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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 2 (1898) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
2 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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\0 (£r antwortete: „Ich bin von Gott berufen und von englischen Lhristen, freunden Israels, hierher gesandt worden, um Luch die Liebe ILsu, des Erlösers, zu zeigen und Luch zur Buße aufzufordern." hierbei führte er Apg. 5, 5{ an. Manche hörten ihm aufmerksam zu und nahmen auch christliche Schriften entgegen. Als er mit einigen kleinen Arabern über den ihnen völlig unbekannten Schöpfer der Welt sprach und ihnen erzählte, daß die christlichen Kinder nicht nur lesen und schreiben lernen, sondern auch Religionsunterricht empfangen, rief ein Knabe: ,,£), wie glücklich müssen die Thristenkinder fein, daß sie alle diese schönen Dinge lernen können I" In der Landeshauptstadt Marokko, wo Z. am achten Reisetage anlangte, rüsteten sich die Israeliten auf die Feier des passahfestes. Line Jüdin äußerte gegen den Missionar, die hiermit verbundene Arbeit sei schlimmer als der Sklavendienst in Egypten, und beklagte sich über Gottes Härte. Lr wies ihr nach, daß das göttliche Gebot 2. Mose \2f j(5 leicht zu befolgen ckst und daß die ihr lästigen Passahvorschriften nur auf die alten Rabbiner zurückgehen. Da die Juden zu beschäftigt waren, wandte er sich zunächst hauptsächlich den Arabern zu. Einmal trat ein solcher an ihn heran und sagte: „Lhrist, ich habe einen kranken Bruder zu Hause. Wenn Du ihn heilen kannst, werde ich Dich bezahlen, und als Belohnung werde ich eine große Kerze an eine von Deinen Kirchen senden." A. antwortete: „Ich bin kein Arzt, aber ich kenne einen, der allmächtig ist und Deinen Bruder und auch Dich selbst heilen kann. Sein Buch habe ich bei mir." Mit dem Hinweis auf 2. Mose \5, 26; ps. \03, 3; j$7, 3; 30, 3 und Ier. \7, entließ er den Mann. Lin anderer bekannte sich zu dem Glauben, daß Muhammed und die heiligen des Islams ihn am jüngsten Tage selig machen würden. Der Missionar bestritt die Möglichkeit einer Hilfeleistung seitens der Heiligen mit den Worten der 35. Sure des Korans: „Line belastete Seele soll die Last einerandern nicht tragen. Wenn eine schwerbelastete Seele eine andere aufsordert, einen Teil ihrer Last zu tragen, so soll dies nicht geschehen, selbst wenn beide nahe verwandt sind." Später hatte Z. eine Ünterredung mit dem Geheimschreiber des Sultans, in welcher Petri 2, \5—\5; Röm. \öf \ und Tim. 2, 3 zur Sprache kamen und die 3. Sure zum Beweise dafür diente, daß man zwischen echten und schlechten Lhristen zu unterscheiden hat. Am ersten passahtage wurde in einer Synagoge ein lebhaftes Gespräch mit einem Rabbiner geführt. Dieser bemerkte: „Sie haben nur ein sehr kleines Buch, mit dem Sie stolz umherziehen. An Ihrer Stelle würde ich wegen solcher Kleinigkeit keine Reise machen, denn mit den wenigen Seiten Ihres Neuen Testaments ist man bald fertig. Wir Juden aber haben unsere heiligen Überlieferungen mit ihren unerschöpflichen Reichtümern." Z. erwiderte: „„Wer nach Gerechtigkeit dürstet, muß fürchten, in jenen tiefen Überlieferungen zu ertrinken. Dagegen gewährt dies arme kleine Buch ewiges Leben, denn es kommt von Gott und ist wirklich Gottes Wort." Er berief sich auf Ier. 2, \3 und Ioh. 7, 58 und fuhr fort: „Das Evangelium ist der größte Wohl-

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