Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 5 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2554541-2555115-2555120--10026-2566241- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Jüdische Ehronik. In Berlin erhielt die altgläubige Gemeinde „Adath Jisrael" als Vermächtnis des Rentiers Israel Keßler 400 000 Mk. zum Bau einer neuen Synagoge. Die Vertreter der großen jüdischen Gemeinde verwiesen ein Gesuchs um Einführung des Sonntagsgottesdienstes nach lebhaften Verhandlungen an einen außerordentlichen Ausschuß. — Auch in Breslau trat ein „Jüdisches Schwesternheim" ins Leben. — Die Ermordung eines Gymnasiasten in K 0 n i tz gab dem sog. Ritualaberglauben neue Nahrung. — In Köln wurde ein rheinischer Gemeindebund begründet. — Auf Anordnung der Polizei mußte in den Schächten von Borysl aw (Galizien) der Betrieb eingestellt werden, hierdurch fielen Tausende von jüdischen Arbeitern dem bittersten Elend anheim. — In einem Krakauer Nonnenkloster verschwand ein;zjähriges jüdisches Mädchen. Alle Bemühungen des Vaters, seine Tochter wiederzuerlangen, waren vergeblich. — In Lida (Gouv. Wilna) starb ein berühmter Wanderprediger, Moses Isaak, der Kelmer Maggid. — Der Pariser Baron Edmund Rothschild übergab seine landwirtschaftlichen Kolonieen in Palästina der allgemeinen jüdischen Kolonisationsgesellschaft. — In Jaffa landeten viele bulgarische Juden, um nach Jerusalem zu reisen. Angeblich erteilte der Sultan 500 Familien die Erlaubnis, sich in Palästina, bez, im Hauran, auf dem von Baron Rothschild erworbenen Grund und Boden, niederznlassen. Sicher ist es, daß die jüdische Einwanderung aus der europäischen und astatischen Türkei nicht aufhört, während die christliche Bevölkerung des Libanons in großer Anzahl nach Amerika auswandert. — Jerusalem wurde durch Räuber unsicher gemacht. Einmal drangen dieselben in die Wohnung eines jüdischen Händlers ein, obwohl sie gegenüber dem Hause des Gouverneurs und unweit der Hauptpolizeistation der Jaffavorstadt lag. Sie töteten den Händler und seine Frau und nahmen alle Wertgegenstände mit. Seither wurde die Zahl der Vorstadtpolizisten fast verdoppelt. Die Jerusalemer Juden sollen jetzt 44 Vereine haben, die religiösen oder Wohlthätigkeitszwecken dienen. Die Namen einiger dieser Vereine lauten: Gesellschaft der von weltlichen Geschäften Befreiten; Mitternachtsgesellschaft; Fahnedes Gesetzes; Gesellschaft zur Rezitierung der Psalmen; Die auf den Tagesanbruch wartenden. — In der Sahara leben mehr als 25 000 Juden. Manche von ihnen kommen auf Geschäftsreisen, . bei denen sie Frauen und Kinder als Geiseln an ihren Wohnorten zurücklassen müssen, nach Mogador und andern marokkanischen Städten. Durch solche Reisende konnte Miss. Zerbib in Mogador schon mehrfach Bibeln, Neue Testamente und Traktate in Gebiete senden, die dem Europäer unzugänglich sind. Lin Jude aus Abuan, der Hauptstadt von Tafilet, erwarb von Z. kürzlich 2 Kisten voll Bücher für seine Glaubensgenossen in den Landschaften Tafilet und Twat. — In Lincinnati (Ohio) starb der Rabbiner Dr. Isaak M. wise, ein Führer des modernen Judentums in Nordamerika. ZSücheröerichL. M. Kielmann, Stuttgart: I. Urguhart, Die neueren Entdeckungen und die Bibel, 555 S. 4 Mk. — Buchh. Philadelphia, Stuttgart: L. Dietrich, Perlenschatz. E. Sammlung von christl. Spruchu. Liederperlen. 556 S. Geb. 3 Mk. — Jüd. Kurhospital. Kolberg: 25. Jahresbericht. Festu. Jubelschrift. 66 S. — H. S. Hermann, Berlin: I. G. Masaryk, Die Bedeutung des polnaer Verbrechens für den Ritualaberglauben. 95 S. — Berliner Tierschutzverein (Königgrätzerstr. jos): ft Kalender f. $00. 48 S. jo Pf. 2) p. Förster, Tierschutz u. Kirche. E. Wort a. d. Geistlichen. 4 S, 50 Ex. 50 Pf._ Empfangsbescheinigung: Hr. P. B.W., Fr. P. B.-N., Hr. L.-B. je 0,80. Frl. Bl.-Sp. 2. Hr. W.-E. 2,40. Hr. L. S.-Schw. 5,50. Hr. R.-Gr. 4. §r. P. W.-N., Fr. Dr. V.-D., Hr. M.-St. je 5. Fr. v. Tr.-N. 8. Anst. Bethel (aus Amrum) U,8o. Fr. P. M.-Fellb. 55,45. Herzlichen Dank! Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Jahrespreis: 80 Pf. Druck von 3. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.