Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 10
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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jibrt Wmeth. Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. 10. — 53. Jahrgang. — 1807. Anhakt: Der Iom-Aippur. — weitere Briefe aus Abessinien. I.— Prof. Th. Zahn über Röin. 9 —U- — Zu Pf. 1.19, 7 ff. — Zu Matth. 5. — Lin Wahrzeichen einer erhabenen Religion. — Das Entgegenkommen der Airche. — Anzeige. Der Jom-Kippur schreitet wieder durchs Land. <£t pocht nie ganz vergeblich an die Thüren der Däuser und Kerzen Israels: die meisten thun sich vor ihm aus. Er weiß sich auch bei solchen Leuten Eingang zu verschaffen, deren Inneres der Religion gegenüber sonst steinhart ist. Als eine in ihrer Allgemeinheit ungerechtfertigte Anklage erwleist sich sonnt die Behauptung: „Der Jude ist gründlich emanzipiert: vom Rabbinismus, von Gott, von allem." Nicht minder übertrieben und darum unwahr ist das Wort: „Für Israel giebt es jetzt nur Einen Fimmel: den Erfolg, nur Eine Hölle: den Mißerfolg." Nein, die große Masse wird wenigstens in dieser Zeit des Jahres von einer religiösen Bewegung ergriffen. I8ß6 dienten in der Reichshauptstadt am großen Versöhnungstage außer den Synagogen 4-0 Säle zu gottesdienstlichen Versammlungen. Die gewöhnliche Feier macht den Iom-Aippur nicht nur zu einem Buß- und Bet-, sondern auch zu einem Fast- und Opfertage. In letzterer Einsicht wird vielfach das Tier als Sühnmittel angewandt, welches bei den heidnischen Griechen dem Asklepios, dem Gott der Heilkunde, geweiht war. Aber wie diese Opfervorstellung, so ermangeln auch andere, moderne des zur Erlangung der Heilsgewißheit erforderlichen Schriftgrundes. Desgleichen muß jeder Bibelkenner betreffs der übrigen Stücke der Iom-Aippur-Feier die Besorgnis hegen, daß sie nicht zum gewünschten Ziele führen. Das Heil, Sühnung und Versöhnung, ist nur auf dem von Gott selbst gewiesenen Wege zu finden. Diesen Weg fcbläat Israel leider nicht ein. Die jüdischen Männer, we7M°Mp'NeueirTestament zu uns reden, betrachten die Geschichte IEsu als den Höhepunkt aller göttlichen Offenbarungen. Sie machen daher Ernst mit IEsu Wort: „Ich bin der Weg." Sie lehren, daß man nur durch den Anschluß an den sündlosen Nazarener zur Versöhnung mit dem Ewigen gelangen könne. In den neutestamentlichen Briefen wird IEsüs an sieben Stellen als der für die Sünde, an zwölf Stelle» als der für Sünder Sterbende hingestellt. Nach zwei Stellen wurde er zur Sünde und zum Fluch für uns gemacht. An drei Stellen heißt er der Träger unserer Sünden. Zwölf schreiben seinen: Tode die Vergebung der Sünden und die Beseitigung ihrer