Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 9 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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72 Christentum, Weltreligion." (Es ist zu untersuchen, ob dem Ansprüche des Judentums, Träger einer der christlichen überlegenen Kultur und Religiosität zu sein, Berechtigung zukommt. (Es ist darzuthun, daß das Christentum alle Erfordernisse für eine vollgenügende Geistes- und Herzensbildung in hervorragendem Maße in stch vereint und daß ihm das Judentum in keiner Gestalt den Rang als Weltreligion wird streitig machen können. Als Leserkreis sind gebildete Juden gedacht. Gelehrter Apparat innerhalb des Textes ist zu vermeiden. Dem Ermessen der Verfasser bleibt überlassen, ob sie die biblisch-theologische, die religionsxhilosophiscbe oder die historische Betrachtungsweise in den Vordergrund stellen wollen. Der Umfang der Schrift soll vier Druckbogen nicht übersteigen. Die Manuskripte sind bis zum \. Juki 1901 ohne Namensunterschrift, aber mit einem Motto, an den Schatzmeister der Gesellschaft, Herrn Rechnungsrat Sauer, Berlin SW., Schützenstr. 26, einzusenden. Lin außen mit demselben Motto versehener, verschlossener Briefumschlag soll den Namen des Verfassers enthalten. Das preisrichteramt übernehmen die Herren Konsistorialrat Lic. £}. Keßler, Prof. D. R. Seeberg und Prof, 'v.'tz. £. Strack. Das Recht, die preisgekrönte Arbeit zu veröffentlichen, gehört der Gesellschaft, fällt aber, wenn innerhalb eines Jahres davon kein Gebrauch gemacht wird, dem Verfasser wieder zu. Berlin, den 2. Juli 1900. Die Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden. Jüdische tzhrornk. Der Vorstand der Berliner Gemeinde beschwerte sich beim Provinzial-Schulkollegium über eine christliche Schulvorsteherin, welche eine beschränkte Zahl jüdischer Kinder in ihre Anstalt aufnimmt, aber allemal vorher den Eltern darüber Aufschluß giebt, daß der Geist der Schule ein ausgesprochen christlicher ist. Die Behörde fand zu der vom Vorstand gewünschten Maßregelung der Dame keinen Anlaß und wies dieselbe nur formell an, den nichtevangelischen Schülerinnen die Teilnahme an den Schulandachten und am Religionsunterricht lediglich auf ausdrückliches verlangen der Eltern zu gestatten. — Die in Könitz erneuerte Ritualmordbeschuldigung bewog den Rabbiner Dr. Feßler, die Vertreter der alttestamentlichen Fächer an der evangelischtheologischen Fakultät zu Halle um eine Äußerung betreffs der angeblichen jüdischen Geheimschriften zu bitten. Die erteilte Antwort lautet: „Die Unterzeichneten bestätigen gern, daß das Gerede von jüdischen Geheimschriften auf leichtfertigen Verdächtigungen beruht, vielmehr ist es eine Thatsache, daß es innerhalb des gesamten Judentums weder eine schriftliche noch eine mündliche Tradition giebt, welche kundigen Christen unzugänglich wäre. Professor v. E. Kautzsch, Professor D. Rothstein". — In Odessa fanden antisemitische Ausschreitungen statt, bei denen mehr als jooo Personen verhaftet wurden. — Die rumänischen Juden werden vielfach schwer bedrängt, viele Tausende wanderten deshalb aus. Manche mußten aber wegen Mittellosigkeit wieder zurückkehren. Der neuernannte Ministerpräsident Larp ist ein Freund der Juden. — Unter den Legaten des verstorbenen Pariser Barons Adolf v. Rothschild befindet sich ein solches für bedürftige Rabbiner, Priester und Pfarrer. Ihnen sollen die jährlichen Zinsen von 500 000 Frks. zufallen. Für die Besserung des Loses der Haustiere, besonders der Pferde, ist der Zinsertrag einer Stiftung von 150 000 Frks. bestimmt. — Die Kolonie der Jeminiten in Jerusalem wächst beständig, da immer neue Scharen aus Jemen eintreffen. Ihre Seelenzahl beträgt jetzt etwa 3500. Als türkische Unterthanen werden die Jeminiten an der Einwanderung in Palästina nicht gehindert. JücheröerichL. London Society: W. T. Gidney, At Home & Abroad. Miss, to Jews in Great Britain & 011 tlie Continent. XII & 246 p. 1 s. — Westdeutscher Verein für Israel, Köln a. Rhein: Fr. Stolle, Graf Zinzendorf und Israel. 24 S. 20 Pfg. — Unitätshauptkaffe, Herrnhut: Das Aussätzigenasyl der Brüdergemeine in Jerusalem 1899. 26 S. — Selbstverlag des verf., Berlin W. 35: A. I. Kalischer, 0 Der Untergang des Achilleus. Line Tragödie. 201 S. 2) Spartakus. Line soziale Tragödie. 255 S. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße j3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von y. Windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.