Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 8 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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59 und leichter machte, bis ich einst von der Erde ganz werde wegfliegen können. Ich hörte von einem Knaben erzählen, welcher sich Gasbeutel umgebunden hatte, die so leicht waren, daß er sie, wenn er an eine Hecke oder einen Graben kam, nur leicht zu berühren brauchte, um von ihnen hinübergetragen zu werden. Gerade so geht's uns, wenn wir die Bibel lesen; sie macht uns leichter und immer leichter, so daß wir über die Hindernisse und Schwierigkeiten des Lebens hinwegfliegen können." Wie Luther, so schätzte Moody das vierte Evangelium besonders hoch. „Wenn Du jemanden von der Gottheit Lhristi überzeugen willst, so nimm das Evangelium Johannis zur f}an& und führe ihn gründlich hinein und ganz hindurch. Matthäus beginnt mit Abraham, Markus mit Maleachi, Lukas mit Zacharias. Johannes aber geht über Maleachi, Abraham und Adam hinaus, ja, weit hinaus über den Morgenstern, hin bis zum Kerzen des Vaters. Mit einen: Federstrich stellt er jede Frage über die Gottheit Thristi fest." „Jedes Kind Gottes sollte einem Soldaten gleichen, der sich beständig in Bereitschaft erhält. Wir können aber nicht zum Kampfe bereit sein, wenn wir unsere Bibel nicht fleißig studieren. Wo ihr aber im Anschluß daran ein gutes Wort hört, da zeichnet es auf! War es für euch gesegnet, so kann es auch für andere nützlich werden. Es ist unsere Pflicht, die himmlische Münze gerade so wie die Gold- und Silbermünze unserer Länder weiterzugeben." Am Anfang einer Rede über die Liebe sagt Moody: „Wenn ich den Menschen nur den vollen Sinn der Worte „Gott ist die ^iebe" begreiflich machen könnte, so würde ich diesen einzigen . Text nehmen und in der Welt umhergehen, um diese herrliche Wahrheit auszurufen. Könnt ihr einen Menschen davon überzeugen, daß ihr ihn liebt, so habt ihr sein Herz gewonnen. Wenn wir die Leute zu dem Glauben bringen könnten, daß Gott sie liebt: wie würden wir sie mit Scharen ins Himmelreich eingehen sehen! Das ist das Unglück, daß die Leute denken, Gott Haffe sie, und so laufen sie die ganze Zeit weg von ihm. Vor einigen Jahren bauten wir eine Kirche in Thicago. Es lag uns sehr am Herzen, den Leuten den Glauben an die Liebe Gottes beizubringen. Wir dachten, wenn wir ihnen das nicht in ihre Herzen hineinpredigen könnten, so wollten wir versuchen, es ihnen hineinzubrennen. So setzten wir denn gerade über der Kanzel aus lauter kleinen Gasflämmchen die Worte zusammen: „Gott ist die Liebe." Ein Mann, der eines Abends durch die Straße ging, warf einen flüchtigen Blick durch die Thür und sah diese Worte. Er war ein armer verlorner Sohn. Er versuchte sich das Wort aus dem Sinn zu schlagen, aber es schien in Flammenschrift gerade vor ihm zu stehen. Er kam in die Versammlung. Als ich ihm erzählte, wie Gott ihn die ganze Zeit geliebt habe, obgleich er so weit von ihm abgewichen sei, und wie Gott auf ihn warte, um ihn anzunehmen und ihm zu vergeben, da brach das Licht des Evangeliums in sein Gemüt herein, und er ging weg mit Freuden." Mit Bezug auf die überschwängliche Größe der göttlichen Liebe bemerkt der Redner: „Kolumbus entdeckte Amerika, aber was wußte er von den