Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 6 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Cin Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 6. — 56. Jahrgang. — 1900. Anstatt: Zu Richter 2 ff. — Julius Röbner. — Aus Aöbners Schrift über die Herrlichkeit der neutestamentlichen Gemeine. — „Sie würden aus mir bald eine Christin machen!" — Zu hofea 3, q. f. — Zu Mat. 5, 5. — Urteile Aants über die Bibel. — Lin frommer Jude. Irr Ittchter 11, 2 ff. verschlossen ward dem Lohn das Vaterhaus. Die eignen Brüder stießen ihn hinaus. „Wir dulden Dich an diesem Grt nicht mehr," So sprachen sie. „Wir hassen Dich zu sehr." Doch als erschien der Ammoniter Schwarm, Da suchten sie nach einem starken Arm, Da floh'n die Ältesten von Gilead Zu Iexhthah auf dem rauhen Wüstenxfad. Die schwere Trübsal trieb sie zu ihm hin Und beugte ihren stolzen, bösen Sinn. Sie baten ihren Bruder flehentlich: „(D, hilf uns und erbarme unser Dich! „Sei unser Haupt! vergieb die schwere Schuld, „Die auf uns liegt, und schenk' uns Deine Huld! „Vor Feinden wissen wir nicht aus noch ein. „(D, höre, Teurer, wie wir zu Dir schrei'n!" — So ward von Israel auch der gehaßt, Den völlig keines Menschen Geist umfaßt. weil er des Lw'gen höchstes Abbild ist: Der Sünder Freund und Heiland ILsus Christ. An einem Freitag hat man aus dem Land Der Lebenden den heiligen verbannt, Ihn angeheftet an des Fluches Holz. Ach, wann zerbrechen endlich Haß und Stolz? wann suchst Du, Israel, den Gottesmann, Den einen, der Dir wirklich helfen kann? wann holst Du Deinen Bruder Dir zurück? Ist noch nicht groß genug Dein Mißgeschick? G, komm' doch, komm' mit weinen und mit Fleh'n! Er, ILsus, muß an Deiner Spitze steh'n. wenn er für Dich nicht streitet, bleibt die Not, Die Dich in Zeit und Ewigkeit bedroht. Julius Köbner wurde am Juni $06 zu Odense auf der dänischen Insel Fünen geboren. Er war das erste von den 9 Kindern des aus Liffa nach Odense ausgewanderten jüdischen Gelehrten und Kaufmanns Isaak Aaron Köbner. Sein jüdischer Vorname lautete Salomon. Ein kinderloser Bruder seiner Mutter, David Israel, setzte den Knaben zu seinem Erben ein und erzog ihn. Der letztere zeigte früh einen Hang zu stillem Nachdenken. Auch nachdem er in die Schule gekommen war, blieb er am liebsten für sich. An dem fröhlichen Treiben der Mitschüler beteiligte er sich fast nie. In dem verlangen nach Erweiterung seiner Kenntnisse benutzte er fleißig eine öffentliche Büchersammlung. Im Sommer pflegte er schon um 3 Uhr morgens aufzustehen, um vor Beginn der Tagesarbeit noch möglichst viel zu lesen.