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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 2 · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 2
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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\6 Der KochmuL. Der Talmud lehrt: „vier Sünden sind es, um derentwillen der erworbene Reichtum in Unrechte Hände übergeht: vorenthalten des Arbeitslohns, Herabdrücken des Arbeitslohns, Übertragung der eigenen Pflichten auf die Schultern anderer und Hochmut. Der Hochmut ist das schlimmste Laster von allen." Ein morgenländischer Dichter sagt (Tholuck, St. d. A., S. 329): „Schwer siehst du's, wenn der schwarze Fuß der Ameis' in der Nacht Auf schwarzem Stein von dannen eilt, geheimnisvoll und sacht. Doch wett' ich, eher merkest du' die Ameist noch vielleicht, Als wenn mit leisem, leisem Tritt Hochmut ins Herz dir schleicht." Jüdische ßhrornlr. In Berlin bildete sich eine „Imxortgesellschaft Palästina"- Dieselbe will den verkauf von Erzeugnissen der jüdischen Ansiedlungen des heiligen Landes in Deutschland betreiben. Lin weiterer Verein, der sich „Palästina" nennt und bald nach dem zuersDerwähnten entstand, bezweckt die Unterstützung der jüdischen Bauern in Palästina durch Zusendung von Geldbeträgen. Oer Redakteur des Generalanzeigers, Sedlatzek, wurde wegen eines Artikels über den Ritualmord bei der zweiten Verhandlung der Sache zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. — Unter dem Titel r6w^n erscheint seit dem gerbst v. I. in Lharlottenburg eine „hebräische Monatsschrift für Wissenschaft, Literatur und Leben". Herausgeber: w. wysotzki. Red: U. Ginzberg. Preis jährlich {3 Mk. — Die jüdische Gemeinde zu Königsberg i. Pr. feierte die Einweihung der in der Nähe des dortigen Doms erbauten, prächtigen Synagoge. — Aus Fordon (Posen) wanderte vor etwa 30 Jahren ein gewisser Friedmann Auerbach nach New-Pork aus. Hier starb er vor kurzem als mehrfacher Millionär. Sein Testament bestimmt, daß aus seinem Nachlaß alljährlich um die Weihnachtszeit 75 Dollars an die christlichen, {50 an die jüdischen Armen seiner Vaterstadt gezahlt werden sollen. — Der jüdische Gemeindevorstand in Tarnow wurde aufgelöst. Dem zionistischen Blatt „Pryszlosz" zufolge mißbrauchen viele galizische Gemeindebehörden ihre Stellung, besonders indem sie die ihnen anvertrauten Gelder vergeuden. — In Budapest, wo schon vor 40 Jahren eine Reformgemeinde (unter der Leitung von Dr. O. Einhorn) bestand, hat sich kürzlich wieder eine solche gebildet. Sie nennt sich „Frei Israel". Ihr Rabbiner ist Dr. I. F. Kondor. — Die {863 mit 2{ Mitgliedern begründete Petersburger „Gesellschaft zur Verbreitung von Bildung unter den Juden in Rußland," welche in Odessa einen Zweigverein besitzt, zählte Ende {895 {803 Mitglieder, von denen 60000 Rubel eingingen. In 33 Jahren verausgabte sie 600000 Rubel für Bildungszwecke, darunter 530000 zur Unterstützung von Gymnasiasten und Studenten. Neuerdings sorgt sie mehr für Elementarschulen. — Der st/2 Jahre alte Sohn eines Juden in Simferopol erkrankte an einem Augenleiden, welches ihn trotz ärztlicher Hilfe mit Erblindung bedrohte. Da ersuchte der Vater brieflich den bekannten Propst Johann Sergiew in Kronstadt um seine Fürbitte. Dieser antwortete: „Ich achte den jüdischen Stamm, weil zu demselben viele Gottesmänner gehören. Ebenso achte ich auch Dich, der Du an unser aller Gott glaubst und einen christlichen Geistlichen anfforderst, für Dein Kind zu beten. Ich flehe zu Gott, vor welchem ich diese Zeilen schreibe, er möge Dein krankes Kindchen um seines Namens willen heilen und Dir, sowie Deiner Frau Trost spenden. Gelobt sei sein heiliger Name in alle Ewigkeit!" Der Knabe genas. — In Paris wurde die jüdische Kolonisationsgesellschaft für Argentinien neu organisiert. An ihrer Spitze steht jetzt der Großrabbiner Zadok Kahn. — In London wurde wieder {zum viertenmal) ein jüdischer Lordmayor gewählt, und zwar der Alderman G. Faudelphillixs, dessen Vater {865 - 66 dasselbe Amt bekleidete. — Unter den Juden von Safed hat sich der Glaube verbreitet, daß i. I. {906 (5666 d. j. J.) der Messias erscheinen werde. Dieser Glaube stützt sich teils auf die ausdrückliche Angabe des kabbalistischen Buches „Or hagganus", teils auf die vom Sohar gemachte Beobachtung, daß 2. Mose {5, 7 der Zahlenwert des dritten Wortes 5666 beträgt. (Der wunderrabbi von Sadagora hält, wie ein galizischer Lhasid in Berlin behauptete, das Jahr {9{5 für das Ankunftsjahr des Messias.) Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße {3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von 3- Windol^. Berlin to.W., LYurlottenstraße 88.

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