Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 6 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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42 unseres Herrn IEsu Ehristi: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Areaturl" umfaßt seinem Wortlaut nach auch das Volk der Juden. Auch ihnen soll die frohe Botschaft von der seligmachenden Gnade Gottes in Ehristo IEsu möglichst nahe gebracht werden. Das ist zweifellos der Wille unseres Gottes, der in Seiner unendlichen Liebe nicht will, daß jemand ewig verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Weiter sollen wir uns um der Juden willen an dem Werke der Iudenmission beteiligen. Es muß uns allen, denke ich, die Thatsache schwer aufs Herz fallen, daß, nachdem das Ehristentum seinen Siegeslauf weithin über ferne Lande und Meere gehalten hat, noch Tausende und Abertausende von Juden unter uns wohnen, die dem, was uns der höchste Besitz, die eine köstliche perle ist, unserm Herrn Lhristus, dem Friedensfürsten, ablehnend gegenüberstehen. Wie sie es von ihren Vätern gesehen haben, so treiben sie es auch. Sie gehen im Irdischen auf; unter das Scepter des menschgewordenen Gottessohnes wollen sie sich nicht, beugen. In diesem Leben mag es ihnen, äußerlich betrachtet, Wohlergehen. Aber wie wird es am Ende mit ihnen werden, wenn nun der milde, fanftmülige, liebreiche HEiland, den sie hier verworfen haben, in Seiner Aönigsherrlichkeit und Majestät mit allen Seinen Engeln wiederkommen wird, um das Gericht über den Erdkreis zu halten? Wie wollen sie da bestehen vor unserm Gott^ der in der Schrift ein verzehrendes Feuer genannt wird, und vor dem Gottessohne, der Augen hat wie Feuerflammen und der da kommt, daß er Seine Feinde, die Ihn nicht haben über sich herrschen lassen wollen, erwürge? Sie können vor Ihm nicht bestehen. Sie müssen elendiglich zu Schanden werden. Dieser Gedanke muß uns mit großer Gewalt ergreifen und uns antreiben, daß wir uns nach Aräften der Juden annehmen und mit dafür sorgen, daß ihnen der rechte Weg. zum Leben gewiesen werde. Hiermit kommen wir zu der folgenden Erwägung, daß wir um unserer selbst willen am Werke der Iudenmission uns beteiligen sollen. Setzen wir einmal den Fall, daß uns von Gott die Frage aufs Gewissen gelegt würde: „Wo ist dein Bruder, das Volk Israel? Warum bleibt es so lange fern von Mir, dem Auell alles Lebens?" Aönnten wir wohl darauf antworten: „HErr, ich habe mich bemüht, durch Wort und Wandel, auch durch mein Gebet nach dem Maße der mir verliehenen Araft und Einsicht es zu Dir zu führen?" Oder müßten wir nicht anerkennen, daß wir es doch an manchem, was wir hätten thun können, haben fehlen lassen? Gott ruft uns alle, die ganze gläubige Ehristenheit, auf zum Dienste der Barmherzigkeit an Israel. Es soll, uns eine Freude, ja, eine innere Seligkeit gewähren, an der Bekehrung, dieses einst von Gott so hoch begnadigten, jetzt so unglücklichen Volkes mitzuarbeiten. Die innere Befriedigung soll auch dann nicht scbwinden, wenn der Erfolg unserer Mühe nicht zu entsprechen oder wohl ganz auszubleiben scheint. Schauen wir in die heilige Schrift, so können wir die frohe Zuversicht hegen, daß auf die treue Liebesarbeit an dem. Volke Israel ein besonderer. Segen von Gott gelegt worden ist. Denn.