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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 8 (1898) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
8 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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6% von den Missionsarbeitern in Köln 6, in Frankfurt a. M. 5 Israeliten der Kirche zugeführt. Line in Kolmar unterrichtete Familie gehört jetzt einer evangelischen Gemeinde Straßburgs an. Line Missionsschülerin in Köln wurde von ihren verwandten am Übertritt gehindert. Auch ein älteres Ehepaar im Elsaß, welches längere Zeit unter christlichem Einfluß gestanden hatte, wurde durch ein Familienglied, den Sohn, von weiteren Schritten zurückgehalten. -Der junge Verteidiger des Judentums verlangte von seinen Eltern, daß sie sofort alle christlichen Schriften beseitigen und jede Verbindung mit dem Christentum aufgeben sollten, widrigenfalls wollte er den Rabbiner und die ganze Verwandtschaft zusammenrnfen und die Eltern bloßstellen. Bei einem Arzt in Frankfurt brachten es seine „christlichen" Freunde dahin, daß sein Verlangen nach Wahrheitserkenntnis wieder erkaltete. Ein junges Mädchen hatte wegen ihrer Glaubensüberzeugnng schwere Kämpfe zu bestehen, vergeblich schlugen ihre Eltern ihr mehr als einen reichen Freier als Ersatz für ihren Christenglauben vor. Vergeblich wandten sie zuletzt auch Strenge und L)ärte an. Obwohl das Herz der Jungfrau bei dem Gedanken an eine Trennung von der Mutter blutete, konnte und wollte sie ihren HEiland nicht aufgeben. Der Ortspfarrer, zu dem sie in ihrer Bedrängnis floh, schreibt: „Unwillkürlich wird man an Matth, jo, 37 gemahnt und sieht sich in seinem Glauben beschämt und gestärkt zugleich." Hier und da bricht sich auf dem Arbeitsgebiet des Vereins die Erkenntnis Bahn, daß die evangelischen Geureinden die Pflicht haben, das einst von den Juden uns zugekommene ihnen wieder zukommen zu lassen, wie sehr die christliche Liebe des Missionars Arbeit erleichtern kann, ersieht mall z. B. daraus, daß an eiliem Ort dank der Verehrung, welcher sich die Pfarrfamilie erfreut, fast alle jüdischen Familien willig wareli, den Sendboten des Vereins anzuhören. Anderswo veranlagte eine treue christliche Magd die Enkelin ihrer alten, schwerkrauken Herrin dazu, die Frage aller Fragen aufzuwerfen und sich vou dem ITÜfftoimt beantworten zu lassen. — In Konstautinopel wirkt jetzt als Missionar der schottischen Freikirche JP. Waüace. Beim Antritt seines Amtes versandte derselbe eine Art Programm, um dies Amt gegenüber Gleichgültigkeit und Mißtrauen ins rechte Licht zu setzen. Er schreibt hier: „In unserm aufgeklärtell Zeitalter, wo man sich liicht luehr am Gängelbande führen läßt, wo jedermann nach dem evangelischen Grundsatz: „prüfet alles unb das Gute behaltet!" handelt und stolz ist auf sein freies, selbständiges Urteil, sollte man in der religiösen, der wichtigsten aller Lebensfragen, gleichermaßen handeln." Er will nun zur Bildung eines objektiven, auf eigener Anschauung beruhenden Urteils durch öffentliche Vorträge und persönlichen Verkehr mit einzelnen, sowie durch regelmäßige Versendung zweckentsprechender Schriften beitragen. Eröffnet wurde die Schriftenverfludung mit einem in Konstautinopel gedruckten Vortrag des neuen Missionars. — Am Ostersonntag wurden die neuen Glocken der Jerusalemer Lhristuskirche zum erstenmal geläutet. Bei denjenigen der ihrer baldigen Vollendung eutgegeugehenden Erlöserkirche war dies bereits in der Neujahrsnacht der Fall. Die drei Glocken dieses deutschen Gotteshauses' tragen als Inschriften die Verse Jes. §o, \ ». 2a, Hebr. 9, j2b, Gal. % 26. Das Syr. Waisenhaus in Jerusalem wurde durch einen Neubau erweitert. Ende ^897 zählte die Anstalt 285 Insassen, hierunter arabische und 55 armenische Zöglinge, wie ihre Vierteljahrsschrift, -„Der Bote aus Zion", berichtet, besuchten diesmal zu Ostern viele Fremde die heilige Stadt. Alle Festlichkeiten, auch die gleichzeitigen der Muhammedaner an dem sog. Grabe Moses, verliefen ohne jede Störung. Dasselbe gilt von dem zur Erinnerung an Abrahams Opfer dienenden Bairamfest, welches Heuer auf den \. Mai fiel. Dies Fest wird allemal am Vorabend von der Zitadelle aus mit Kanonenschüssen angekündigt. Auf dies Zeichen muß jede muhammedaniscbe Familie über der Thürschwelle ein Tieropfer darbringen. Gewöhnlich schlachtet mm Schafe, deren Fleisch dann am Festtage selbst verspeist wird, wenn irgend möglich, erscheint am Bairamfest jeder in neuen Kleidern. Auf dies Fest unternimmt man auch die Pilgerfahrt nach Mekka, wo nach dreitägigem Fasten und Beten ebenfalls ein Opfer dargebracht wird. Diesmal traten angeblich nur zwei Jerusalemer die Reise nach Mekka, die dem Teilnehmer die würde eines „Hadsch" eiubringt, au. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße j3.v v.rlag: Goßnerfche Missionsbvchhandlung, Friedenau-Berlin. Jahrespreis: s'o pf.< Druck von g. Windolff, Berlin S.W., Lharloltenstraße 88.

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