Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 6 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ibre Wmeth. ■mm Cm Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 6. — 55. Jahrgang. — 1899. Inhakt: Der Apost?l Petrus und die römisch-katholische Kirche. — Die Religion Lessing s und Mendelssohns — Bei Missionsversammlungen und in Missionsschriften. — Ein Wendepunkt im Leben. — Zum Nachdenken. — Gebet. — Zu 2. Korinther V 16—18. — Zu Mark. 10, 27. — Das evangelische Hospiz in Böhmen. — Empfangsbescheinigung. Der Apostel Petrus und die römisch-katholische Kirche. Von Dberamtsrichter F. Seebaß in Helmstedt. Die Dinge um uns her sind einem steten Wechsel unterworfen. Ein philosophisches System löst das andere ab; eine naturwissenschaftliche Hypothese verdrängt die andere; Rechtsordnungen kommen und gehen; die sozialen Anschauungen der Menschen unterliegen der Veränderung. Aber der für die Ewigkeit geschaffene Mensch trachtet nach etwas Bleibendem. Von dem schwankenden Boden rein menschlicher Ansichten sehnt er sich nach einem festen Wege, der ihn sicher zu seinem hohen Ziele führt, nach einem Felsengrunde, der nicht wankt und weicht. Wo ist dieser feste Weg, wo der ersehnte Felsengrund zu finden? Uns ist beides gegeben. Gottes Wort ist der rechte Weg und der Fels, der fester ist als Granit und Diamant. Denn das Wort Gottes, das die Wahrheit ist, bleibt in Ewigkeit. Es ist aber das Los der Wahrheit, kämpfend sich zu behaupten und kämpfend die Herzen für sich zu gewinnen. Das hervorragendste Beispiel für die Richtigkeit dieser Behauptung bietet Ehristus selbst. Auch ihm ist der Kampf nicht erspart geblieben. Nicht nur mit seinen Feinden und ihren Tücken hat er zu ringen gehabt: auch die verkehrten Anschauungen seiner Jünger haben ihm Mühe verursacht. Aber er ist der Wahrheit immerdar treu geblieben; er hat das Bekenntnis seiner Gottessohnschaft vor dem Hohenpriester Kaiphas abgelegt, obwohl er wußte, daß die Juden solch' mutiges Bekenntnis benutzen würden, um den größten Mann ihres Volkes zu verdammen und zum Tode zu bringen. Der Kampf um die Wahrheit setzte sich fort durch die Jahrhunderte, bald stärker, bald schwächer, heiß entbrannte dieser Kampf wieder im s6. Jahrhundert bei der Reformation. Er hat seitdem nicht aufgehört. Er soll aber niemals zum Selbstzweck werden, sondern stets so geführt werden, daß durch ihn nicht Verbitterung angerichtet, sondern der Wahrheit und dadurch auch .dem Frieden gedient werde. Von diesen Gesichtspunkten aus erscheint es uns nicht unwichtig, bas obige Thema einmal öffentlich zu erörtern. Der Apostel Petrus genießt in der römisch-katholischen Kirche ein besonderes Ansehen; -ihn sieht man dort als den ersten Bischof von Rom an,, und die KsI.Bibliotliek i2.VH.ssj