Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 9 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Cin Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. -MMI Mr. 9. — 55. Jahrgang. — 1899. Inhalt; Zu Jes. 33, ff. — Die Geheiinlehren der Christen. — Die Abrahamshöhlen, die Abrahamsquelle und der Abrahamsteich in Urfa. — Joseph Robinowitsch. — Die neuste Schrift von Dr. Bernhard Lohn. — „Meine Verhältnisse gestatten es nicht/* — Zu Mose 32, il. — Zu Apg. 2, 5. 9—li. — Jüdische Chronik. Iu Je. 33, 17' ff. „Deine Augen werden seh'n Zions Gott in seiner Schöne. Durch die Lande wird er geh'n Und befreien Judas Söhne. Alle Feinde müssen flieh'n, Weil der König seinem Volke Will voran als Sieger zieh'n Wieder in der heil'gen Wolke." Judas Augen sah'n erfüllt, Was Jesaia verkündigt, Sahen Gottes Zorn enthüllt Uber dem, der frech gesündigt. Assurs Stolz und Lug und Trug Sanken in den Staub ergrausend, Denn der Engel Gottes schlug Hundertfünfundachtzigtaus end. Doch noch herrlicher geschah, Was des Sehers Mund versprochen, Als die Zeit des Heilands sah Juda endlich angebrochen, Als der langersehnte Tag Des Messias war erschienen, welcher zu befrei'n vermag Alle, die der Sünde dienen. Gott in seiner Schönheit stand Selber in des Volkes Mitte, Und erweitert ward das Land, Zion wurde Gottes Hütte, weil sich Jesus, Gottes Sohn, Opferte der Welt zu gute Und zum hohen Kreuzesthron Stieg hinauf in seinem Blute. Immer noch erscheinet Gott Schönheitsvoll im Mann der Schmerzen. Doch er zeigt sich nicht dem Spott, Sondern nur dem frommen Kerzen. Der allein, der Buße thut, Trauernd über seine Sünden, Kann durch jenes heil'ge Blut Freien Zugang zu ihm finden. willst du deinen König seh'n, Menschenkind, in seiner Schöne? Laß nicht ab, ihn anzusieh'n, Daß er dich mit Gnade kröne Um des Sohnes willen, der Einst mit Dornen ward gekrönet! In dem Sohn ist Gott der HLrr, Der uns mit sich selbst versöhnet. Die Geheimlehren der Christen. Bei einer Darstellung der christlichen Geheimlehren sind die echten von den falschen zu unterscheiden. Die letzteren hat der menschliche Geist aus sich selbst herausgesponnen, während die elfteren einen höheren Ursprung haben und auf außerordentliche Offenbarungen Gottes zurückgehen. Die echtchristlichen Geheimlehren knüpfen an die echtisraelitischen an. Dies zeigt sich zunächst in der Geschichte ihres größten Lehrers. Man denke an das, was ILsus über das Reich Gottes sagt. Das Geheimnis dieses Reiches (Mark. % (() findet sich bereits im Alten Testament. Israel soll vor Iehovah ein priesterliches Königreich And ein heiliges Volk sein (2. Mose (9, 6). Aber auch andere Völker