Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 8 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 8. — 54. Jahrgang. — 1898. Inhalt: Der tiefste Sckmerz und die höchste Freude. — Eine Soldatenprediqt über Jona 8. j—Z. — Neues aus Abessinien. — Dom wahn zur Wahrheit. — ILsus und das Alte Testament. — Zu pMI. 2\ — Zu Wffbg. 22 t-5. — Znm zehnten Trinitatissonntag. — Kleine Missionszeituna. Der tiefste Schmerz und die höchste Freude.*) Rennst du die höchste Freude, kennst du den tiefsten Schmerz, Die jemals mag erfahren, o Menschenkind, dein ^erz? Wohl giebt es manchen Jammer und manche harte (Qual Und viele schwere Nöte in diesem Thränenthal. Doch alle Sorg' und Mühe und Not um irdisch Ding, So sehr sie dich auch drücken, sie scheinen dir gering, Wenn im Gericht des höchsten die arme Seele steht Und unterin Druck der. Schulden vor Ängsten schier vergeht, Wenn mit dein ew'gen Tode sie voll Verzweiflung ringt Und jammernd ruft: „Ist keiner, der um- Errettung bringt?" Da spricht er, dessen bände vollziehen das Gericht: „Ich will des Sünders Leben, will sein Verderben nicht. „Leg' dich in JEsn Lhristo getrost ans ^erze mein, „So sollen deine Fehler dir all' vergeben sein." O stl'ge, höchste Freude, der keine jemals gleich, Die aus der lgölle Schrecken uns führt ins L^iminelreich! (Franz Oeters.) Eine Soldateupredigt über Jona 3, 1—3. Der preußische Generallieutenant z. D. v. viebahn hat ein wichtiges Werk ins Leben gerufen. Seit nrehreren Jahren verfaßt.er unter dem Titel „Zeugnisse eines alten Soldaten an seine Ramcraden" Predigten, welche allsonntäglich an die Mannschaften zahlreicher preußischer Regimenter verteilt werden. Die Soldaten lesen dieselben gerne, wer die nachfolgende pred gt des Generals über Jona 5, \—3 liest, wird das begreiflich finden. Im Nordosten Frankreichs, nahe der belgischen Grenze, liegt die kleine Festung Rocroy. Dieselbe war im Winter (870/7{ der Stützpunkt 6er französischen Freischaren, welche die rückwärtigen Verbindungen unserer Nordarmee belästigten. In der wohlverschanzten Feste befand sich eine gute Besatzung mit 72 Geschützen und allen Vorräten. Gegen diesen Platz wurdet: 5 Bataillone, 2 Eskadrons und 36 Feldgeschütze entsandt. Am 5. Januar (87( schloß man die Festung ein und beschoß dieselbe vier Stunden lang ohne Erfolg. Die Truppen hatten inzwischen eine andere Bestimmung erhalten und tratet! nach Einbruch der Dutlkelheit den Abtnarsch an. Da ritt ein tapferer Offizier an die *) Isaak Newton sagte: „Ich habe im Leben zwei wichtige Dinge gelernt: erstens, daß ich ein großer Sünder bin, und zweitens, daß JEsus ein noch größerer OEiland ist."