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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 2 (1901) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
2 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 2. — 57. Jahrgang. — 1901. Anhalt; tukas Me^er Lerf. — Jüdische Bedenken gegenüber dem Christentum. — Die Ausgrabungen 4m Vrient und das Alte Testament. — Zum Nachdenken. — tob des Gebetes. — Bücherbericht. Lukas Meyer Cerf war ein aus dem Elsaß gebürtiger Israelit, der sich in London als Sprachlehrer sein Brot verdiente. Als er durch hohes Alter hieran gehindert wurde, zahlten ihm ehemalige Schüler, die er im Deutschen und Französischen unterrichtet hatte, sowie andere gute Freunde eine kleine Pension. 090 lernte er, bereits 76 Jahre alt, durch Miss. Eppstein den HEiland kennen. Allmählich gelangte er zu immer größerer Klarheit. Er fand die Lösung der vielen Fragen, die ihn beschäftigten, auch der Frage nach seiner Stellung zum jüdischen Versöhnungstage. Als dieser kam, suchte er den Missionar auf und sagte ihm: „Sie haben mir bewiesen, daß der Messias erschienen, und daß JEsus von Nazareth der Messias ist, welcher unsere Sünden gesühnt hat. Ich brauche keinen bessern. Ich glaube an Ihn. Meine Sünden sind vergeben. Eine Synagoge will ich nie wieder betreten." Nachdem Eppstein mit ihm gebetet hatte, entfernte sich der alte Mann. Aber schon am nächsten Morgen kehrte er zu seinem Seelsorger zurück. Er berichtete hocherfreut von einem bedeutsamen Schritt, den er soeben gethan hatte. „Ich begab mich," erzählte er, „zu all den Freunden, die mir meine kleine Pension gewährten. Ich sagte ihnen, ich fühle mich verpflichtet, ihnen mitzuteilen, daß ich jetzt an den HErrn JEsus glaube und ihr Geld nur dann annehmen könne, wenn sie bereit seien, es mir als einem Christen zu geben. Ich danke Gott, daß ich um Seines Namens willen Beleidigungen habe erdulden können." Fortan nahm Eerf regelmäßigen Taufunterricht. Bei seinem Alter wurde es ihm nicht leicht, eine Anzahl Bibelstellen und den Katechismus auswendig zu lernen. Endlich aber konnte er in die christliche Kirche ausgenommen werden. Es war der 26. Juni IW2, als er, nunmehr 78 Jahre alt, in der Missionskirche auf dem Palästinaplatz in London die heilige Taufe empfing. Obwohl er durch seinen Religionswechsel äußerlich viel verlor und seit demselben mit Armut zu kämpfen hatte, ließ er sich in seinem christlichen Glauben nicht wankend machen. Er lebte noch acht Jahre als Glied der Airche. Ai» 2{. Juli 000 entschlief er in einem Londoner Hospital. Als Miss. Eppstein ihn zwei Monate früher nach seiner Aukuuftshoffuung fragte, antwortete der Greis: „Mein Vertrauen ruht in JEsu, meinem Heiland." Kgl.Bibliothek 20. nr.ci

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