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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 8 (1898) · page 1

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Journal
Dibre Emeth
Volume
55 (1899)
Issue
8 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ML Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 8. — 55. Jahrgang. — 1899. Inhalt: Die Ethik des Judentums von Professor m. Lazarus. — Zu Rom. 8, \ f. — Zu Eph. 6 , 5—8. — Zum Nachdenken. — Kleine Missionszeitung. Die Eihik des Judentums von Professor M. Lazarus, beleuchtet von einem evangelischen Theologen. Es ist sehr erfreulich, daß eine so hervorragende wissenschaftliche Kraft wie Herr Professor Lazarus sich an die ungemein schwierige Aufgabe gemacht hat, die Ethik des Judentums darzustellen. Dies ist zunächst darum erfreulich, weil feit den ältesten Zeiten keinem Volke der Welt so hohe ethische Ideale von Gott gestellt und so gewisse Verheißungen gegeben sind, daß es diese Ideale auch erreichen werde, wie dem Volke Israel. Auch Israels zeitliche Abkehr von den Idealen hat diese Verheißungen nicht zu nichts gemacht: nach Gottes Wort wird Israel als Volk durch Gottes Gnade aus seiner jetzigen Versteinerung zu neuem Leben erweckt werden und seine alten Ideale wieder suchen und finden. Sodann muß ja eine ernste, aufrichtige Beschäftigung mit der Ethik eines Volkes, dem solche Ideale und solche Verheißungen von Gott gegeben sind, mit Notwendigkeit zur Vertiefung der Selbsterkenntnis, dieser Wurzel alles wahrhaft ethischen Verhaltens, führen. Aber kein Mensch vermag fich selbst zu erkennen, wenn er nicht zugleich die rettende Kraft verspürt, die ihn heraus hebt aus dem Dunkel und der Tiefe zu dem Lichte und der Höhe des ihm gestellten Ideals. Israel vermag sich selbst nicht zu erkennen, solange es nicht fein persönliches Ideal, seinen Messias, gefunden hat, den alleinigen Weg, auf welchem es das Ideal erreichen wird. Er kam in fein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Das Licht scheint in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen. Doch es scheint noch immer und wird auch Israels Finsternis gewiß überwinden, daß die Decke Moses, welche die Kinder Israel bisher verhinderte, den Glanz der Herrlichkeit Gottes zu schauen, die auf Ehristi Angesicht leuchtete, fortgenommen wird. Aber wird das Werk des Herrn Prof. L. dazu beitragen, diese Decke wegzunehmen? Da müßte es in dem Licht der über Israel aufgegangenen Herrlichkeit Gottes auf ein neues Israel Hinweisen, es bemüht sich aber vielmehr zu zeigen, wie dies Volk immer das alte und selbige geblieben ist. Nach Dr. Seligmann, an dessen Inhaltsangabe in der A. Z. d. I. '(H899, Nr. 2—5) wir uns halten, hat Prof. L. den überzeugenden Nachweis geführt, daß Israel trotz aller zeitlichen Verschiedenheit

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