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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 9 · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 9
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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67 Menschheit zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht hat. Hierin liegt für uns der stärkste Antrieb, Gott zu dienen. Alban Stolz, ein römisch-katholischer Theologe, der um seiner Auslegung des Vaterunsers willen auch uns Protestanten wert ist, erzählt eine merkwürdige Geschichte aus der Chronik der Stadt Toulouse. Ein gottloser Jüngling ging einst aufs Feld hinaus, schwang seinen Degen gegen den Himmel und rief: „Gott, wenn Du bist, so vernichte mich!" Da schwebte ein weißes Blatt vom Himmel herab und fiel vor die Füße des Frevlers. Als derselbe es aufhob, las er darauf den Anfang der lateinischen Übersetzung von Psalm 5s: „Miserere mei!“ Nicht Gottes .Zorn, sondern Gottes Barmherzigkeit begegnete dem Gottlosen. Dies unerwartete Gnadengeschenk überwand und bekehrte ihn. Wie es fich auch mit der Geschichtlichkeit dieser Erzählung verhalten möge: jedenfalls spiegelt sich hier die neutestamentliche Erlösungsgeschichte ab. Der Jüngling stellt das Gott feindliche Menschengeschlecht, das weiße Blatt den Gottessohn dar, welcher den Sündern Gottes unverdiente Gnade verschafft. Schon lange vor seiner Ankunft auf Erden wurde dem größten Boten des Allmächtigen durch die Propheten Israels der Weg gebahnt. Der eine redete von seiner Geburt in Bethlehem, der andere von seinem königlichen Einzug in Jerusalem, der dritte von seinem sühnenden Todesleiden und der Herrlichkeit, welche demselben folgen sollte. Die Zeitgenossen JEsu, denen es von Gott gegeben worden war, sahen diese Weissagungen erfüllt. Aus der Heilserfahrung heraus, die ihn beseligte, schrieb der.Apostel Paulus jene Worte des Römerbriefes nieder, die wir vorhin aus dem norwegischen Neuen Testament vernahmen. Die Botschaft vom Heil, die ihren Wahrheitsbeweis in fich trägt, drang seither in alle Lande hinaus. Mit Freuden begrüßt der Ehrist Glaubensbrüder nicht nur im hohen Norden Europas, in Hammerfest, Vardö und Vadsö, sondern auch in den entlegensten Gebieten anderer Erdteile. Ehrjsti Kreuz wird überall als Siegeszeichen aufgepfianzt. In Thristi Namen beugen die mächtigslen Fürsten ihre Knies. Nach Thristi Geburt zählen die gesittetsten Völker ihre Jahre. £>, daß wir alle in der Gemeinschaft des Lohnes Gottes ständen! Wir alle sind dazu geschaffen worden, in uns Gott abzubilden. Gottes Bild ist aber nirgends vollkommen erschienen als in JEsu Christo, und nur durch JEsum Christum können wir befähigt werden, unfern Lebenszweck zu erreichen. Als ein verfehltes muß das Leben bezeichnet werden, in welchem JEfus Christus als der Mittelpunkt fehlt. Blicken wir darum auf ihn! Hallen wir uns an ihn! Lassen wir uns allezeit durch die Erinnerung an die gegenwärtige. Stunde, in welcher uns die „Capella" als. Kapelle gedient hat, zu JEsu Christo führen! Bleiben wir so miteinander vereinigt, wenn wir morgen wieder auseinander gegangen sind und uns nach den verschiedensten Leiten zerstreut haben! Im Lchlußgebet wurde Gott angerufen, die Lebensfahrt eines jeden zu einer Fahrt ins ewige Leben, in den Hafen der Seligen, werden zu lassen. Dann wurde derjenigen gedacht, welche von der Erholungsreise zurückkehren, ohne von einem Seelenleid befreit worden

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