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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 4 (1900) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
4 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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26 geschaut hat, das bestätigt der Apostel des neuen Bundes durch sein Wort (2. Aor. 5, 2(): ,,Gott hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt". Wo die Sünde waltet, da tritt auch der Tod in sein Recht, denn der Tod ist der Sünde Sold. Des Todes Gewalt aber hat nach.hebr. 2,{% der Teufel. Also hat Gott IEsum, seinen Sohn, in die Gewalt des Teufels dahingegeben. Dies zeigt sich namentlich darin, daß Gott zuletzt von dem Gekreuzigten ferne tritt (Mat. 27,^6). Aber jetzt ist des Teufels Anrecht und Gewalt, die er infolge der Sünde der Menschheit erlangt hatte, an denen völlig gebrochen, die IEsu Thristo angehören. In Christo faßt sich nach Gottes Willen das ganze menschliche Geschlecht zusammen sowohl nach der Seite der Sünde (die ihm auferlegt war), als nach der Seite der Gerechtigkeit und des Lebens. Gr ist ,,der andere Adam." Wie in ihm die Sünde der Menschheit zusammengezogen — und gestraft wurde, so können auch sein göttliches Leben, feine Gerechtigkeit, fein Friede ihre Wirksamkeit unter uns herrlich entfalten. Eure Vater, liebe Freunde aus Israel, haben an dem Gekreuzigten ein schweres Ärgernis genommen. Sie hatten gehofft, daß der Messias das verhaßte Römerjoch abschütteln und als König von Israel sein Reich in irdischer Pracht und Herrlichkeit aufricbten werde. Als ihre irdischen Hoffnungen von IEsu nicht erfüllt wurden, wandten sie sich enttäuscht von ihm ab und erfüllten sich mit Haß gegen ihn. Sein Tod galt ihnen als sicherer Beweis seiner Verwerfung von Gott. Und Ihr, meine Freunde, befindet Euch in Übereinstimmung mit Euren Vätern. Auch Ihr wollt ihn nicht als Euren HErrn und HEiland annehmen. Aber haben denn Eure Väter Recht gehabt, als sie Christum verwarfen? Nach Euren heiligen Schriften ist das Kennzeichen eines echten Israeliten das treue Festhalten an seinem Bundesgott, die unauslöschliche Sehnsucht nach völliger Vereinigung mit demselben (ps. 73, 25 f.; H2, 2f.). Nun steht aber zwischen dem heiligen Gott und dem Menschen die Scheidewand der Sünde. Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit kann diese Scheidewand nicht einfach übersehen (ps. 5, 5). Er kann nicht einfach sagen: „Um meiner Liebe zu den Menschen willen erlasse ich euch alle eure Sünden". Damit würden eben Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit nicht zu ihrem Rechte kommen; sie und damit überhaupt die sittliche Weltordnung würden dann in Frage gestellt. Also muß vor allen Dingen die Scheidewand zwischen Gott und den Menschen niedergerissen werden. Ist das geschehen, so kann das heiße Verlangen des Menschen nach Gottesgemeinschaft befriedigt werden. Dann kann ihn Gott als rechter Vater an fein Herz drücken und ihn der Teilnahme an all' seiner Herrlichkeit versichern. Da nun ohne Blutvergießen keine Sündenvergebung geschieht (Hebr. 9, 22), so ist ein blutiges Opfer unbedingt nötig. Das eine vollkommene, Ief. 53 geweiffagte Opfer aber hat am Kreuzesstamme Christus dargebracht, indem er sich selbst opferte. Also hat Christus gerade das ausgeführt, woran einem echten Israeliten gelegen sein muß.

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