Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 12 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 12. — 54. Jahrgang. — 1898. Inhntt: Erwacht! — Die wandelndeil Wälder im Buch der Richter und in Shakespeares Macbeth, verglichen mit denjenigen unserer weihnachtsinärkte. — Wachnacht und Weihnacht. — Aleine Missionszeitung. — Anzeige. .. . . Erwacht! Hört, was die Donnerstimme spricht, Die alle Finsternis durchbricht: Ihr Menschen in der Sündennacht, Erwacht, denn IEsus kommt, erwacht! Zu uns wird Gottes Lamm geschickt, Oie Schuld zu tilgen, die uns drückt. Auf, laßt' uns ihm entgegengeh'n Und reuig um Vergebung steh'n! Auf aus der Trägheit! Macht den Geist von allem los, was irdisch heißt! Jetzt kommt der neue Stern heran, -- Oer allen Schaden wenden kann. Daß, wenn er zum Gericht sich hebt Und alle Welt vor'Schrecken bebt, wir, von . dem Sündenstuche rein, Mit ihm zum Himmel gehen ein. (A. R. nach einemlateinischen Kirchenlied des 8. Jahrhunderts.) Nie wandelnden Wälder im Huch der Richter und in Shakespeares Macbeth, verglichen mit denjenigen unserer Weihnachtsmärkte. Die Dreisam ist ein Flüßchen des Schwarzwaldes, welches aus der Vereinigung dreier Bäche entsteht und zuerst durchs „Höllenthal", dann durchs „Himmelreich" fließt. Ein beliebter Volksschriftsteller, G. Weitbrecht, gab drei seiner Erzählungen den gemeinsamen Titel Dreisam. Eine Dreisam wird auch der nachfolgende Aufsatz darstellen. Die drei Gegenstände, mit denen er sich. beschäftigen soll, liegen einerseits weit auseinander, andererseits sind sie aber mit einander verbunden. Was sie aneinander knüpft, ist der Wald. Der Wald kann als eine Stätte der Unwirtlichkeit und Unheimlichkeit, als ein Ort der Schrecken betrachtet werden. So erscheint er auf einem allegorischen Bilde, welches i. J. ^96 im Schaufenster einer Berliner Kunsthandlung zu sehen war und welches die Unterschrift trägt: „Das Schweigen im Walde." Vor allen: aber gilt uns der Wald als Spender reiner Freude. Mt welchem Entzücken preisen unsere edelsten Sänger seine Reize I Indessen handelt es sich im Thema nicht um den Wald als solchen, mag derselbe unbehagliche oder angenehme Empfindungen in uns wecken, sondern um den wandelnden Wald, um den Wald, der aus sich heraustritt. Wie ist das zu verstehen? Ein Zauber läuft hierbei nicht mit unter, wie etwa die muhammedanische Sage von einem Baum berichtet, der sich durch den Erdboden hindurch iMRihlinthal, VT r>n