Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 5 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 5. — 54. Jahrgang. Inhalt: Zur Erinnerung an Hieronymus.. Scwonarolci. — Der Blutackcr bei Jerusalem. — vor Pfingsten. — boftlius. — Zu Matth. 21, 46. — Über den Ursprung des Gewissens. — Jüdische Chronik. Jur Erinnerung an Hieronymus Zavonarola. vor 400 Jahren, am 23. Mai ^98, wurde dieser Vorreformator, wie wir Savonarola trotz Majunkes Einsprache nennen, zu Florenz verbrannt. Um sein Gedächtnis zu erneuern, lassen wir hier eine Probe seiner Denk- und Schreibweise folgen. Eine weitere Probe wird man in Ar. 6 finden. Lin merkwürdiger Triumphwagen fährt durch die Zeiten dahin. Thristus sitzt darauf, mit Dornen gekrönt, mit Schmach beladen, mit Geißeln zerschlagen, mit Blut bespritzt. Zn der Linken trägt er das Areuz, in der Rechten die beiden Testamente. Freudig und rüstig haben sich die Apostel in das Joch gespannt, um den Wagen fortzubewegen. Ihnen voraus schreiten die Patriarchen und Propheten. Zu beiden Seiten des Wagens gehen große Scharen der Märtyrer und neben ihnen die Lehrer der liirche mit aufgeschlagenen Bibeln. Als Gefolge erblickt man eine unzählbare Menschenmenge beiderlei Geschlechts aus verschiedenen Ständen und Völkern, Juden und Heiden, Reiche und Arme, Gelehrte und Ungebildete. Sie alle jubeln und klatschen vor Freuden in die Hände. Rings um den Zug aber stehen große sausen von Feinden, Aaiser und Könige, Fürsten, Weise und Große dieser Welt mit Völkern von allen Zungen, mit Sklaven und Freien, Männern und Weibern, und mit gewaltiger Anstrengung stürmen sie auf die Schar der Frommen ein. Allein mit ihrer Macht ist nichts gethan. Die Götzenbilder stürzen und werden zertreten. Das Kreuz Thristi aber siegt und führt das Gefängnis gefangen. Der Vlutacker bei Jerusalem. Bei Ligolsheim im Oberelsaß, nordwestlich von Lolmar, liegt ant Eingang des Weißthals das Lügenfeld. Ursprünglich hieß der £>!«<? das Rote Feld. Die andere Bezeichnung erhielt er i. J. 833 n. Ehr. Damals stand hier Ludwig der Fromme, Aarls des Großen willensschwacher Lohn, seinen drei ältesten Löhnen mit bewaffneter Hand gegenüber. Schon im dritten Jahr seiner Regierung hatte er sein Reich an die Löhne verteilt. Von diesen gefangen genommen, kam er durch die Geistlichkeit wieder auf den Thron. Später entbrannte aufs neue der Urieg zwischen Vater und Löhnen. Da geschah es auf jenem Feld bei Tolmar, daß fast das ganze Heer des Uaisers zu den Löhnen überging. Den wenigen Uriegern, die ihm