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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 3 (1900) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
3 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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22 auch vielleicht nicht gerade notwendig war, der aber, wenn Israel durch feine Lelbsterlöfung zur vollen Mannheit gekommen fein wird, ebenso aufgegeben werden muß, wie es angeblich feine politische Selbständigkeit aufgegeben hat. — Und der liebe Gott? Ja, wenn die Menschen erst sich selbst erlöst haben durch selbstgeschaffene Liebe, dann haben sie ja damit bewiesen, daß sie in dem tiefsten Grunde ihres Wesens ihn nicht als Helfer brauchen. So werden sie ihn dann in ihrem selbstgeschaffenen Paradiese auf ihrer Domäne, der Erde, immer mehr vergessen. Sie werden ihren himmlischen Vater verlassen, den Gütern der Erde anhangen und in ihnen selig sein. Aber „irret euch nichts, spricht der Apostel Paulus, einer der besten Juden, die je gelebt haben, „Gott läßt sich nicht spotten. Was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird vom Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird vom Geist das ewige Leben ernten". _ L. Billig. Zu Luk. 22, 36. 38. Die Jünger ILsu deuten hier das Wort vom Schwert ebenso buchstäblich, wie sie früher ihres Meisters Warnung vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer auf eigentliches Brot bezogen, während der Erlöser im letzteren Fall (Mat. \<s) sie sofort über ihr Mißverständnis aufklärte, überließ er es im ersteren der Zukunft, sie auf die richtigen Gedanken zu bringen. Übrigens fand er selbst schon bald darauf Gelegenheit, jenes Bild der falschen Deutung zu entziehen (Mat. 26, 52). Noch jetzt redet man im Morgenlande vom Schwert auch in bildlichem Sinne. Ein türkischer Offizier, 'mit welchem der deutsche Pastor Brockes das Schwarze Meer befuhr, erzählte, sein Großvater, der Agha (der Stadtoberste) von Merssifun, sei dadurch vor einem Mordanschlag bewahrt worden, daß ein Gastfreund, welcher von demselben Kunde erhalten hatte, ihm sagen ließ: „verkaufe Dein Schwert und kaufe ein Paar Schuhe!" Der dem Tode Geweihte verstand diesen Wink und ergriff alsbald die Flucht. Zu o, 3t>—39. In Tokijo erschien jüngst in japanischer Sprache als dritter Band einer Reihe von Lebensbeschreibungen ein Leben Jesu, nachdem die beiden ersten Bände Buddha und Konfuzius behandelt hatten. Der Verfasser heißt Ueda Bin. Lr hat auf der kaiserlichen Universität studiert, ist aber kein Christ. Am Schluß seiner, den q. Evangelien folgenden Darstellung sagt er: „Das sind die Tbatsachen, welche von dem weitaus größten Teil des Abendlandes mit Bezug auf Jesus Christus geglaubt werden. Ich habe dieselben hier mitgeteilt, nicht um dem Christentum Vorschub zu leisten, sondern nur um meine Landsleute mit ihnen bekannt zu machen. Ich schließe mit den Worten, die ein jüdischer Lehrer gesprochen hat in einer Lage, die der jetzigen Lage unseres Vaterlandes nicht unähnlich war." hierauf folgt der bekannte Rat Gamaliels (Gamliels des Alten). Bins Buch findet weite Verbreitung. Eine japanische Zeitung empfahl es mit Hinweis darauf, daß . es auf geschichtlichen Thatsachen ruhe. „Jedermann," schreibt sie, „ist nun in den Stand gesetzt, sich aufs beste über Christus zu unterrichten, der ja ein großer Lehrer und Genius der Welt für alle Zeiten ist." — Könnte nicht auch einmal ein wissenschaftlich gebildeter Israelit ein solches Leben Jesu, schreiben und den mit den neutestamentlichen Berichten oft so wenig vertrauten Gliedern der Synagoge in die Hand geben? Auch sein Buch würde mit den Worten aus Apg. 5 einen guten Abschluß finden. Zu JLöm. 1, 16. Ein Feind der Bibel behauptete in einem öffentlichen vortrage von dem im N. T. erzählten Leben Jesu, dasselbe sei eine erfundene Geschichte. Da erhob sich eiu einfacher Arbeiter und sagte: „vor 30 Jahren war ich eine Schande meiner

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