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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 3 (1901) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
3 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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r flbre Mmeth. Ein Aonatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 3. — 57. Jahrgang. — 1901. Anhakt: Kcid?e und Vergebung. — welche Schuld hat Israel am Tode ILfu? — Lin Brief von Felix Mend lssohn-Bariholdy an 'Karl Klingeniann. — Peter Rosegger über das Reue Testament. — Die zweite Ankunft des Meisicis in den Gebeten der Kirche« — Aus der jüdischen Presse. — Könnenwollen und sollen. — Die Londoner Iudenmissiou in Berlin i. I. J900. — Todesfälle 1900. —■ Empfangs, bescheinigung — Liebesmerke. — Bitte. Rache und Vergebung. (Nicht, i«, as—so ,„>d L»K. 23, 34.) Zu Gaza ragt ein Riesenbau Empor, dem Dagon zu Ehren, Wo Rind und Greis und Mann und Frau Sich scharen in Iubelckören. Dreitausend Philister sind hier vereint Zum lärmenden Götzenfeste. Und unten steht der besiegte Feind, Der SpoLt der Mpfergäste. Auf Golgatha steht ein hoher Pfahl, Das Zeichen der Sünde und Schande. Doch der dort hängt in furchtbarer (vual, Im glühenden Sonnenbrände, Der hat nie Böses, nur Gutes gethan. Er, heute das Ziel des Spottes, Zuln Tode verdammt von falscheiu Wahn, Er ist der Liebling Gottes. Da packt den blinden Lhelden der Grimm Bei ihrem Übermnte. Er lechzt mit wildem Ungestüm Nach ihrem roten Blute. „Nock einmal, 6Err, noch ein einziges Mal," So sieht er, „gewähre mir Stärke, „Daß dieses Volk nicht länger prahl' „Ob seiner großen Werke!" „Noch einmal hör' mich in Gnaden an „Und laß meine Bitte taugen, „Damit ich heute mich rächen kann „Für meine beiden Augen! „Noch einmal, o höchster, gedenke mein, „wie früher du mein gedachtest „Und über die Feinde Angst und Pein „Durch meine Thaten brachtest!" Als Simson also gebetet, faßt Er zwei der Tempelsäulen. Sie tragen jetzt die gewaltige Last Der Tausende, die hier weilet!. Und wie er sich gegen die Säulen neigt, Da sieht man sie zerbrechen: Lin Jammergeschrei zum Fimmel steigt. So durfte der Richter sich rächen. Und IEsus, der duldende Gottesknecht, Der nieinand wollte verderben, Er hat sich an keinem Feinde gerächt In seinem bitteren Sterben. Er rief nicht Fluch vom Fimmel herab Auf seine Denker und Spötter: Er stieg hinunter in Tod und Grab Als seiner Hasser Erretter. „vergieb ihnen, Vater!" so seufzte am Stamm Des Kreuzes die Liebe des Sohnes, Der als das geschlachtete Gotteslamm Uns führt zu den Stufen des Thrones, Der Sünder entlastet von drückender Schuld, Mit Gott, denl Vater, versöhnet, Der so in unendlicher Gnade und Lchild Mit himmlischen Gütern uns krönet. „vergieb! Siewissen nicht, wassie thun." So hat unser Mittler gebetet. So sieht er noch innner. (D, kommet doch nun, Ihr Irrenden, endlich und tretet Zum lhochaltare des Kreuzes heran Und fallet dein HEiland zu Fuße, Demut sein Flehen euch retten kann! Ja, thut nun endlich Buße! Kgl.Bibliothek 20. ni.01

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