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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 6 · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 6
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Pastor beizubringen, dann stünde seiner Anstellung nichts mehr im Wege. Er beschafft das Papierchen und spricht dann zu seinen Schülern von und über Religion." Aber wenngleich der Wechsel der Gesinnung oft nicht von der rechten Art ist, so giebt es daneben gottlob doch auch in unfern Tagen viele Ainder Israels, welche durch die Taufe nicht irdische Vorteile, sondern himmlische Güter erstreben: ehrenwerte Aonvertiten, die ihre Gesinnung im Sinne Thristi gewechselt haben. Unser Blatt bietet hierfür immer neue Beweise. Au 53, 7« Unter dem Namen „Bethania" erscheint seit $96 in Niesky ein „Sonntagsgruß aus der Brüdergemeine?' Dies Blait veröffentlichte kürzlich eine Zuschrift, welche sich auf die obige Stelle bezieht. Sie lautet: „Als ich in meiner Jugend diese Stelle las, konnte ich nicht recht begreifen, warum der Prophet außer dem Schlachten auch das Scheren des Schafes zur Darstellung des Leidens Jesu erwähnt, weil ich mir dachte, daß das Scheren der wolle dem Schaf nicht wehethun könne. Als ich dann später in die Schafwollindustrie eintrat, bekam ich die ausgiebigste Erklärung. Beim verarbeiten der wolle findet man nämlich massenhaft kleinere und größere Hautstücke, welche beim Scheren dem armen Tier, „das dabei seinen Mund nicht aufthut," mit der wolle ausgeschnitten werden." Zur Bestätigung seiner Beobachtung sandte der Schreiber ein Stück Wolle mit solchen Hautfctzen. An demselben befanden sich etwa 3 qcm Haut. Mag das auch je nach der angewandten Sorgfalt verschieden sein, so ist diese Mitteilung doch ein Beweis für den guten Sinn des dem Unkundigen auffallenden Schriftwortes. Aas tiefste Htend. Das ist das tiefste Elend nicht, Das auf den Gaffen lauert Und bettelnd dich um Geld anspricht, von aller Welt bedauert. Das Elend, das viel tiefer ist, Das trägst du selbst im Herzen, wenn du von außen fröhlich bist Und innen sind die Schmerzen. Das Elend, das das tiefste ist, Das ist das heit're Leben, Dahinter sich voll Lust und List Verbirgt der Seele Beben. Das ist des Elends tiefstes Leid, Das ein Geschöpf erleidet, Wenn es nach Hülfe weint und schreit Und doch den Helfer meidet. _ (Schles. Fam.'Bote.) GeöeLe eines Israeliten um den heiligen Geist. Herr, du allmächtiger Gott! Du hast den Himmel durch dein Wort gemacht und all' sein Heer durch den Geist deines Mundes. Als du das Werk der Schöpfung begannest, schwebte dein Geist auf dem Wasser, und Lebeil ging von ihm aus. Auch ich bin dein Geschöpf. Dein Geist hat auch mich gemacht, dein Odem hat auch mir das Leben gegeben. Insbesondere ist mein Geist ein Ausfluß deines Geistes. O, laß mich diese kostbare Gabe recht in Ehren halten! Laß mich die Kräfte meines Geistes nicht nur dazu anwenden, daß ich unter den Menschen ein gutes Fortkommen finde, sondern laß mich vor allem darnach streben, dir, 0 Gott, immer näher zu kommen, deine Weisheit, Gerechtigkeit und Seligkeit zu erlangen! Erfülle mich mehr und mehr mit deinem heiligen Geiste! Amen. 2. Herr, mein Gott! wo soll ich hingehen vor deinem Geist? Er ist überall. O, laß mich das recht bedenken, daß ich mich hüte vor jeder Übertretung deiner Gebote! Zur Zeit Noahs wollten sich die Menschen durch deinen Geist nicht mehr strafen lassen. Laß mich achtgeben auf jeden Wink desselben! Laß mich deinem Geist gehorchen und nicht widerstreben und halsstarrig sein! Ohne deinen Geist kann ich ja kein glückliches Leben führen. Niemand kann deinen Geist unterrichten. Aber ich bedarf seines Unterrichts. Laß ihn mir zuteil werden, allmächtiger Gott! Erhöre mein Flehen! Amen.

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