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Dibre Emeth · 1900-01-01 · 1 (1900) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
56 (1900)
Issue
1 (1900)
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 bin ich verworfen einmal und läßt mich mein Vater nimmer wiederholen, so sei es; ich kehre nicht zurück. Das ist insgeheim nur zu oft noch euer ciuzigcr Mille, verirrte Länder, und es fehlt wohl garnicht au beifälligen Bewunderern, wenn ihr ihn aussprechet und vollzieht. Aber wehe der schrecklichen Folgencktigkeit; wehe denen, die auch dann ihren Eigenwillen nur fortsetzen, nachdem sie ihre Scheidung von Gott erkannt haben, die den Millen nur haben, ein letztes Trauerspiel ans sich selbst zu inachen, es gehe, wie es gehe! (K. I. Nitzsch.) In JoK. 14, 1. „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet mir wenn ich euch sage: Ich bin bei euch alle Tage, Ich bin eures Lebens Licht, Eurer Kerzen Zuversicht, Denn ich löse jede Frage Und ich stille jede Klage Die mich an um Hilfe spricht, weil ich euch im Kerzen trage, Für euch in den Tod mich wage, Kommet ihr nicht ins Gericht. Glaubet nur, was ich euch sage: Ich bin bei euch alle Tage. Euer Herz erschrecke nicht!" O, wie könntet! wir erschrecken, Menu des Lebens Schmerz nnd Not Und die Sünde und der Tod Nach uns aus die Arme strecken, Um mit Nacht uns zu bedecken, Da ein selig Morgenrot Durch der Liebe Machtgebot Uns vom Tode wird erwecken? Zwar erschrecken müßten wir, Hätte unser Herz von Dir Nicht des Glaubens Trost empfangen. Doch Dein Hnnme! ist schon hier Mit dem Morte ,,Glaubet mir!" Uns iin Kerzen aufgegangen. (Auguste Gräfin Lgloffstein.) Jie Wiöetkenntnis unserer Gebildeten. Mieder wird ein Fall zu diesem traurigen Kapitel der Zeitgeschichte gemeldet. Auf der!5ynode zu Pattensen in Hannover bekundete ein Kirchenvorsteher, Geheimrat v. Bennigsen, der frühere Oberpräsident, seinen Unwillen über die Erwähnung eines persönlichetl Teufels tu der Liturgie. Er behauptete: „Einen persönlichen Teufe! lehrt weder das Judentum noch das Christentum, sondern nur der Parsismus." Zwei Theologen, Abt I). Uhlhorn und Generalsuperintendent D. Schuster, belehrten ihn eines bessern. Doch hätte es, wie uns der Berichterstatter mit Recht sagt, hierzu nicht erst dieser gelehrten Herren bedurft: auch ein Kalechismusschüler hätte den Unterricht besorgen können. Ire Signaktanöheit ist eine Krankheit, die sich vorzugsweise bei Bahnwärtern zeigt. Infolge jahrelanger Gewöhnung hören diese Leute die Glockensignale endlich garnicht mehr. Sie müssen dann wegen Dienstuntauglichkeit entlassen werden. — Auch manche Christen leiden an Signaltaubheit. Der Schall des göttlichen Wortes läßt sich ■ in ihrer nächsten Nähe immer wieder vernehmen, kommt ihnen aber nicht mehr zum Bewußtsein. Auch diese Taubheit macht dienstuntauglich, wer von ihr befallen ist, verdirbt sich und seine Umgebung. Er ist schuld daran, wenn manches Leben entgleist und das Glück ganzer Familien zertrümmert wird. Ls läßt sich nicht ermessen, wie großes Unheil angerichtet werden kann, wenn man an verantwortlicher Stelle für die Signale des höchsten taub geworden ist. Daher sollten wir, die wir in der Hörweite dieser Signale leben und der abstumpfenden Wirkung der Gewöhnung, also der geschilderten Gefahr ausgesetzt sind, uns von Zeit zu Zeit auf Signaltaubheit hin untersuchen. Finden wir Kraft- und Leblosigkeit in uns, so fehlt es unserm Glauben an der rechten Art, so hat er das göttliche Wort nicht wahrhaft ausgenommen. Bitten wir in solchem Fall den himmlischen Arzt, daß er uns von unserer Krankheit befreie, vor dem bloß gewohnheitsmäßigen, unbewußten Anhören seines Wortes bewahre und auf die uns geltenden Belehrungen und Mahnungen desselben mit voller Aufmerksamkeit und ungeschwächtem Diensteifer achten lehre!

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