Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 8 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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58 In einer Rede über die Bibel empfiehlt er die Anschaffung einer großgedruckten Ausgabe derselben. Dem Einwand, daß eine solche nicht in der Tasche getragen werden könne, begegnet er folgendermaßen: „Gut, so tragt sie unter dem Arm! Und wenn ihr eine Meile weit wandern müßt, so ist das gleich einer meilenlangen Predigt, die ihr haltet. Ich habe einen Mann gekannt, der dadurch für den HErrn gewonnen wurde, daß er jemanden mit der Bibel unter dem Arm gehen sah." Die Bibel soll aber von ihrem Besitzer nicht flüchtig gelesen, sondern gründlich durchforscht werden, indem man einzelne Ausdrücke durch verschiedene Schriften verfolgt. „Ich vertiefe mich z. B. in das Wort „Liebe". Ich weiß nicht, wie viele Wochen ich über dem Studium der Bibelstellen zubrachte, in denen dies Wort vorkommt, aber das weiß ich, daß ich zuletzt nicht anders konnte: ich mußte alle Menschen lieb haben. Ich hatte mich so lange genährt an der Liebe GOttes, daß meine Seele von dem Verlangen erfüllt war, jedem,. Menschen, mit dem ich in Berührung kam, Liebe zu erweisen." Über den Segen eines solchen Bibelstudiums sagt Moody weiter: „Lasset einen Menschen einen Monat lang die Verheißungen des HErrn betrachten, und er wird sicherlich nicht mehr von seiner Armut sprechen. Oft hört man die Leute klagen, wie es so trocken und dürre in ihren Kerzen aussehe. Aber es ist nicht die Dürre, die sie plagt, sondern ihre Trägheit. Wenn ihr nur vom ersten Buch Moses bis zur Offenbarung Johannis alle die Verheißungen ansehen wolltet, die Gott gegeben hat, so würdet ihr nimmer mit gesenktem Haupte, wie ein gebeugtes Rohr, einhergehen, sondern würdet zuversichtlich eure Augen erheben und würdet'- auch nicht lassen können, die Reichtümer Seiner Gnade laut zu preisen. Nach dem Brand von Chicago kam ein Mann zu mir und sagte in teilnehmenden Ton: „Ich höre, Sie haben durchs Feuer alles verloren." Nun, dann sind Sie falsch unterrichtet worden," antwortete ich. „Wirklich? Es wurde mir als ganz gewiß erzählt, Sie hätten alles verloren." „Nein, das ist ein Irrtum, ein großer Irrtum," gab ich zur Antwort. „Ist Ihnen denn viel übrig geblieben?" fragte mein Freunde „Ja," erwiderte ich, „es ist mir viel mehr geblieben, als ich verloren habe, obgleich ich nicht sagen kann, wie groß mein Verlust war." „Nun, das freut mich sehr; ich wußte nicht, daß Sie vor dem Brande so reich waren." „Ja," sagte ich, „ich bin viel reicher, als Sie sich vorstellen können. Off. 2\, 7 ist mein Besitztitel: Wer überwindet, der wird es alles ererben. Man sagt, daß die Rothschilds nicht wissen, wieviel sie besitzen. Das ist genau mein Fall. Die ganze Welt ist mein, denn ich bin ein Miterbe IEsu Christi, des Sohnes Gottes." Als ich zum erstenmal die Gnade studierte, war ich davon so erfüllt, daß ich alle, Männer und Frauen, wen ich traf, anhielt, um ihnen zu sagen, wie Gott sie lieb habe. Als Christus mit der Botschaft Seiner Gnade zu den Juden kam, konnten die Schläuche den Reichtum nicht fassen; er sprengte dieselben und fing an überzufließen bis hin zu den Heiden umher." „Ich habe das Gefühl, als wenn jede Wahrheit, die in mein Herz dringt, mich leichter