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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 8 (1898) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
8 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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6H dies Volk sind nicht unbelohnt geblieben. Die Missionsarbeit ist ja aber eine Arbeit für die Zukunft, und was die Aussaat, die heute geschieht, für eine Ernte bringt, das erfährt man erst später." — Im 56. Jahresbericht des Westdeutschen Vereins für Israel bekennt R Stolle, noch nie seien ihm so merkliche und unmittelbare Erhörungen des Wortes „Bittet, so wird euch gegeben!" zu teil geworden wie i. I. *898. Bei seelsorgerlichen Unterredungen mit Israeliten fand er auch diesmal neben unzugänglichen zum Zuhören willige Kerzen. Auf die Bemerkung, die er bei einem Hausbesuch hörte, man lese lieber Liebesgeschichten als Missionsschriften, antwortete er: „Im Evangelium haben wir die wunderbarste, herrlichste und beseligendste Liebesgeschichte - der Welt. Aber viele Menschen haben noch keinen Geschmack daran, weil sie ihre Sünde noch nicht erkennen und beklagen." Im Bause eines Metzgers, der zuerst keine Schrift kaufen wollte, baten zwei Töchter des Mannes so lange, bis er dies doch that. Der Besucher wurde hierdurch zu der Mahnung veranlaßt: „Werdet wie die Rinder!" Miss. Goldstern erzählt von einem Kaufmann, der noch fest an das Rommen des Messias glaubte, Hochaufgerichtet legte derselbe seine Rechte aufs Herz, dann erhob er die Linke zum Fimmel und rief mit leuchtenden Augen: „Siehe, Menschenwort kann irren; Gottes Wort ist ewige Wahrheit. Der verheißene aber kommt, er kommt gewiß. Diese Gewißheit zu bezeugen, will ich jede Ader meines Leibes mir zerschneiden lassen." G. zeigte aus der Schrift, daß der Verheißene bereits gekommen ist, daß aber der von den Juden verworfene, von den Heiden gekreuzigte Messias in Herrlichkeit wiederkommen und ein ewiges Reich aufrichten wird. In einem badischen Drt öffnete das Gebet des Pfarrers, welches auf eine Missionspredigt von G. gefolgt war, dem Missionar die Thüren zu den jüdischen Däusern. G. meint, in seiner zwanzigjährigen Thätigkeit sei diese jüdische Gemeinde vielleicht die einzige gewesen, in welcher er nicht beschimpft, verspottet oder verflucht wurde. Lin Lehrer fand Iesum, von dem er früher nichts hatte wissen wollen, bei einer schweren Heimsuchung. Als seine Frau im Sterben lag, war er außerstande, sie im Rampf mit der Todesfurcht zu trösten. Dagegen fah er, wie der Zuspruch einer alten christlichen Nachbarin sie beruhigte und erquickte. Jetzt brach der selbstgerechte Riese zusammen, um zu Jesu Füßen das wahre Glück zu erlangen. P. Littwien teilt folgende Äußerung eines elsässischen Israeliten mit, den er nach seiner Stellung zum Zionismus gefragt hatte: „Die Protestanten, welche an die Bibel glauben, haben die ganze zionistische Bewegung ins Werk gesetzt, damit die Weissagungen in Erfüllung gehen und sie Recht behalten." Line von L. getaufte Jüdin war einst mit dem Wunsch, das Ehristentum kennen zu lernen, aber zugleich mit der Bedingung, nicht getauft zu werden, zu ihm gekommen. Indessen hatte Gottes Geist sie allmählich überwunden. Beim Lesen von Ies. 53 rief sie tiefbewegt: „So lieb hat uns Moses nicht gehabt." .Die dankbare Liebe zu ihrem Messias bewirkte, daß sie sich taufen ließ. Im ganzen fanden *3 Taufen statt: sechs in Röln, fünf in Frankfurt, zwei in Rolmar. — Ein Freund der Waldenser lernte *698 das Arbeitsfeld derselben in Rom kennen. Einmal begleitete er Pred. Rostagno nach Trastevere. Hier, im übervölkerten Iudenviertel. bestand im ersten Jahrhundert eine christliche Gemeinde. In einer Rellerwohnung der Via Ag\ Bertani hielt R. eine Bibelstunde, an welcher vier Männer und 3* Frauen teilnahmen. Unter den letzteren, von denen mehrere ein Rind auf dem Schoß hatten, fesselte besonders eine junge Frau in Trauerkleidern die Aufmerksamkeit des Fremden. Die milden Augen blickten traurig. Ihre ganze Erscheinung hatte etwas selbst in guter Gesellschaft Seltenes, vornehmes. Die Hände hatte sie über dem lockigen Haupt ihres Rindes gefaltet, das wie sie schwarze Haare und Augen, sowie eine gebogene Nase zeigte. Der Besucher erfuhr nachher, das es eine junge jüdische Witwe war. Man sagte ihm, sie komme eifrig zu diesen Versammlungen. — In England bezeugte die anglikanische Rirche seit *897 amtlich mehrfach ihre Teilnahme an der Mission unter Israel, hierdurch wurde die L. I.-M. veranlaßt, sich an die Landdekane mit der Bitte zu wenden, die Geistlichen auf das wirken der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von 3. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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