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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 12 (1896) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
12 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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7 V.: Ich kenne ihn einigermaßen. Die merkwürdigste Periode seiner eigenen Lebensgeschichte, ist die Zeit, in welcher er — anders denkend als Luther mit seinem überzeugungsfesten „Hier stehe ich; ich kann nicht anders!" — den Kritikern seines Lebens Jesu allerlei Zugeständnisse machte und z. B. einzelne Wunder des Heilands, sowie die Echtheit des Johannesevangeliums für möglich hielt. Beweise dafür, daß der Bericht des Neuen Testaments als ein unzuverlässiger angesehen werden müsse, fehlen gottlob immer noch. Auch Renan lieferte sie nicht, und sie werden überhaupt nie geliefert werden. A. : Sie halten also wirklich fest an der sündlosen Geburt Jesu, an seinen Wundern, seiner Auferstehung u. s. w.? B. : Allerdings. Namentlich aber beuge ich mich unter das Zeugnis des Neuen Testaments von der Sühnkraft des Todes Jesu, z. B. unter das Wort: „Gott hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht" (2. Kor. 5, 2{: Gal. 5, \3). Mit den hierauf bezüglichen Aussagen stimmen die alttestamentlichen Weissagungen überein. Ich verweise Sie namentlich aus Jes. 53. A. : Ich las heute zufällig in einem christlichen Blatt, der „Thristlichen Welt", die alttestamentlichen Sagengestalten seien kein Umgang für Thristenkinder, und deshalb habe die biblische Geschichte des Alten Testaments keinen Wert für den christlichen Religionsunterricht. B. : Aber mir ist das Alte Testament die Urkunde der vorbereitenden Offenbarung und als solche heilig und wahrhaftig. Die ganze Bibel enthält Gottes Wort. A. : Sie meinen also: in Jesu Tod gipfele die biblische Opfereinrichtung? B. : So ist es. Menschlich betrachtet, ist dieser Tod die größte Sünde Israels. An jenem Freitag, an welchem er eintrat, konnte Gott seinen» Volk zurufen, was er einst zu Kain sagte: „Was hast du gethan? Die Stimme von deines Bruders Blut schreiet zu mir von der Erde zum Himmel." Aber was die Menschen böse gemacht haben, hat Gott gut gemacbt. Göttlich betrachtet, ist Jesu Tod der größte Segen für die Menschheit. Er befreit die Zahlungsunfähigen von der verdienten Strafe, aber zugleich auch die Willensschwächen von der furchtbaren Gewaltherrschaft, der sie unterworfen sind. Lin Sündenknecht wird durch den Sohn Gottes, durch den Menschen, der von oben her gekommen ist ({. Kor. \5, 47), in einen Freien verwandelt (Joh. 8, 34—36). A. : Beweise, mein Herrl Geben Sie mir ausreichende Beweisei B. : Mit Recht stellen Sie dies Verlangen. Als Jakob von Joseph hörte, daß derselbe in Egypten nach dem König der erste sei, zweifelte er anfangs an der Wahrheit dieser Kunde. Zum Glauben gelangte er erst, nachdem er alle Worte Josephs vernommen und die von diesem entsandten Wagen Pharaos gesehen hatte. Meine Behauptungen werden für Sie Beweiskraft erhalten, wenn Sie einerseits in den ganzen Reichtum der Worte Jesu eindringen und andererseits die Vehikel beachten, die der Erlöser Ihnen gesandt hat. A.: Was sind das für Vehikel?

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