Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 4 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Nlonatsblait für Israeliten und Freunde Israels. Inhalt: An unsere lieben Gegner mosaischen Glaubens. — Mein Bekenntnis am Jom Kippur. — Misstonswanderungen in Abessinien. — Zum Nachdenken. — Die Religion der Naturforscher. — Kleine Misstonszeitung. — Antwort. — Berichtigung. An unsere lieben Gegner mosaischen Glaubens. „Anmaßend und zudringlich" nennt Ihr alle Christen, die es wagen Vor Euch das Neue Testament, Das Buch des HLilands, aufzuschlagen. Allein wir dürfen anders nicht, Mb Ihr auch grollt und zürnet, handeln. Denn IEfus macht es uns zur Pflicht, Ihm, dem Erlöser, nachzuwandeln. Der Meister will, daß wir das Heil, wie er es selber that, verkünden, Daß jeder seh' das Rettungsseil, D as da befreit vom Tod der Sünden. Der Sündentod bedroht auch Euch. Wie sollten wir nicht eifrig streben, Euch einzuladen in das Reich, In welchem IEsus schenkt das Leben? wo Feuersglut ein Haus zerstört, Da wehrt man niemand, einzudringen,! Da zürnt man niemand, der begehrt, i Bedrängten Hilf' und Heil zu bringen. Vielleicht erscheint einmal die Zeit,! Da grollt Ihr uns nicht mehr, Ihr Lieben,! Da preist Ihr die Zudringlichkeit, Mit der wir jetzt Luch noch betrüben. Mein Vekenninis am Jom Kippur 1900. Die perle, welche noch kostbarer ist als diejenige, welche der kluge Aaufmann Matth. \3 unter Darangabe seines übrigen Besitzes erwarb, hat der f}(£rr in Seiner Gnade mich in meinem sechzehnten Jahre finden lassen. In Berlin in der Lehre, wenig beaufsichtigt, las ich Romane. Aber auch das N. T. nahm ich zur Hand. Der Inhalt -er Bergpredigt, die wunderbare Thätigkeit Lhristi und dabei seine Anspruchslosigkeit und Demut erregten meine höchste Verwunderung. Bei weiterer Forschung in den Evangelien und den übrigen Schriften des N. T. drängle sich mir die Überzeugung auf: Dieser Ehristus ist von Gott gesandt; er allein kann die menschliche Bestimmung und das Los, das wir nach dem Tode zu erwarten haben, offenbaren und bezeugen. Die Anforderungen, die Ehristus inbetreff der Erlangung des ewigen Lebens stellt, erweckten mich zu einer Prüfung meines bisherigen Lebens. Die Erkenntnis, daß ich auf Abwege geraten und zu Lastern geneigt sei, erfüllte mich mit unnennbarer Angst vor dem göttlichen Gericht. In dieser Not warf ich mich vor dem HEilande am Fuße seines Areuzes nieder. Ich rief und bat um Errettung. Ein nie geahnterFriede durchströmte da mein 6er;, und laut jubelnd konnte KgLBibliothek 20. m.01