Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 4 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ibkk Mmeth. Nonatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Mr. 4. — 55. Jahrgang. — 1899. Anhakt: Zur Beurteilung von Renans Leben JEsu. — tzoltzheuers Lheistologie. — An einen kanadischen Rabbiner. — Ankunft in Nazareth. — Zu Jos. J, 8 und ps. I, 2f. — Zu CDff. 6, 2. — Kleine Misfionszeitung. Jur Beurteilung von Renans „Beben JEfu." Der französische Orientalist Ernst Renan war ein Sohn der alten Bretagne. Er wurde 1823 zu Treguier (Dep. Totes du Nord) geboren. Im bischöflichen Seminar S. Sulpice studierte er die römisch-katholische Theologie, um Priester zu werden. Aber je mehr er sich mit dem Gedanken, in diesen Stand einzutreten, vertraut machte, desto weniger fühlte er sich für denselben veranlagt. Im Alter von 22 Jahren brach er völlig mit seiner Vergangenheit. Er entfloh der Theologie, und widmete sich fortan orientalischen Studien. 1860 besuchte er irrt Auftrag Napoleons III. zu wissenschaftlichen Zwecken phönizien. Von hier aus reiste er nach Palästina, wo seine Einbildungskraft mächtig angeregt wurde und der Plan in ihm entstand, das Leben JEfu in -der Form eines Runst- und Geschichtswerkes darzustellen. Nachdem er den Entwurf eines solchen in der Hütte eines Nkaroniten auf dem Libanon zu Papier gebracht hatte, veröffentlichte er in Paris 1863 4x\s Professor am (Lollege de France das fertige Buch. Die Folge war feine Amtsentlassung. Erst 187J durfte der vom Papst unö von der Geistlichkeit Bekämpfte, der sich inzwischen auch in Egypten aufgehalten hatte, seinen Lehrstuhl wieder besteigen. 1878 wurde er zum Mitglied der pariser Akademie der Wissenschaften ernannt. I892 starb er. Reine von den zahlreichen Schriften Renans verursachte s. Zt. so viel Aufsehen wie seine ,<Vie de Jesus.“ In viele Sprachen übersetzt, rief sie auch allerorten Gegenschriften hervor. Obwohl die echte Wissenschaft sein Buch längst überwunden hat, ist es immer noch nicht -der verdienten Vergessenheit anheimgefallen. Deshalb darf man es noch nicht unterlassen, demselben entgegenzutreten. Einige Beiträge zur Beurteilung dieses „Lebens IEsu" folgen hier. ,,(Siebt es wirklich Wunder, so ist mein Buch nur ein Gewebe von Irrtümern," schreibt Renan selbst von seiner Arbeit. Wir sagen: Dies Buch ist ein Gewebe von Irrtümern, denn es giebt Wunder. In eine Wunderwelt sehen wir hinein, wenn wir uns mit den Gestirnen näher beschäftigen. Insonderheit ist die Bewegung der Himmelskörper aus natürlichen Ursachen allein nicht zu erklären. Das von Newton