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Dibre Emeth · 1902-01-01 · Heft 4 · page 1

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Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
Heft 4
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dibrc 6metb. £in Vierteljal,r$blatt für Israeliten und freunde Israels. 1902 58. Icrh^gctng. Wo. 4. 2<nBaCf: Zur Ab mehr jüdischer Angriffe auf die christliche Religion. — Zur Erinnerung an Adolf Discher-Sarasin. — Ein seliger Tod. — Zu Joh. 3, — Zu 2. Kor. 8, 7 und 9 6. — Zu Gal. 4, *5. — Sanftmut siegt. — Ganz! — Die neuste deutsche Übersetzung des Alten Testaments. — Strauß uns Renan. — Ein merkwürdiger Friedhof in Altona. — Aefr-Birim. — Kleine Missionszeitung. — Aus der jüdischen Presse. — Zur Statistik. — Bücherbericht. Jur Abwehr jüdischer Angriffe auf die christliche Religion. (Schluß.) II. Angriffe auf die Religionslehren. Die Bekämpfung der christlichen Lehren richtet sich in erster Linie gegen die Person und das Werk des Heilands. Alle anderen Angriffe können hiermit in Verbindung gebracht werden. (. Die im Neuen Testament erscheinende Person Jesu Thristi wird als eine ungeschichtliche bezeichnet. Man sagt, der geschichtliche Jesus fei von seinen Anhängern idealisiert worden. Die predigt von feiner Gottessohnschaft führt man auf heidnische, teils indische und persische, teils griechische und römische Einflüsse zurück. Ohne Zweifel lassen sich manche bedeutsame Idealisierungen Nachweisen. Denken wir z. B. an den Buddha der späteren Buddhisten, oder an den Sokrates des Plato, oder an die von philostratus herrührende Lebensbeschreibung des Apollonius von Tyanal Indessen kann bei den Aussagen des Neuen Testamentes über die Person Jesu von Idealisierung nicht die Rede sein. a) Was für einen Vorteil hätten denn die Jünger Jesu von ihrem Wirken gehabt, wenn Jesus nur ein gewöhnlicher Mensch gewesen wäre? Tiner von ihnen, Paulus, erklärt, sie wären die elendesten unter allen Menschen, wenn es keinen auferstandenen Thristus . gäbe ((. Ror. (5, 19). Wieviel mußten diese Männer um ihrer predigt willen erdulden! Konnte es dem genannten Apostel, dem geistesstarken ehemaligen Schüler des großen Gamliel, gleichgiltig fein, wenn er am t)auptfitz der Bildung, in Athen, wegen der Botschaft von dem auferstandenen Jesus verspottet wurde (Apg. (7, {S u. 32)? And doch blieb es nicht einmal beim Spott. Die Gegner schritten auch zu Mißhandlungen fort. „Ich sterbe täglich," durfte Paulus i. I. 38 unserer Zeitrechnung in Tphesus sagen, wenn er seiner Amtsleiden gedachte (ch Aor. (5, 3()- Ja, alle Stunden stand er damals in Gefahr (Vs. 30). Rönnen wir es einem geistig hervorragenden Manne wie Paulus Zutrauen, daß er ohne die triftigsten Gründe ein entbehrungsreiches, gefahrvolles Leben gewählt habe? Tr muß seiner Sache ganz gewiß gewesen sein, als er das an Jesu geschehene Wunder der Auferstehung verkündigte. Dasselbe gilt von dem, was er über die Gottessohnschaft Jesu sagt. Wie aber Paulus durch die Macht der Wahrheit gezwungen wurde, von Jesu, dem Auferstandenen, dem Gottessohn, zu zeugen, so offenbart sich dieselbe Macht bei den übrigen Verkündigern des Tvangeliums. Jesus war ihnen so entgegengetreten, wie sie ihn predigten. Darum predigten sie ihn ohne Menschen- und Todesfurcht. b) Nun kommt hinzu, daß der im Neuen Testament auftretende Jesus die Züge der erhabenen Gestalt trägt, welcher das Alte Testament schon Jahrhunderte zuvor die Wege geebnet hatte. Der israelitische Angreifer setze einen Augenblick den Fall als möglich, daß Jesus der verheißene Messias war, so wird er eingestehen müssen, daß die Person Jesu genau so beschaffen sein mußte, wie sie im NeuenTestament beschrieben wird. Das alttestamentliche Messiasbild zeigt uns ja nicht einen „gewöhnlichen Menschen, sondern einen göttlichen Übermenschen. Dieser Messias besiegt den Tod (Jes. 53, (0; ps. W) und trägt die Natur Jehovahs an sich (Jes. 9, 6 Tl Gibbor Gottheld; Jer. 23, 6; Sach. \3, 7; ps. 2, 7). Auch der von den ältesten Lhriften, z. B. von Lukas, dem Begleiter des Paulus, gelehrte außerordentliche Anfang der Geschichte Jesu stimmt mit der Weissagung überein (Jes. 7, ^). Man wird einen solchen Anfang ohnehin für selbstverständlich halten, wenn man sich vergegenwärtigt, daß der Messias an der göttlichen Natur teilnehmen, daß er im vollen Sinne Gottes Sohn sein sollte. Steht das letztere fest, so kann die Geburt von der Jung-

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