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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 8 · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 8
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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< ♦ Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 8. — 53. Jahrgang. — 1897. Inhalt: Die Unduldsamkeit des Judentums und des Christentums. — Die Iudenmifsion, das Stiefkind unter den Missionen. — Aus Lonstantine. — Zwei heilsame Vergewaltigungen. — Nach oben. — Zu Off. J(, 9. — ‘Kleine Missionszeitung. — Bücherbericht. — Zur Statistik. — Briefkasten. Die Unduldsamkeit des Judentums und des Christentums. In alten Zeiten achteten die Heiden mit ihren vielen Göttern auch die Götter ihrer Nachbarn hoch. Z. B. würde fich der Aönig von Egypten nicht gescheut haben, die Götter Ninives als wahre, wirkliche Götter anzuerkennen. Der Beherrscher Babylons würde dasselbe von den Göttern der Philister bezeugt haben. Jehovah aber, der Gott Israels, spricht: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." Gr gestattet seinem Volk nicht, den Göttern einer andern Nation auch nur die geringste Ehrfurcht zu erweisen, befiehlt vielmehr sie zu zerschlagen, ihre Tempel zu zerbrechen und ihre Haine auszurotten. Alle andern Völker waren duldsam, die Israeliten aber nicht. Und die christliche Religion ist ebenso unduldsam, heißt es hier nicht: „Gs ist in keinem andern heil?" Mag der Brahmane zugeben, daß neben seiner eigenen Religion in 50 anderen heil zu finden sei: wir würden das nimmermehr zugeben. Woher diese Unduldsamkeit? Der Grund ist beim Judentum und beim Lhristentum ganz derselbe. Mögen auch (000 Irrtümer in Frieden miteinander leben, so ist doch die Wahrheit der Hammer, der sie alle zerschmeißt. (00 Lügenreligionen mögen friedlich in Einem Bett schlafen: wohin aber das Ehristentum kommt, da erweist es sich als einen Feuerbrand, vor dem nichts standhält, das nicht fester ist als Holz, Heu und Stoppeln menschlichen Irrtums. Zur Zeit Elias wähnten viele, Gott und Baal dienen zu können, der Prophet aber sagt: „Das sind zwei Religionen, die nie zu einer vereinigt werden können." So giebt es auch bei uns Leute, die Gott und der Sünde dienen möchten. Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Ich will es euch sagen: „Bis Gott antwortet mit Feuer!" Die Zeitgenossen Elias meinten wohl, Gott werde mit Waster antworten, da große Dürre herrschte. Aber ich höre Elia sagen: „Wenn Regen käme, so würdet ihr erklären, das sei der gewöhnliche Lauf der Natur." Und ich sage euch auch: Alle Naturereignisse, desgleichen alle Warnungen von Sterbebetten aus werden euch nicht zur Entscheidung bringen. Nicht der Gott des Regens, sondern der Gott des Feuers wird euch zur Entscheidung bringen. Entweder werdet ihr das Feuer des heiligen Geistes erlangen, oder das Feuer des ewigen Gerichts wird dis Entscheidung herbeisühren. (Nach Eh. h. Spurgeon.)

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