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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 9 (1898) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
9 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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72 Wort von der Gnade für Missethäter, von dem Kreuze 3esu, von dem teuern Blut, das alle Sünden tilgt. O, der liebe, heilige Stab, wie hat er uns getragen und getröstet! (D. 3. Ruperti, Generalsup. für Holstein, gest. d. ^6. Mai 4699.) Au 2) 5. 9 11« In der Schrift des Alexandriners philo über die Gesandtschaft an Lajus (Laligula), an welcher letzteren der Verfasser i. 3- HO n. Ehr. teilnahm, kommen folgende Satze vor: „3erusalem ist meine Vaterstadt und die Hauptstadt nicht bloß von 3udäa, sondern auch von vielen andern Ländern wegen der Kolonieen, die wir von Zeit zu Zeit in die benachbarten Länder, nach Egypten, Phönizien, Syrien, sowohl in dessen übrigen Teil, als auch in denjenigen, welcher Lölesyrien genannt wird, ausgeschickt haben, ebenso in die entfernteren Länder, Pamphylien, Eilicien, die meisten Teile von Asien bis nach Bithynien und in das Innerste von Pontus, auch nach Europa, Thessalien, Böortien, Mazedonien, Äolien, Aitika, Argos, Korinth und in die meisten und vornehmsten Teile des Peloponnes. Auch find nicht nur die festen Länder mit jüdischen Kolonieen angefüllt, sondern auch die vornehmsten und berühmtesten 3useln, Euböa, Lypern, Kreta. Ich übergehe die jenseits des Euphrats liegenden Provinzen; mit Ausnahme einiger wenigen werden alle diese wie Babylon und die weiter hinauf umliegenden Herrschaften, welche die fruchtbarsten Ländereien haben, von den 3uden bewohnt." Jüdische Hhronik. Am 25. Mai tagte in Berlin zum erstenmal die Vereinigung der liberalen . Rabbiner Deutschlands. Man beriet über die Barmizwafeier, über die Aufnahme von profelyten, über Trauungen in der Sefira und über Feuerbestattungen. Am \2. 3uli starb der Berliner Rabbiner Dr. 3- Hildesheimer, der Führer der Altgläubigen in Deutschland, 79 3ahre alt. — 3n Nordhausen führte die jüd. Gemeinde einen Sonntagsgottesdienst ein, der vorläufig alle vier Wochen stattfinden soll. Die ersten Andachten wurden sehr gut besucht. — Der Düsseldorfer Verein zur Verbreitung und Förderung der Handwerke unter den 3uden hatte im letzten Rechnungsjahr 92 Lehrlinge und Fachschüler zu versorgen. 3n den Lehrlingsheimen zu Düsseldorf und Köln waren $, bez. \8, an andern Orten 55 untergebracht. — wie in Nachod, so hatten zu Nikolajew am Bug, in 3 jüd. Ackerbaukolonieen des Gouv. Eherson, in 3affy und anderswo die israelitischen Einwohner unter Ausbrüchen des Volkshaffes zu leiden. — Den ln dem ungarischen Dorf 3gar wohnenden 3 jüdischen Familien wurde vom Ortsvorstand ein Stück des Gemeindegrundbesitzes als Friedhof angewiesen. Bei der ersten Beerdigung auf dem neuen Gottesacker hielt der reformierte Pfarrer die Grabrede. — Die in Paris verstorbene Baronin Hirsch setzte in ihrem Testament Legate im Betrage von ^2 Mill. Francs aus. Als Witwe soll sie binnen 3 3^hren mehr als 200 Millionen für Wohlthätigkeitszwecke gespendet haben. — Auf dem internationalen Frauenkongreß zu London redeten auch jüdische Damen. Die eine behandelte die ethische Bedeutung des Vergnügens, eine andere die Ethik des Schenkens, eine dritte die Ferienschulen. — Aus 3affa kommt die Nachricht, daß die Frage nach der Lage des Sambation, des Sabbatfluffes, zur Zeit die dortigen 3uden beschäftigt und sogar Gelder gesammelt werden, mit denen man eine Expedition zur Entdeckung desselben ausrüsten will. Da jenseits des sagenhaften Flusses angeblich die jo verlorenen Stämme 3sraels wohnen, ist jene Bewegung ein Ausdruck der Sehnsucht nach Wiedervereinigung aller zerstreuten 3akobssöhne. Der Sage liegt die Erzählung des 3osephus von einem Fluß bei Raphanea in Syrien zu Grunde, der nur einmal wöchentlich sein Bett, mit Wasser füllte. Heutzutage giebt es dort eine Ouelle, die nur an jedem dritten Tage fließt. — Der Oberrabbiner von Hebron teilt mit manchen andern 3sraeliten den Glauben, daß das 3ahr 666 des 6. 3ahrtausends j. Z. die jetzige Gefangenschaft seines Volkes beendigen werde. Am 5. September ^899 beginnt das jüdische 3ahr 5660. Also würde die große Wendung der Dinge nach 6 3ahren erfolgen, vielleicht steht jene Annahme irgendwie unter dem Einfluß von Offb. *3, {8. Herausgeber: Prediger W. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. 3ahrespreis: 80 Pf. Druck von 3. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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