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Dibre Emeth · 1902-01-01 · Heft 3 · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
Heft 3
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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24 Die rechte Richtung. Durch dichten Nebel fährt auf kalter Meeresbahu Ein Fischer sorgenvoll allein im kleinen Rahn. Er seufzt: „Mo liegt das Land? Mer hilft mir in der Not? Mer lehrt mich, wie ich richtig steuere mein Boot?" Da hört er aus der weiten Ferne einen Laut, Der ist ihm wohlbekannt, der ist ihm lieb und traut. Die Stimme kommt von seinem Töchterlein. Durch Miud Und Flut und Nebel ruft vom Ufer her das Rind: „Mein Vater, steu're gegen inich!" Er folgt alsbald: Er steuert nach dem Ort, von wo die Stimme schallt. Nicht lauge währt's, da schwinden alle seine Sorgen: Begrüßt vorn Kindesjubel, ist er wohlgeborgen. — Die Kleine, die mit zarter Silberstimme dort Den Schisser heimwärts brachte, nach dein sichern Port, Erkrankte kurz darauf und schied aus dieser Melt. Die Engel holten sie hinauf zum Sternenzelt, Zum Ort der ewigen Seligkeit. Des Vaters Herz Ergriff bei ihrem frühen Sterben tiefer Schmerz. Doch hielt ihn von Verzweiflung über dies Geschick Der fromme Glaube, den das Kind besaß, zurück. Er sprach: „Der Vater in dein Fimmel nahm zu sich Mein Kind, damit es in den Fimmel ziehe mich." Bei stillen, langen Fahrten auf der See gedenkt Er oft des Tags, wo ihre Stimme ihn gelenkt, Wo sie aus den Gefahren einer Nebelnacht Sein Boot ans Ufer, in die Heimat hat gebracht. Dann ist es ihm, als hörte er denselben^Ruf, Der damals ihm in seiner Angst Errettung schuf, Als sprach' sie wieder: „Vater,? steu're gegen mich!" Und er erwidert: „Ja, das will, das thue ich. Ich will zu Dir, geliebtes Kind, und allen Frommen, Die Gottes und des Heilands Thron umjauchzen, kommen." — verhilf, Allmächtiger, dazu durch Deine Gnade, Daß einst wir landen an dem himmlischen Gestade! Simpsons größte Entdeckung. Professor Simpson, der Erfinder wichtiger chirurgischer Instrumente, sowie des Chloroforms, wurde einst gefragt: „was ist eigentlich Ihre größte Entdeckung?" Der hochgefeierte Gelehrte antwortete: „Meine größte Entdeckung war die Rettung meiner Seele: Die Erkenntnis, daß ich ein Sünder bin und JEsus Christus mein HLiland ist." Zum Nachdenken. Lin Christ soll sich gewöhnen in die Gedanken des Sieges Christi, in welchem schon alles geschehen ist und wir alles haben, was wir haben sollen, und hinfort nur dazu leben, daß wir solches ausbreiten und andere Leute auch dazu bringen mit Vermahnen und Reizen (durch Mort und Exempel): zu dem Sieg, so Christus uns gegeben hat. Denn dieser Siegmann hat es alles ausgerichtet, daß wir nichts dazu bedürfen, weder Sünde tilgen, den Teufel schlagen, noch den Tod überwinden: es liegt schon alles danieder. (Luther zu Joh. \6, 33.) 2. Laß dich nie ein mit der Sünde, es sei denn, daß du gegen sie gewappnet und gepanzert bist! Gehe nie zu ihr mit dein weichen Handschuh der Freundschaft! Sprich nie mit Schonung von ihr, sondern hasse sie mit ganzem Ernst, unter welcher Gestalt sie auch auftreteu mag! Denn ihr Hauch ist Tod, und ihre Umarmung ist Vernichtung. (Spurgeou.) 3. Ich bin fest davon überzeugt, daß durch nichts das geistige Leben einer Gemeinde mehr gehoben werden kann, als durch «die pflege des Missionsgeistes. Die Ausbreitung des Reiches Gottes in der Melt ist wohl dazu geeignet, Verstand und Herz zu vertiefen. (Alex. M. Mackay.) q.. In der Mission kommen auf zwei Arbeiter 20 Redner, um nicht zu sagen Schwätzer. Guten Rat weiß jedermann, aber selbst angreifeu oder mithelfen mögen nur wellige. (Schles. Falnilienbote.) 5. Jesus ging umher und that Gutes. Uns fehlt in geistlicher Hinsicht Unternehmungssinn. Mir warten darauf, daß die Leute uns in den Weg laufen. warum wollen wir nicht umhergehen, unsere Hilfe anbieten und fragen: „Mer bedarf meines Mitgefühls? Men kann ich für meinen Meister gewinnen?" (Ebd.). Jüdische tzhronik. Bei dem 9. Deutsch-Israelitischell Geineindetag, der in Berlin stattfaud, waren 252 Gemeinden vertreten. Die Anträge des Rabbinerverbandes, den Rabbinern einen größern Einfluß auf das religiöse Leben zu ermöglichen und ihre äußere Stellung zu verbessern, wurden mit Ausnahme eines Satzes angenommen. Dagegen lehnte der Gemeindelag es ab, die Aufgaben einer Gesamtorganisation der deutschen Juden zu überliehmen. — In Meißensee bei Berlin wurde eine jüdische Arbeilerkolonie eröffnet. — In Frankfurt a. M. tagte die 2. Hauptversammlung des deutschell Rabbinerverbaudes. Ein Vortrag behandelte die Bedeutung des Judentums ttt der Gegenwart, ein allderer die Bekämpfung des Mädchenhandels. — Die Zahl der österreichischen „Baron Hirsch-Schulen" beträgt jetzt 50, die der Lehrkräfte 247, die der Schüler 563-x. Außer .dem gewöhnlichen Unterricht erteilten jo Lehrer Schülern Haudfertigkeitsunterricht. -- Die jüdische Gemeinde in Wien richtete Bezirkskommissionen ein. Dieselben beratett den Kultusvorstand in allen Angelegenheiten, welche die einzelnen Bezirke berühren. — Im ungarischen Parlament sitzen jetzt mehr Juden als in irgend einem anderen: im Herrenhause 3, im Abgeordneteuhause jg. — In Italien wurde der jüdische General Ottolenghi zum Generalfeldinarschall und bald darauf zum Kriegsminister ernannt. Zur Zeit dienen in der italienischen Armee 526 jüd. Offiziere. — In Lissabon wurde eine große Synagoge eingeweiht. Es wohnen dort 300 jüdische Familien. — Einem in London gegrülldeten englisch-jüdischen Gemeindebund traten 3^ Gemeinden bei. Zum Vorsitzenden wurde Sir Samuel Montagu erwählt. Ebendaselbst tagte eine große jüdische Frauenkonferenz, welche die Bildung eines englischjüdischen Frauenbundes für wohlthätige Zwecke anbahnte. — In Palästina giebt es jetzt nach den Angaben des Rabbiners A. M. Lunez in Jerusalem 20 jüdische Kolonieen und {3 Güter, auf denen (205 Familien (4955 Seelen) J2 686 Hektar Land bebauen: 8 3^9 mit Getreide, 2^7 { mit wein, 58\ mit Oliven, 5\o mit Mandeln 30t mit Maulbeeren, 290 mit Gemüse, J88 mit Orangen, \\o mit Eukalyptus, 52 mit Rosen, xx Mb st, U mit Tabak, 9 mit Feigen. — Mit Hilfe deutscher und holländischer Juden wurde in Jerusalem in der Nähe des deutschen evangelischen Krankenhauses ein neues jüdisches erbaut und am Geburtstage des deutschen Kaisers mit 22 Betten eröffnet. Die Leitung übernahm ein deutsch-jüdischer Arzt, Vv. Wallach. Schon am 27. November am Gedenktage der Thronbesteigung des Sultans, wurde die neue Wasserleitung, die von den Teichen Salomos nach Jerusalem führt und hier an zwei Stellen, beim Sultansteich und am Tempelplatz, mündet, dem öffentlichen Gebrauch übergeben. — Auf der in New-Orleaus abgehaltenen diesjährigen Rabbinerversammlung, die fünf Tage lang währte, wurde namentlich die Sabbathfrage behandelt. Empfangslrescheinigung.. In deutscher Währung: Hr. P. B.-Vorw. o,go. — Frl. t,25. — Hr. L.'Schw. t.60. — Hr. H.-Fried. x,cjr>. — Frl. Bl.-Spaud. 2, — . — Hr. Rh.-Königsf. 2.55. — Frl. R.- Gerl. 27. — 2. In österr. Währung: Fr. D.-Hbg. u. Hr. Sup. H.-Lgw. je 3,52. — Fr. P. D.-Lüb. 7,09. — Frl. L. u. Frl. W.-Ält. j^,06. Herzl. Dank! Schriftleitung: Prediger w. Becker, Wien Ill/i, Hainburgerstr. 2^. — Selbstverlag der Schriftleitung. — Konnnijsions-Verlag: Vuchha ndlung der Goßnerscheu Mission , Friedenau-Berlin, Handjerystr. 19/20. — Iahrespreis: 60 Pf. oder 72 H. ö..M. Druck von I. Windolff in Berlin SW., Charlottenftr. 86.

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