Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 4 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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30 warb er sich durch seine Demut und Gewissenhaftigkeit die Freundschaft von Christen und Israeliten. Mancher der letzteren erhielt aber auch eine liefere, heilsame Anregung. Gerne bildete sich pick nach alten, bewährten Vorbildern, während das jüngere Geschlecht in der Regel alles besser wissen will als die Alten. Als der Schreiber dieses die Geschichte seines Vaters veröffentlicht hatte, äußerte sich pick in einem Briefe über dieselbe folgendermaßen: „Ich habe wohl schon manches über das Leben und die gesegnete Arbeit Ihres fel. Herrn Vaters gelesen, aber von neuem habe ich mich erbaut an den Schilderungen dieses Gottesmannes. Ja, das war ein Mann .und Missionar von Gottes Gnaden, ein Arbeiter im Weinberge des HErrn, von dem wir jüngeren Missionare viel lernen können, der, obwohl er tot ist, noch zu uns redet und zum Eifer anspornt." Im Frühjahr berief die Gesellschaft ihren Missionar nach London. Auf der Rückreise besuchte er seine Freunde am Rhein, in Stuttgart und Prag. In dieser Stadt brach eine heftige Krankheit bei ihm aus. Nach wenigen Wochen, am 25. Juli, entriß ihn der Tod seiner Gattin, die aus Arakau herbeigeeilt war, seinen 3 Kindern, seinem großen Verwandten- und noch größeren Freundeskreise. Lins von den vielen Beileidsschreiben, die der Witwe zugingen, drückt die Trauer des Presbyteriums der evangelischen Gemeinde in Krakau aus. pick hatte dieser Gemeinde nicht nur gelegentlich mit predigten, sondern auch dadurch gedient, daß er ihrer Bitte zufolge in ihr das Amt eines Presbyters bekleidete. Schriftstellerisch bethätigte er seine Liebe zu Israel namentlich in dem ^895 herausgegebenen Buch: „Die biblische Lehre vom Messias nach Weissagung und Erfüllung." Jum Nachdenken. \. wenn ich jemand, den ich nie zuvor gesehen habe, auf dem Bahnhof erwarte, so muß ich die Beschreibung dieser Person studieren und gut kennen, sonst könnte ich den Betreffenden nie herausfinden. Nun hat Gott in den Propheten sehr klar beschrieben, wie der Erlöser in die Welt kommen und was er thun würde. Gemäß der heil. Schrift mußte er zuerst als ein armer Mann kommen und leiden und sterben. Aber die Juden bildeten sich in ihrer eigenen Weisheit ein, daß der Messias sogleich als König kommen müsse. Daber haben sie bis auf diesen Tag Iesum von Nazareth, den Erlöser der Welt, nicht erkannt. (E. W. Flad.) 2. Es ist unleugbar, daß mit der gläubigen Erfassung des Evangeliums eine Kraft in den Menschen kommt, oder in ihm entsteht, die vorher nicht da war. Darüber konnten sich schon die römischen prokonsuln bei den von ihnen gefolterten Ehristen nicht genug wundern, wie einer von ihnen, der es nicht dahin brachte, einem in den (hualen sterbenden Jüngling auch nur einen Seufzer abzuringen, ausrief: ,,wir sind besiegt." Die Erscheinung einer Kraft, die einen Trunkenbold nüchtern, einen Lasterbaften tugendhaft, einen Hochmütigen demütig, einen Dieb ehrlich macht, ist eine anerkannte, nicht zu leugnende, also wissenschaftliche Thatsache, und es ist gänzlich unwissenschaftlich, diese Erscheinung mit „Wahn" und „Illusion" kurzweg abzuweisen. (,?. Bettex.) 3. Unser Ehristenwandel hat vor allem das häusliche Leben zum Schauplatz. Es erscheint vielen wicbtiger, ein Leuchtturm zu sein, dessen Licht auf dem Felsen glänzt und die verunglückten Seeleute aus Todesgefahr rettet, oder ein Kronleuchter, der über die Häupter einer Menge hervorragender Menschen hinweg die vielen Garbeil seiner Lichtstrahlen fluten läßt, oder eine Fackel, welche die unterstell Schichteil der luellscblichell Gesellschaft beleilchtet und Verirrte entdeckt, die heimgesührt werden könneil. Viele reden sich ein, christlicher Heldenmut sei besonders nach außen hin