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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 8 · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 8
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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63 keine menschliche Stimme, das Auge sieht außer einem schmalen Streifen Landes nur das blaue Meer und den Fimmel, der sich im Meere spiegelt. Am Gestade wird ein Garten als derjenige bezeichnet, in welchem der Apostel abends zu lustwandeln pflegte, von einem Felsen der vielzackigen Küste wird behauptet, daß er auf das Gebet des Jüngers Jesu das Mittel zur Rettung eines Mannes geworden sei, welcher dem Ertrinken nahe war u. s. w. wie kritisch wir Protestanten auch solche Nachrichten aufnehmen, so ist die Insel, welche nachweislich in der Geschichte des Reiches Gottes eine besondere Auszeichnung erfahren hat, doch auch für uns eine heilige Stätte. Kleine WissionszeiLung. Die Lvangelisationsversammlungen, welche bei der vorjährigen Berliner Ausstellung in Treptow gehalten, später nach der Waldemarstraße (No. 27) verlegt wurden, zogen auch manche Israeliten an. Einer der judenchristlichen Mitarbeiter, der frühere Lehrer M. Herzka, berichtet: „Nicht selten waren so viele Juden anwesend, daß in den Ansprachen Rücksicht auf sie genommen werden konnte. Nur zwei aus der großen Menge, die. durch unsere Arbeit Anregung empfing, seien hier besonders hervorgehoben. Der eine, ein Kaufmann aus Böhmen, der als Vertreter einer österreichischen Firma hier weilte, kam, sooft er konnte, zu uns. Nicht nur durch die Ansprachen, sondern auch durch vielfache persönliche Unterredungen hat er so viel empfangen, daß wir hoffen dürfen, er werde noch den schauen, in den die Väter gestochen haben (Sach. \2, jo). Der andere, ein junger Techniker, wurde uns im Lauf der Monate ein treuer Helfer, der fleißig einlud. Als sein Vater davon Kunde erhielt, sandte er ihn nach England, um ihn den christlichen Einflüssen zu entziehen. Er ist jetzt wieder hier, und wir dürfen die Hoffnung hegen, daß die Treptower Arbeit auch dieser Seele aus Israel zum Segen gereichen wird." — Der West deutsche Verein für Israel beklagt den Tod des Vorstandsmitgliedes G. vohwinckel in Köln. Die Liebe des Heimgegangenen zu Israel, dem derselbe für den aus der heiligen Schrift empfangenen Segen sich verpflichtet fühlte, blieb Jahrzehnte lang gleich innig. Auch ein vor vier Jahren getaufter Missionszögling wurde von dieser Welt abgerufen. Derselbe hatte sich trefflich geführt und war im Glauben an seinen Heiland immer mehr gewachsen. Diesen Glauben bekannte er bis in seine letzte Stunde. In Köln fanden sechs, in Frankfurt a. M. fünf Iudentaufen statt. Der Bericht stellt fest, daß die Zersetzung des Judentums immer weitere Fortschritte macht, viele Kinder des Glaubenshelden Abraham sind Kinder des Unglaubens. Die Alten stehen den Jungen oft völlig ratlos gegenüber. Aber wirkliche Trauer über den religiösen verfall (vgl. Hes. 9, ps. ^9, \36) kommt selten vor. Ebenso selten findet man heilsbegierige Seelen. Leider dient die christliche Umgebung nur in Ausnahmefällen dazu, den Juden zu bezeugen, daß das Evangelium eine Gotteskraft ist, welche die daran Glaubenden selig macht. Daher thut es dringend not, die Gemeinden wieder und wieder an ihre Pflicht zu erinnern. Zur Förderung der Missionsarbeit würde auch die Abhaltung von Iudenmissionsstunden durch die Ortspfarrer beitragen. Die Einnahme betrug *9 *80 Mk. (darunter H75 Mk. für verkaufte Schriften), die Ausgabe (6 250 Mk. — Rabbiner I. Lichtenstein in Budapest versendet eine Schrift an die Glieder seines Volkes, in welcher er diesen zuruft: „Forschet, suchet, vertieft Luch im lautern, ungetrübten Strom der göttlichen Lehre! Achtet auf die Gebrechen, die schändlichen Auswüchse, die moralischen Blößen um Luch Herl Beherziget und berücksichtigt das Heil Eurer Kinder! Lasset fahren Eure Vorurteile, nehmet Vernunft an, werdet aufrichtig und unbefangen! wenn Ihr so dem in Luch verschütteten, lieferen religiösen Gefühl Raum schafft, wird das Alte und — Neue Testament Luch lehren und überzeugen, daß Christus unsere einzige Hoffnung, unser Heiland und Messias ist, daß er, nur er, und kein anderer, uns nach Zion führen wird, in das Haus unseres Gottes." — Die Juden von Safed scheuten sich eine zeitlang das ^96 eröffnete Missionshospital zu besuchen. Aber bald reichte die Zahl der Betten bei der Menge der Bewerber nicht mehr aus. Ein Rabbiner, dessen Augen einer Operation bedurften, erklärte, seine Stellung verbiete es ihm, ins Hospital zu kommen und dadurch andern ein Beispiel zu geben. Dennoch erschien er schon nach wenigen Tagen, da die Operation in seinem Hause nicht ausgeführt werden konnte. Einmal wurde ein durch den Aufschlag eines Maultiers schwerverletzter Jude eingeliefert, der unmittelbar vorher

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