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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 8 (1900) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
8 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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6H aus Renan und Strauß geschöpften jüdischen Vorurteilen gegen das N. Timmer wieder mit Wehmut, wie Israel lieber seiner Neigung, sich mit den Widersachern des Evangeliums zu verbünden, Raum giebt, als daß es die schlichte Wahrheit auf Herz und Kopf wirken läßt. — Die Britische Gesellschaft f. d. I. verlor ihren Sekretär, Dr. Dunlox, durch den Tod. An seine Stelle trat P. I. Levinson. Das Präsidium übernahm Sir Andrew wingate, der Sohn eines Missionars. Einer der Redner des 57. Iahresfestes, Prof. Hackney, erläuterte die Weissagung Röm. 44, 26 mit einer Erinnerung an seinen Aufenthalt in Oxford. Linst sah er im botanischen Garten dieser Universitätsstadt eine hochragende Aloe, deren Krone mit goldenen Blüten bedeckt war und daher viele Bienen herbeilockte. Die Aloe hatte 98 Jahre lang als ein fremdartiges, häßliches Gewächs dagestanden. Lin Geschlecht nach dem andern hatte den Baum gepflegt, aber nie auch nur eine Spur von einer Blüte gesehen. Jetzt war die Zeit da, wo die Pflanze in ihrer Blütenpracht erschien. So wird auch Israel zu der von Gott bestimmten Zeit zum Blühen kommen, vielleicht ist diese Stunde schon nahe: dafür sprechen manche Umstände. — Bei seinem letzten Aufenthalt in der persischen Stadt Demawand wurde Missionar Norollah von dem Oberrabbiner mehrfach veranlaßt, in dessen Synagoge zu predigen. Der Vorsteher der jüdischen Gemeinde stellte ihm seinen schönen Garten zur Verfügung, viele Israeliten luden ihn zum Mittag- und Abendessen ein. Der Sohn eines dortigen Rabbiners bekehrte sich und ließ sich von N. täglich unterrichten. In einem krause, welches der Missionar besuchte, klagten Frauen um einen Toten, während Männer denselben wuschen und ein Rabbiner Gebete für ihn las. Nach der Waschung wandte sich ein Jude mit folgenden Worten an die Leiche: „Zu Dir, Joseph, der Du diese Welt verlassen hast, rufen wir. wir bitten Dich, alles zu verzeihen, was wir gegen Dich gethan haben, während Du bei uns warst, wir haben alles vergeben, was Du gegen uns gethan hast. Möge Deine Seele im Paradiese ruhen!" hierauf sprach ein anderer namens des Toten: „Ich, Joseph, habe alles vergeben. Ich will Gott bitten, Eure und Eures Volkes Sünden zu vergeben." N. benutzte diese Gelegenheit, um von der Sündenvergebung zu reden, die wir durch ILsum Christum erlangen. — Eine amerikanische Missionarin, Frl. Lowgill, weiche fünf Jahre lang in Palästina ihLtrg war, kehvls von Jaffa aus in ihre Heimat zurück. Auf dem Wege von Haifa nach Jaffa wurde ihr Wagen um Mitternacht von Räubern überfallen. Aber Gott erhörte ihr inbrünstiges Flehen, so daß die Räuber sich mit einem Mantelkragen der Missionarin und einem Rock ihres Kutschers begnügten, auch den jüdischen Insassen eines zweiten Wagens, welcher dem ihrigen folgte, nur Kleidungsstücke und Geld abnahmen. Zwei Nächte vorher war an derselben Stelle ein Jude von Räubern ermordet worden. — vom 20. April bis zum 4. Mai tagte in New-Hork eine allgemeine Missionskonferenz. Auch das durch die ganze Welt zerstreute Israel bildete einen der Verhandlungsgegenstände. _ Zur Statistik. In den 5 Jahren 489^—93 fanden in Preußen 2383, 5502, 24470, 3638 u. 2582 jüdische, 3io, 397, 397, 424 u. H65 jüdisch-christliche Eheschließungen statt. Jede sechste Ehe der Juden ist jetzt eine Mischehe. Die Kinder aus diesen Ehen werden in der Regel Christen. — In den 9 Jahren 4889—97 traten den deutsch-evangelischen Landeskirchen mit Ausnahme der badischen 373*4 Israeliten bei. hiernach geschahen durchschnittlich <445 Taufen in einem Jahr. Von sämtlichen 375*4 Taufen entfielen 2754 auf Preußen, 342 auf Hamburg, 222 auf Sachsen (Kgr.), 444 auf Bayern, 76 auf Hessen, 57 auf Württemberg, 37 auf Bremen usw. von den in Preußen vollzogenen Taufen kamen 4037 auf Berlin, ^06 auf Schlesien, 2*49 auf Ostpreußen, 244 auf Hessen-Nassau, 479 auf Rheinpreußen, 455 auf Sachsen, 433 auf Brandenburg, 98 auf Hannover, 83 auf Pommern, 59 auf Westpreußen, 55 auf Schleswig-Holstein, 54 auf Westfalen, 35 auf Posen. — 4399 traten in Budapest 4*48 Juden zu andern Religionen über, während sich 35 Nichtjuden dem Judentum anschlossen. — Nach Prof. Mirbt giebt es jetzt 555 Millionen Christen, 2*45 Millionen Muhammedaner, 9 Millionen Juden, 808 Millionen Heiden (darunter 425 Millionen Buddhisten und Konfuzianer, 274 Millionen Hindus). Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin,^ Hauffstraße 45. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 60 Pf. Druck von 3. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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