Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 12 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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96 Nachdem dieser eine Reihe von Vorträgen über das Leben ILsu, die durch Lichtbilder erläutert wurden, gehalten hatte,, bat neben andern Zuhörern ein junger Israelit um weitere Unterweisung. Der junge Mann wird wegen seiner Hinneigung zum Evangelium von seiner Mutter heftig angefeindet. „Ich wollte Dich lieber tot sehen, als daß Du ein Ehrist wirst," sagte sie zu ihm. Aber er ist entschlossen, seinen Glauben durch Wort und Wandel öffentlich zu bekennen. jeg6 zählte auch die Gemeinde in Rom einen Iudenchristen zu ihren Mitgliedern. — Die Französische Gesellschaft z. E. I. sucht einen Missionar für Paris. P. Borloz in Oran wendet oft den Gesang geistlicher Lieder als Missionsmittel an. Er meint, der Gesang beruhige, während das Religionsgesxräch errege, auch seien Reim und Musik dazu dienlich, die Worte dem Gedächtnis zu erhalten, aus dem sie dann ins Herz Vordringen können. Eine der Reden, die beim jo. Iahresfest gehalten wurden, betonte die Notwendigkeit, die Christen an den vielfach vergessenen jüdischen Ursprung des Erlösers zu erinnern. Ein zur ref. Kirche gehöriger junger Mann war empört darüber, daß jemand behauptete, IEsus sei ein Jude gewesen. „Nein", ries er, „IEsus ist ein Presbyterianer." — Miss. Zucker von der, einer kräftigeren Unterstützung bedürftigen Briti sch e n Gesellschaft f. d. I. wurde nach der Taufe eines seiner Zöglinge an der Kirchthüre von einetn fanatischen Juden erwartet. Dieser, außer sich vor Wut über das Ereignis, dessen Zeuge er gewesen war, erklärte, er würde den Missionar totschlagen, wenn er sich nicht fürchten müßte, hierdurch der jüd. Gemeinde zu schaden. Jetzt ist der Mann anderes Sinnes geworden. Er hatte eine fromme Christin zur Frau, obwohl er die Iudenmission grimmig haßte. Nun starb dieselbe nach langer Krankheit, nachdem sie ihn gebeten hatte, zu IEsu zu kommen oder wenigstens solche Israeliten nicht mehr auzufeinden, die ILsum als ihren Erlöser annähmen. Als der Witwer dein Missionar wiederbegegnete, äußerte er sein Bedauern über jenen Wutausbruch. Möge das Vermächtnis feines Weibes ihn noch weiter führen l — In einer englischen Stadt wurden besondere christliche Gottesdienste abgehalten. Unter den Berichterstattern erschien auch ein junger Jude. Dieser verhehlte seine Verachtung für alles, was er hörte, in keiner weife. Schließlich aber veränderten sich feine Miene und fein ganzes Benehmen wunderbar. Er lauschte jetzt den Reden mit großem Eifer. Man fragte ihn, was den augenscheinlichen Wechsel herbeigeführt habe. Er antwortete: ..Ich habe Christum gefunden, während ich meine Aufzeichnungen machte." — In Jerusalem ist das neue Missionshospital aus dem Kampf mit seinen Gegnern als Sieger hervorgegangen. Unterm 26. Juli meldete der Oberarzt, daß es voll fei. In der Woche zuvor beherbergte es jüd. Kranke: \7 Männer, 24 Frauen und Kinder. Die Feindschaft dauert übrigens noch fort. Im Blick auf die Verfolgungen, denen die jüd. Besucher des Dauses ausgesetzt sind, schreibt der Arzt: „Man hätte es früher schwerlich gedacht, daß Juden gegen ihre eigenen Leute so grausam sein können." — Die Mission des Predigers Bishop unter den Juden von Kotschin (Südindien) wird von den dortigen Katholiken angefeindet. In Mala predigte der Missionar vor der Synagoge. In der Vorhalle der letzteren wurde mit 18 jüd. Kindern eine Missionsschule eröffnen Auch an q. andern Orten des Landes sollen Schulen errichtet werden. Als Mittelpunkt für die Arbeit soll Ernakulam dienen. — Unter den chinesische n Frauen arbeitet als Missionarin eine Enkelin des bekannten Sir Moses Montefiore. Durch eine fromme amerikanische Erzieherin für das Evangelium gewonnen, verzichtete sie ihrer christlichen Überzeugung zulieb auf ihr reiches Erbe. Nach ihrer Taufe gedachte sie in Berlin in den Diakonissendienst einzutreten, mußte aber hier vor den Angriffen jüdischer Feindseligkeit unter den Schutz der englischen Gesandtschaft flüchten. Unter Hudson-Taylor dient sie nunmehr der Lhina-Inland-Mission. Dieser Missionsmann stellt ihr das Zeugnis aus: „Sie ist meine wertvollste Arbeiterin im Dienst des HLrrn". — Einer Deputation der L. I.-M., welche in diesem Frühjahr in Canada erschien, gelang es vielerorten ein lebhaftes Interesse an der Mission unter Israel zu wecken. Anzeige. Der Zutritt zu den im Berliner Brüdersaal, wilhelmstr. ^36, an jedem Donnerstagabend um 8 Uhr stattfindenden Vorträgen steht jedem unentgeltlich frei. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße j3. Verlag: Goßnerfche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 60 Pf. ‘.uv- Druck von 3* Mindolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.