Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 56 (1900)
- Issue
- 3 (1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. 3. —— 56. — 1900. Anstatt: warum die Juden nicht Christen werden können. — Zu Luk. 22, 36. 38. — Zu Apq. 5, 85—.'.9. — Zu Nöm. I, 16. — Das Bannner ILsu. — Die Londoner Iudenmission in Berlin 1899- — Todesfälle 1899- — Aus der jüdischen Presse. — Tmpfangsbescheinigung. Warum die Juden nicht Christen werden Können. (Schluß.) ' Es ist doch eine Verkehrung, wenn Herr L. das Gericht Gottes, durch welches Israel feine Selbständigkeit verloren hat, als eine That Israels rühmt, indem er S. 8 schreibt: „Die nationale Selbständigkeit mußte aufgegeben werden. Denn der Gott, der Israel offenbart ist, ist der Gott aller Völker." Nicht „aufgegeben" hat ja Israel feine nationale Selbständigkeit, sondern sie ist ihm durch Gottes schwere Gerichte genommen worden, wie es ihm wieder und wieder in seinen Weissagungen gedroht worden war. Es hat sich in dem erbittertsten Aampfe, den die Weltgeschichte kennt, dagegen gesträubt, als man sie ihm nahm. Und noch immer protestiert Israel durch das Gesetz, nach dem es lebt oder doch zu leben vorgiebt, durch Beschneidung und Sabbath, durch Essen und Trinken und durch seine sonstigen Sitten dagegen, daß ihm die nationale Selbständigkeit genommen und dadurch die Eigentümlichkeit seines Volkslebens unterdrückt oder wenigstens in hohem Grade gehindert worden fei. Die Juden wollen Juden bleiben auch mitten unter den Völkern, die sie ausgenommen haben. Wenn sie das leugnen oder doch zu leugnen scheinen, so betrügen sie sich selbst. Und sie müssen ja, solange sie Juden bleiben und eine besondere Gemeinschaft bilden, ihre Eigentümlichkeit festhalten und darum auch auf eine Wiedergewinnung ihrer nationalen Selbständigkeit hoffen, weil sie sonst den Rest des ewigen Bundes aufgeben, den Gott mit Israel geschloffen, wie denn hr. L. 2. sO mit Nachdruck den großen Vorzug hervorhebt, den Israel vor allen Völkern damit voraushabe, daß es das auserwählte Volk. Gottes sei. Er vergißt dabei leider, daß das Gesetz der Auswahl, nach welchem Gott Israel als sein Volk aus allen Völkern auserwählt hat, auch durch die ganze Geschichte Israels bis ans Ende hindurchgehen muß, wie wieder und wieder die Propheten bezeugt haben, daß nur ein Rest zur Erlangung dessen kommen wird, was dem Volke verheißen ist. „Ein heiliger Same" wird solcher Rest sein, aus welchen: das wahre Israel hervorwächst. Dieser Same wird wahrlich einmal nicht stolz darauf sein, daß er dem Fleische nach von Israel stammt, das Kgl.Bibliothßk 15. hloq