Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 6 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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HZ Möge dieses gelangen an unfern Herrn, den Mann Gottes Martin Flad. <£s fyat unsere Herzen dankbar gemacht, als wir in Ihren Briefen lasen, daß Sie und Ihre Frau, unsere Mutter, gesund sind. Am 8. März ^897 begaben wir uns auf eine Missionsreise. Wir wollten unsere proselyten in Dembea besuchen und sie im Glauben stärken, dann aber auch den noch im Todesschatten sitzenden Falaschas das Helle Licht des Evangeliums von unserem HEiland, dem Lohne Gottes, bringen. Am ersten Tag erreichten wir den Fluß Repp, über welchen eine von den Portugiesen erbaute Brücke führt, die sich aber in jämmerlichem Zustand bestndet. Da kein Dorf in der Nähe ist, übernachteten wir unter freiem Himmel. Wir konnten nur wenig schlafen wegen der vielen Hyänen und der andern wilden Tiere. Frühe machten wir uns wieder auf den Weg. Um die Mittagszeit erreichten wir Efag Bata. Zwischen dem Repp und Efag Bata ist alles Wildnis. Nirgends giebt es ein Dorf. Auf dem Marktplatz, im Lchatten eines Baumes, ruhten wir uns aus und stärkten wir uns durch unser Frühstück von gerösteter Lchimbera (Erbsen) und einem Hornbecher Gerstenwasser, das wir auf dem Markt kaufen konnten. Wir trafen hier mit einem bekannten Falafcha aus Dembea zusammen. Er und wir hatten eine große Freude. Er schloß sich uns an, so daß wir den Nachmittag und den folgenden halben Tag zusammen pilgerten und reiche Gelegenheit hatteü, mit ihm über das Eine, das not Lhut, zu reden. Bor Lonnenuntergang erreichten wir den Fluß Arno Garno. Welch eine gute Gabe Gottes ist das Wasser I Wir schöpften aus dem Fluß, löschten unfern Durst und wuschen uns den Ltaub von unfern Füßen. Viele von dem Markt in Efag kommende Aaufleute lagerten sich mit uns am Flußuser, H unterhielten des Nachts Feuer und stellten eine Wache auf: sonst hätten die Hyänen, deren es viele giebt, den einen und andern Esel verspeist. Nach unserm Nachtessen, trockenem Brod und Flußwasser, hatten wir mit unserm Begleiter bis Lief in die Nacht eine sehr lebhafte Unterredung. Durch die messianischen Weissagungen suchten wir ihn zu überzeugen, daß IEsus Lhristus der Lchlangentreter ist und der Lame Abrahams, durch den alle Völker sollten gesegnet werden, dessen Namen Iesaia nennt: ,,Gott mit uns, Wunderbar, Rat, Araft, Held, Ewigvater, Friedefürst." Unser Freund hörte aufmerksam zu, sagte aber zuletzt: „Ich bin ungelehrt. Aommet in mein Dorf, dann bringe ich euch mit unserm Rahen (Priester) zusammen. Wenn ihr den zum Glauben bringt, will ich auch glauben." Er erzählte, uns, wie er zur Zeit der Mahdisten durch Flucht sein Leben rettete. Leine Frau und seine Eltern wurden von den Mahdisten erschlagen. Er sei vor kurzem zurückgekommen, um für sie Taskar zu machen. Wir sagten ihm, der Taskar helfe die Toten nichts. Es fei eine menschliche Einrichtung, bei der sich die Priester und Debteras im Essen und Trinken gütlich thun. Im Mondschein lasen wir ihm Ies. 53 vor. Am folgenden Tag reisten wir bis Ferka zusammen, wobei wir noch manch ernstes Wort mit ihm redeten. Als sich unsere Wege trennten, versprachen wir ihm, ihn in seinem Dorfe zu besuchen.