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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 4 (1898) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
4 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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3A ooit Nutzen, im Familienkreise cpbe cs keine Gelegenheit, außergewöhnliche Gnadengaben zu verwerten. Das ist aber keineswegs richtig. Gerade weil den Pflichten des Alltagslebens der Glanz fehlt, nmß das göttliche Licht sie durch seinen Widerschein vergolden, erleuchten und verklären. (B. Louve.) Kleine WisstottszeiLttttft. In dem gedruckten Protokoll der 4. Generalversammlung desDeutschen Hugenotten- Vereins (s. D. <£. *898, 5. 3.) lesen wir: „Iubetreff der Iudenmission erinnerte sich der Vorsitzende an eine seiner Mägde, die, sonst brav, fleißig und ordentlich, öfter log und, sooft sie log, rot wurde und, sooft sie rot wurde, sich ärgerte, daß man ihr das Lugen ansah, und darum vor Schaut uns dann innuer schnell den Rücken kehrte, damit wir ihr Erröten nicht sehen sollten. So feeren wir der Iudenmission meist den Rücken, weil wir uns unseres Halbchristentums schämen. Das Christentum nur zu vieler Getaufter ist Lüge und Schein. wenn wir Christen, unter denen die Juden leben, Hausgenossen Gottes (Eph. 2, holl. „Huysgenooten") wären, dann würde unser heiliges Leben Kraft genug haben, die Juden, die unter uns leben, für Christum zu gewinnen, weil jeder dann unwillkürlich evangelisierte, bedürfte es keiner besonderen Iudenmission mehr. Da wir jedoch davon noch weit entfernt sind, ist es Pflicht jedes Christen und nach unserer 300 jährigen Tradition die jedes Hugenotten, betend, gebend und arbeitend sich an der Iudenmission zu beteiligen.^ — Der 93. Jahresbericht der Britischen u. A. Bibelgesellschaft erzählt wieder manches Interessante ans der Bibelverbreitung unter Israeliten. In Österreich- Ungarn waren das Hebräische und seine Abarten mit mehr als i,o 000 Exemplaren vertreten. 1 In Böhmen ermunterte ein Rabbiner sein christliches Dienstmädchen zum Ankauf einer Bibel und zeigte auch sonst seine Teilnahme an der Arbeit der Gesellschaft. In Galizien kauften einzelne Juden Neue Testamente. Einmal suchte ein getaufter Jude einen andern davon abznhalten. „Kaufen Sie dies Buch nicht!" sagte er. wenn Sie es lesen, werden Sie zu einer besseren Überzeugung kommen, vor vielen Jahren kaufte ich dies Buch. Je mehr ich es aber las, desto mehr sing ich an christlich zu leben. Ich hatte keine Ruhe im Herzen und mußte endlich Christum in der heil. Taufe bekennen." Der Judenhaß vieler Christen hätte diesen Pröselyten der Kirche wieder entfremdet. Hoffentlich wurde ihm die lange Unterredung mit bem Bibelboten zum Segen, von Ungarn heißt es: „Die Mission unter den Juden wächst." In Russisch-Polen verlor die Gesellschaft ihren tüchtigen und treuen Mitarbeiter Adolf Kantor, einen Iudenchristen. In Rumänien herrscht auf jüdischer Seite oft große Angst vor Missionsbüchern. Manchmal begleiten Fanatiker. den Bibelboten von Hans zu Haus, mit vom Kaufen abzureden. Doch kommt auch das Gegenteil vor. Eine wohlhabende Jüdin, die eine Bibel erwarb, sagte zu mehreren Männern, die dabei standen: „Kauft dies Buch! Es ist ein gutes Buch." Ein jüdischer Kaufmann, der große Geldverluste gehabt hatte, kaufte die 5 Bücher Moses und eine Bibel. Er äußerte hierbei: „was sind alle Schätze der Welt im vergleich mit der.Bibel!" Bei eitler Reise durch Bulgarien träfet: Bibelboten im Hause eines fromtnen Offiziers mit 2 Juden zusammen. Für den eitlen betete der Offizier in kindlicher weise, Gott wolle ihm das Herz öffnen. . Der andere war bereits gläubig. Eine Bibelfran in Tunis besuchte zahlreiche jüdische Familien, las. aus der Bibel vor und erklärte das Gelesette, verkaufte aber auch manche h. Schriften. In Marokko wurden *079 hebräische Exemplare verkauft. Itl Persien stieg der verkauf der hebräischen h. Schriften auf 3\3, der jüdisch-persischen auf 93* Stück. Manche Juden lesen dort gerne das Lvangeliutn. Zuletzt führt der Bericht nach Britisch-Nordamerika. Itl der Stadt Ottawa wurden unter der jüdischen und christlichen Bevölkerung in kurzer Zeit 6^68 Exemplare itl $ Sprächet! abgesetzt. — Die schon Mo' von einer englischen' Missionarin, der Witwe des Missionars S. B. Burtchaell, in Rom eröffnete Stickschule übt auf die jütischen Mädchetl und Frauetl daselbst einen vortrefflichen Einfluß aus. Die Besucherinnen sitld in der Regel frühere Zöglinge der Abendschule der Mission. Eintual brachte eine votl ihnen ihren ältesten Sohn zu Frau B. Derselbe hatte versucht, sich zu vergiften, weil er beschäftigungslos war. Frau'B. redete nicht nur ernst mit ihm, sondern besorgte ihm auch eine Stelle, die ihm sein Fortkommen ermöglichte. Als er kürzlich seine Hochzeit feierte, wohnte die Missionarin, welcher er, wie er selbst sagt, all sein Glück verdatlkt, der Feier bei. Manche Missionsschülerin ruft in Notzeiten Lhcistuin als Helfer an. Einzelne starbetl

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