur des Ritualmordes finde. — Fast gleichzeitig brach in Warschau eine Iudenhetze aus. Später erfolgte eine solche in Homel (Gouv. Mohilew). Der durch das Blutbad von Ri sch i new verursachte Prozeß endete dalnit, daß ein Angeklagter zu sieben, ein anderer zu fünf Iahreli Zwangsarbeit verurteilt wurde. 22 weitere Angeklagte wurden auf ein bis zwei Jahre in eine Strafabteilung eingereiht. Liner erhielt sechs Monate Gefängnis. Zwölf wurden freigesprochen. — In 0dessa wurde ein mit dem 0ffentlichkeitsrecht ausgestaltetes jüdisches 0bergymnasium begründet. Der Unternehmer, Iglicky, lud die Lehrer des Staatsgymnasiums ein, an seinem Privatgymnasium zu unterrichten. — Der sechste Zionistenkongreß, der in Basel stattfand, hatte etwa 700 Teilnehmer. Man beriet sich namentlich über die von der englischen Regierung begünstigte Anlegung einer jüdischen Rolonie in 0stafrika. Lin Ausschuß von neun Mitgliedern soll diese Sache noch weiter prüfen. Auch zur Erforschung Palästinas wurde eine Rommission eingesetzt. —Dem neuen italienischen Ministerium gehört wieder ein Israelit an: der Finanzminister Luzzatti. Der frühere jüdische Rriegsminister 0ttolenghi übernahm aufs neue den Mberbefehl über das erste (Turiner) Armeekorps. — In Frankreicd steht die Revision des Prozesses Dreyfus in Aussicht. — Bei einem Zionistenfest in Paris suchte ein russischer Jude den Parteiführer Dr. Max Nordau zu erschießen. Er behauptete, daß er durchs Los hierzu bestimmt worden sei. Er und seine Freunde hassen Nordau, weil dieser für den Plan, eine jüdische Ansiedlung in 0st-Afrika zu errichten, Eintritt. JLücheröerkchL. The Soclety’s House, London, W. C., 16, Line. Inn FieUls: The 05 1!» Beport of tlie L. 8. 106 u. 140 p. 2 Sh. — westd Verein für Israel, Köln a. Rh.: Geschichtsbilder aus der Missionsarbeit an Israel von *843—*903. Iubiläumsfchrift. 50 S. 30 Pf. — R. Runert, Königsberg i. Pr., Böhm-Straße *: LiiPwort zu seiner Zeit. Für Juden u. Ehristen mitgeteilt. *6 S. 5 Pf. — S. Lueas, Elberfeld: p. Stein, Jahrbuch f. d. evangel., deutsche Jugend. *904. 376 S. *,20 M. — Gebr. Lüdeking, Hamburg: I. Berg man, Geschichte der Antialkoholbestrebungen. A. d. Schwedischen von R. Rraut. 3 Lieferungeil zu 2,40 M. =7 7.20 M. (S. 30 ff. sind manche Behauptungen anfechtbar.) Todesfälle 1903. M. Ben 0liel: 9. Januar. Jerusalem. — P. E. B. Frankel: 20. Januar. Bournemouth. — P. I. M. Eppstein: *0. Mai. Bristol. — Diakonisse Lharl. Pilz: 27. Juli. Jerusalem. — P. Fr. Stolle: 30. Juli. Röln. — Fr. P. Schönberger, geb. Saphir: *2. August. London. — P. A. A. Isaacs: *5. 'November. Düsseldorf. Herausgeber: Prediger w. Becker, Wien Ill/i, Hainburgerstr.2*. — Schriftleitung und Verlag: I. windolff, Berlin SW, *2. Eharlottenftr. 66. — Iabrespreis: 60 Pf. oder 72 H. ö. w. __ Druck voll I. windolff in Berlin SW., Lharlottenstr. 88.

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