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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 1 (1901) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
1 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 7. Lieber HLrr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit feien, wenn Dein Sohn kommt, Ihn mit Freuden zu empfangen und Dir mit reinem Kerzen zu dienen, durch denselben Deinen Sohn, IEsum Christum, unfern HLrrn! Amen. (Entwurf rc.) 8. (Ostern.) Fürst des Lebens, Todesüberwinder, wir halten fest an Deinem Wort: Ich lebe, und ihr sollt auch leben, vollende Dein heiliges Werk an unfern. Seelen! Bewahre uns das unverwelkliche himmlische Erbe! Mt freudiger Zuversicht harren wir Deiner herrlichen Zukunft. HLrr, HLrr, laß uns gläubig darauf leben und sterben! Amen. (Entwurf rc.) (Schluß folgt.) Jüdische GhroniK Die Berliner Repräsentantenversammlung lehnte die von Herrn G. Lewinstein eingebrachte Petition um Einführung eines sonntäglichen Predigtgottesdienstes ab. —> In Hannover starb Dr. Raph. Hirsch, ein vortrefflicher Arzt, im Alter von 36 Iahren. Über seine Beerdigung wird berichtet: „Die ganze Gemeinde folgte. Am Grabe weinten arme christliche Frauen und Rinder, die aus den Fabriken gekommen waren, um dem Manne, der ihnen so oft als Helfer und Tröster in dev Not erschienen, einen Teil der Dankesschuld in dieser Form abzutragen." — In München wurde mit vier in Berlin und Köln ausgebildeten Krankenpflegerinnen ein jüdisches Schwesternheim eröffnet.— Lin Ronitzer Israelit, Israelski, wurde vorr der Mitschuld an dem dort verübten, viel besprochenen Morde freigesprochen. Das Gericht erklärte zugleich, daß ein Schächtschnitt den Tod des Gymnasiasten Winter nicht herbeigeführt habe. — Die A. Z. d. Ischreibt in Nr. w von *900: „Thatsächlich häufen sich die Taufen in Leobschütz in erschreckender weise." — Nach Nr. 46 desselben Blattes wurde in Budapest bei einer Zusammenkunft der Vorsteher der israel. „Gemeindedistrikte festgestellt, „daß die Verluste, welche die israel. Konfession durch Übertritte erleidet, ungewöhnlich groß sind." — Die Kritik der jüdischen Geschichte vonseiten des Talmudisten M. I- Berdyczewski, eines Schülersvon Nietzsche, rief bei den jüdischen Gelehrten in Rußland heftigen Widerspruch hervor. — 3n Konstantinopel wurde der Stadtteil Haskeuy, das Iudenviertel, von einer Feuersbrunst heimgesucht, welche 2 Kultusgebäude, 30 Läden und 250 Häuser vernichtete. Da 2—3 Familien * Haus bewohnen, wurden mehr als 2000 Inden obdachlos. — Der 4. Zionistenkongreß tagte in London und wurde von Tausenden besucht. England hat jetzt 38, Amerika *35, Rußland *033 zionistische Gruppen.. Der Rechnungsabschluß weist in Einnahme und Ausgabe *73 0*8 Frcs. auf. Line vom Kongreß eingesetzte Kommission soll Handwerkerschulen, Krankenkassen, Altersversorgungsanstalten u. dgl. ins Leben rufen. Antworten. In dem Buche „Meister Iosephus und das Märchen von Jerusalem (Leipzigs H. Beyer) redet ein fanatischer Iudenfeind. Derselbe zieht auch gegen das A. T. zu Felde. Nach ihm sind „gerade die wertvollsten Sachen nichtjüdischen Ursprungs." Das soll z. B. von den Offenbarungen Jes- 53 gelten. Dagegen hält er die christliche Religion fest. S. 87 schreibt er: „wir europäischen Völker besitzen einen Talisman in unserm teuren Glauben an das Blut des Erlösers, einen Talisman von noch ungeschwächter Heilswirkung." Aber die von diesem Kritiker behauptete Unabhängigkeit des neuen Bundes vom alten ist unbeweisbar. Der Mann sägt daher mit seinen Angriffen auf das A. T. den Ast ab, auf dem er zu sitzen wünscht. — Inbetreff der Blutlüge erinnere ich an den folgenden Ausspruch eines Kirchenvaters.. Tertullian (*60 — 230 n. Ehr.), zu dessen Zeit die Christen von den Heiden des Ritualmordes beschuldigt wurden, sagt den Anklägern in einer Verteidigungsschrift:, „wir heißen die veraltetsten Menschen wegen des geheimnisvoll geübten Brauches,. Kinder zu morden und zu verzehren, wir werden so genannt, aber ihr sorget nicht dafür, es zu beweisen. Beweiset es also, wenn ihr es glaubt, oder glaubet es nicht, da ihr es nicht bewiesen habt!" Ganz ebenso sollte man mit denjenigen. Christen reden, die es immer noch wagen, unsere israelitischen Mitbürger des Mordes von Religionswegen für fähig zu halten. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Jahrespreis: 80 Pf. Druck von 3. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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