Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 58 (1902)
- Issue
- 1 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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gedrungene Wasser zum Stehen gebracht worden war. Sie gab noch die Zeit an, in welcher seine Frau und er selbst im Gebet um sein bedrohtes Leben gerungen hatten: 9 Uhr 25 Minuten. Nach seiner Verheißung (j)s. 50, (5) hatte Gott Errettung gewährt, als man in der Not ihn anrief. Und Gottes Treue ist alle Morgen neu. Auch uns, den jetzt Lebenden, kann und wird sie sich offenbaren, wenn wir im Gebet Gottes Antlitz suchen. Kirre neue deutsche Köersetzung des Zosephus aus der Feder von Dr. Heinrich Clemenh erschien im Verlage von Otto Wendel in Halle a. 5. Uns liegt der dritte Teil derselben vor.- die Geschichte des jüdischen Krieges mit der ergreifenden Schilderung der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 unserer Zeitrechnung. Die Art und weise, in welcher der Übersetzer hier seine Aufgabe gelöst hat, verdient volle Anerkennung. Die Sprache ist glatt und fließend. Kurzgefaßte Anmerkungen erleichtern hie und da das Verständnis. Wertvoll ist auch die Einleitung, die sich über den Inhalt, die (Quellen und die Abfassungszeit des Werkes verbreitet, sowie das angehäugte Namenregister. Desgleichen freuen wir uns der beigegebenen, von F. Spieß gezeichneten Tafeln, voll denen die eine den., Jerusalemer Tempel veranschaulicht, mährend die andere eine Übersicht über die Tage der ganzen Stadt gewährt. Der 6Y6 Seiten starke Band, der holzfreies Papier aufweist und auch sonst gefällig ausgestattet ist, kostet geheftet nur 3 Ulk., gebuuden 5,25 Ulk. Ohne Zweifel werden viele von der Gelegenheit, das ins Deutsche übertragene Meisterwerk des Iosephus für einen so geringelt Preis zu erwerben, dankbar Gebrauch machen. Zum Nachdenken. (. Der natürliche Mensch weint, wenn ihn ein großes Unglück trifft. Der Christ weint auch, denn er ist nicht von Stein. Aber der Unterschied ist der: Jener sieht durch die Thrälien zur Erde, dieser zum Himmel. (Th. T. G. Wollersdorf.) 2. Die Heiden hat Gott dahingeben lassen in ihres Herzens Verkehrtheit, damit offenbar würde, wie auch die begabtesten Völker ohne besondere göttliche Erziehung ausarten. Die Juden hat Gott unter bas Gesetz gethan, damit offenbar würde, wie die göttliche Erziehung durch das Gesetz noch nicht zum Heil, sondern bestenfalls zur Erkenntnis der Sünde führen faim. Daß die Juden ihren Messias verwarfen, hat Gott nicht nur zugelassen, weil er niemand zum Glauben zwiilgt, sondern er hat es in feinen Gnadenrat verwoben, damit das Evangelium, von den Juden zurückgestoßell, um so mehr den Seidel! angeboten würde. Aber dereinst soll auch Israel seinen Messias erkennen; zu dieseln Ende seiner wunderbaren, vom Sonnenschein der göttlichen Gnade und Wahrheit bestrahlten und wiederum oft so dulikeln Wege wird dies merkwürdigste unter allen Völkern aufgespart von einen: Jahrhundert zum andern. (Der Nachbar.) 3. Daruit werden die Doginell nicht aus der Welt geschafft, daß der Mellsch vor ihrem unerbittlichen Anblick den Kopf wie der Strauß in den Sand versteckt. Eine Religion ohne Dogmen ist ein Mensch ohlie Knochen. Die Dogmell sind einmal da. Das Wort Gottes spricht sie aus; die Schöpfung und das Leben bestängen sie, ulld das Gewissen bezeugt sie dem, der von der Wahrheit ist. (F. Bettex.) Jüdische KHromk. Nach dem Muster der englischen „Toyubeehallen" (Arnold Toyubee. (852 — 82, war ein großer Freund der Arinen) wurde im Oktober (90* in Hamburg ein „Israelit. Gesellschaftsheim" errichtet. Auch die jüdische Bevölkerung Berlins wird ein solches Heim erhalten. In Wien besteht eine jüdische Toynbeehalle dank den: wirken von Prof. Dr. Kellner bereits seit den: Dezember des Jahres (900. — Die Rappaportstiftung in Wien verlangt bis zum 3b Dez. *903 eine Geschichte des jüd. Volksschulwesens in (Österreich und (zun: zweitenmal) eine Geschichte der jüd. Apologetik. Die Preise betragen (200 und qooo Kronen ö. w. — Ein Bewunderer der Juden ist der strengkatholische österreichische Graf Heinrich v. Coudenbove, wie sein 526 Seiten zählendes Buch über „das Wesen des Antisemitismus" bekundet. Der Graf wurde (859 in Wien geboren. Er heiratete (892 als österreichisch-ungarischer Geschäftsträger in Tokijo eine Japanerin, die drei Jahre später getauft wurde, und lebt jetzt auf seinen Gütern in glücklicher, mit fünf Kindern gesegneter Ehe. — In Basel hielten die Zionisten ihren fünften Kongreß ab. Derselbe dauerte vom 26. bis zum 30. Dezember. Einer von den 270 Vertretern zionistischer Vereine war aus Neuseeland, ein anderer von der russisch-mandschurischen Grenze gekommen. Der letzere hatte (^ Tage im Eisenbahnwagen zugebracht. In der Eröffnungsrede gedachte Dr. Herzl der Audienz, die ihm im Mai v. I. vom Sultan gewährt wurde, und sagte, daß dessen Güte ihn mit den besten Hoffnungen erfüllt habe. Sir Francis Montefiore berichtete über die jüdische Kolonialbauk, die zwei Monate vorher aktionsfähig geworden war. Sie will Handel und Industrie in Palästina und Syrien beleben. Der von dein verstorbenen Professor Schapiro empfohlene und schon im Jahre (900 (vorn Londoner Kongreß) gutgeheißene jüdische Nationalfonds, der später zum Landkauf in Palästina dienen soll, wurde dem großen Aktionskomitee unterstellt. Die Regierung des Kantons Baselstadt sandte dem Kongreß ein Begrüßungsschreiben und wünschte ihm für seine Bestrebungen Erfolg. In Zukunft werden die Zionisten ihre Hauptversammlung in der Regel nur alle zwei Jahre abhalten. — Sir Ernst Cassel in London, der Sohn eines deutschen Juden, ein Verwandter des früheren Iudeinuissionars Paulus Cassel, übergab dem Könige Eduard VII. 200 000 £ für einen woblthätigen Zweck. — Die schwedische Regierung ernannte zu ihrem Konsul in Jerusalem den Oberarzt des dortigen Rothschildschen Holpitals, Dr. d'Arbela. — Der Sultan verbot aufs neue, daß jüdische Reisende länger als drei Monate in Palästina bleiben. — In New - H 0 rk übt die Iargonpreffe einen bedeutenden Einfluß aus. Eine von den in hebräischen Buchstaben erscheinenden Tageszeitungen verbreitet 45 000 Exemplare. Im ganzen werden gegen (00 000 Exemplare jüdischer Morgen- und Abendzeitungen täglich in Umlauf gesetzt. Die Herausgeber sind in der Regel aus Rußland eingewandert. Todesfälle 1901. Bischof Dr. Creighton: (H. Jan., London. — P. H. Fallscheer: (2. Febr., Nablus. — I. B. Schmidt: 26. Febr., Hamburg. — Dr. p. Bendix: 5. März, London. — I. Hirschberg: 6. März, London. — I. Deacon, Schatzmeister der L. I.-M.: (3. März, London. — A. Herrmann: 27. März, London. — Bischof Dr. I. Hellmuth: 28. Mai, Weston s. M. — P. Dr. G. w. Schulze (Berlin): 9. September, Kreischa. — p. S. Goldenberg: (9. September, Aleppo. — Frau P. Rosenberg: (9. November, Adrianopel. — Battrat Dr. L. Schick: 23. Dezember, Jerusalem. Empfangsbescheinigung. In Mark und Pfennig: Hr. P. D.-N. 3. Hr. P. D.-St. u. Hr. M.-St. je 5. Ab. in Berlin (0. Frl. I.-B. ((,50. Hr. P. Schl.-A. B. (^,50. versch. in Fellb. (5,50. Hr. P. M. in Z. (6,50. Missiousverein Gerl. 20. Hr. P. H.-Pf. 28. Ab. in Bresl. 36. Hr. Miss. Fl.-K. 45. Hr. P. Schl.-K. 60. — In Kronen und Hellern: Frl. A.-B. (,(?. Frl. K.-Schr. (,25* Hr. P. Fl.-N. B. 2,3£(. Hr. P. V.-Kl S. 3,16. Hr. O. S.-H., Frl. G.-Hdw, Frl. B.-Gn. je 3,52. Hr. w.-wsb. 4,69. Fr. R.-Pl. 5,86. Hr. P. D.-Lüb. ((,73. Herzl. Dank! Schriftleiturg: Prediger w. Becker, Wien III., Hainburgerstr. 21. - Selbstverlag der Schriftleitung. — Komnnssions-Verlag: G0ßnersche Buchhandlung, Friedenau-Berlin, Handjerystr. (9/20. — Iahrespreis: 60 Pf. oder 72 5). ö. w. Druck von I. windolff in Berlin SW., Charlottenstr. 66.