Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 12 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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r ms ♦ Cin Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 12. — 56. Jahrgang. — 1900. .. Anhakt: Zu tukas 2, io f. — Leben im Tode. — jüdische Bedenken gegenüber dem — Über die Ligenart dl'r S'adt Jerusalem. — Zu )rs. 41, >7. — Zu Markus (6, (5. — Zum Nachdenken. — Lin lveihnachtsbrief Bismarcks. — Kleine Missionszeikung. — Antworten. — Lmpfangsbefchernigung. Zu ekukas 2, 10 f. SeFge Botschaft, die verkündet heute uns des Engels Mund, wie sie sel'ger nie erschollen auf der Erde weitem Rund! Hört den Gruß der ew'gen Liebe, die erbarmend unser denkt Und der Welt, der fluchbelad'nen, ihren Sohn zum HEiland schenkt! wollt Ihr nun noch bange zagen in der Erde Angst und Not? Nein! Der in der Krippe zeuget: „Seid getrost! Mit Luch ist Gott." Er will als der Bürge sühnen Euren Fluch und Eure Schuld, will Euch neues Leben schenken durch des ewigen Vaters Huld, was Ihr braucht an Trost und Gnade für den schweren pilgerlauf: ILsus bringt's, denn Seine Liebe schließt den ganzen Fimmel auf. Sammelt Euch um Seine Krippe! <D, es ist ein Segensgang! Stimmet mit den Engelschören an den Weihnachtslobgesang, Bis Er Euch als Seine Brüder vor des Vaters Antlitz bringt Und in aller Sel'gen Psalmen Euer Hallelujah klingt! (Franz Oeters.) Leben im Tode. „Lin Jude, welcher Christ wird, handelt stets aus unlauteren Beweggründen", sagte ein Fanatiker der Synagoge, der in London mit einem gelehrten, greisen Judenchristen zusammengetroffen war. „Ich habe manche proselyten gekannt," fuhr er fort, „die ihren Glauben laut bezeugten, aber keinen, der im christlichen Glauben starb. Ich werde erst dann glauben, daß ein Jude stch wirklich zu Christo bekehren kann, wenn ich sehe, daß ein solcher auf seinem Sterbebett Christum bekennt." Nicht lange darauf wurde der Iudenchrist, Frankel mit Namen, krank und in ein Hospital gebracht. Cr kannte die Adresse jenes Ciferers und ließ ihn um einen Besuch bitten. Als derselbe an seinem Bett erschien, streckte Frankel ihm die Hand entgegen und sagte: „Ich freue mich sehr, daß Sie gekommen sind, um mir Lebewohl zu sagen. Ich gehe jetzt den weg meiner Väter, aber mit größerer Freude als sie. Ich gehe, um meinen HLiland in seiner Herrlichkeit zu sehen, und er wartet auf mich. Ich bin von allen meinen Verwandten um Seinetwillen verfolgt worden, aber in meinem Messias habe ich mich nicht getäuscht. Meine Dornen hat er in wohlriechende Rosen, meine Leiden in Lieder, meine Niedergeschlagenheit in Freude verwandelt. Ich weiß, daß meine Rinder nie ein Iahrzeitlicht zu meinem Gedächtnis anzünden werden, aber eines solchen bedarf ich nicht, da in meiner Seele das wahrhaftige Licht scheint.