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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 5 (1901) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
5 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Lbre Wmeth. "v^l < Cin Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 5. — 57. Jahrgang. Inhakt: Zu Mose 8, 10 f — Ärzte als geistliche Liederdichter. — Das Christentum und das Strafrecht. — Im Hydeparkzu London. — Zweierlei Weltanschauungen. — Zu Pf. 94,19 u. 2. Aor. 1,3—5. — Zu Luk. 23 34. —Die Wahrheit über alles! — Jüdische Chronik. — Empfangsbescheinigung. Ju 1. Mose 8,10 f. (Es nabt des Tages letzte Stunde; Da trägt zu seiner Ruhestatt Lin Täublein schnell in seinem Munde Lin dunkelgrünes Ölbaumblatt. Aus Noahs Arche flog es morgens ans. Ersehnte Kunde bringt es jetzt nach Haus. Gefallen sind die liefen Wasser, Die Gott als Strafgericht gesandt, Um zu verderben seine Hasser: Sein Zorn hat wieder sich gewandt. Die Lrde, die vom Fluch getroffen war, Er beut sie als erneuten Wohnsitz dar. verlassen darf mit seinem brause Der Gottesknecht den Riesensarg, Der alle vor der Flut Gebrause So manchen langen Tag verbarg, vom Schöpfer wird in eine neue Welt Lin neugeborenes Volk hineingestellt. — So kam der Geist, die Himmelstaube chu Pfingsten zu der kleinen Schar, Für die das Linbeitsband der Glaube An den erstandenen HLiland war. Die Himmelstaube trug in ihre Reih'n Des Friedens Lvangelium hinein. Ls hatte treu der hohe Meister An seine Gläubigen gedacht Und ihre armen, schwachen Geister Empfänglich für den Geist gemacht, Der einst auf Ihn als Taube niederging, Den Lr im allerreichsten Maß empfing. Nun war für alle aufgerichtet Der neue, beste Friedensbund. Ls hatte endlich sich gelichtet Auf diesem dunkeln Erdenrund. Der Geist der Pfingsten bannt die Todesnot, Mit welcher sonst die Sünde uns bedroht. Arste als geistliche Liederdichter. Am 25. März \6%0 entschlief zu Hamburg der weitgereiste Dichter und praktische Arzt Paul Fleming, nachdem er sich erst am Anfang jenes Jahres zu Leyden mit großem Ruhm die Doktorwürde in der Arzneikunde erworben hatte, von seinen uns erhaltenen geistlichen Gedichten ist am bekanntesten das köstlicbe Lied, welcbes er 1633 im 24 Lebensjahre vor Antritt seiner ersten Reise nach Moskau dichtete: „In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat." Aus der großen Zahl von religiösen Liedern, die Or. Johann S ch effler (Angelus Silesius), geboren zu Breslau \62% gestorben ebendort als Glied der päp>ilichen Airche 1677, hinterlassen hat, wurden in evangelische Gesangbücher z. B. folgende Perlen ausgenommen: „Ich will dich lieben, meine Stärke", „Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht" und „Mir nach, spricht Lhristus, unser Held". Linen tiefen Einfluß übte Schefflers Dichtkunst auf den Grafen v.Zinzendorf aus. Kgl.Bibliothek 3 5. VE 01

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