Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 55 (1899)
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2554541-2555128-2555130--09883-2566084- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ein Älonatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 2. — 55. Jahrgang. — 1899. Inyatt: Li» jüdischer Sänqn des Messias. — Die Nachtgesichte des Propheten Sacharja. — Israel und feine Bibel. — Zur Erinnerung an die deutsche Rirchweihe in Jerusalem. — Zu Jesaia 39, h. — Ueber angeblich unwürdige Vorstellungen von Gott im A. T. — Francois Loppse über Wunder. — Zum Nachdenken. — Jüdische Chronik. Ein jüdischer Sänger des Messias. Schon ehe Sudermann mit seinem „Johannes" an die Öffentlichkeit trat, versuchte ein uns bekannter jüdischer Arzt den letzten Teil der irdischen Geschichte JEsu dramatisch zu behandeln. Zwar soll die bisher noch unvollendet gebliebene Dichtung den Titel „Judas Jscharioth" erhalten, thatsächlich ist es aber der HEiland, den sie verherrlicht. Wichtige Stücke der n. t. Berichte finden wir hier wieder. Jm 2. Akt betet JEsus das Unser Vater. Er erklärt das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld. Er heilt einen Blinden, einen Lahmen und den Unecht des Hauptmanns von Uapernaum. Dann folgt die Bergpredigt im Auszug, hieran schließen sich an die Gespräche des Erlösers mit den Pharisäern über den Zinsgroschen, mit denSadducäern über die Auferstehung. Auch die Fragen nach dem vornehmsten Gebot und nach der Davidssohnschaft des Davidsherrn fehlen nicht. Nachdem der Dichter eine Rede JEsu im Hause Simons des Aussätzigen und die Salbung durch Maria von Bethanien mitgeteilt hat, läßt er uns im 3. Akt von dem Griechen Eteokles den Einzug des HErrn in Jerusalem schildern, um uns hierauf zu Zeugen der letzten Abendmahlsfeier zu machen. Der % Akt führt in die Ratsversammlung, welcher Uaiphas seinen haß gegen den Nazarener einflößt. Der gewissenlose Priester. Aristobul, immer aufseiten der Partei die ihm am meisten zahlt, erhält 20 000 Drachmen, damit er JEsum vernichte. Er bewegt Judas zum Verrat des Meisters und findet ihn mit 30 Drachmen ab. hier endet die uns zur Aenntnisnahme überlassene Handschrift. Von Einzelheiten seien nur folgende erwähnt. In der Unterredung, welche die Schwestern von Bethanien mit einander führen, sagt Maria: „IGsus von Nazareth, der Gottgesandte, Zieht heute bei. uns ein, und seiner Lehre Gewaltiges wort wird bald die Welt erobern. Wenn herrlich dann erglänzt mit schönem Strahl Des neuen Tages holder Morgenschein, Dann wird Ein Hirt und Eine Herde sein." Das Volk ruft nach jedem Wunder des HEilandes: „Dem Sohne Davids Heil, dem Gottgesandten! Heil dem Propheten! Dem Messias Heil!"