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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 12 (1896) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
12 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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95 Kleine MWonszetturtg. Der 73. Bericht der Berliner Gesellschaft z. B. d. Chr. u. d. I. redet vott ^6 Taufen in Berlin. Auswärts kam keine vor. Manche von den neuen Christen führte Gott aus Freigeisterei und Sündennacht zum Glauben und Aerzensfrieden. Liner, dem es äußerlich gut ging, wurde von innerer Ruhelosigkeit umgetrieben. Rein Arzt konnte ihm helfen. Rein Schlafpulver schloß die müden Augen. Das Nachdenken über die Frage: „was wird aus mir, wenn ich sterbe?" und die Erinnerung an das von der Schule her ihm bekannte Neue Testament drängte ihn endlich nach einer langen, qualvollen Nacht zu dem Entschluß, ein Christ zu werden. „Raum stand dies bei mir fest," schreibt er selbst, „so wurde es ganz stille. Ich meldete mich am selben Tag zum Unterricht, und seitdem habe ich keine schlaflose Nacht mehr gehabt und bin ein glücklicher Mensch." Der älteste der Ratechumenen war?o, der jüngste ^8 Jahre alt. Prediger Schimscha legte sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Prediger Sitzmann. Missionar Gottlieb wirkt noch in Lzernowitz. Missionar Löwen wurde in Posen angestellt. Die Gesellschaft besitzt jetzt 200 Agenten. Ihre Vermögensverhältnisse sind günstig. Einnahme 45268, Ausgabe 25 Mk. Auffallend gering ist immer die Einnahme aus dem Schriftenverkauf. Die Behauptung des diesjährigen Berichts S. 9, Z. 5 ff. v. u., läßt sich ebensowenig aufrechthalten wie der Satz auf S. 9 des vorigen: „Eigentliche . . Missionsarbeit. . kann in Berlin nicht viel getrieben werden." — Bei der diesjährigen Gnadauer pfingstkonferenz vertrat Pfarrer Siebert-Wehrda die Iudenmission. Er klagte darüber, daß die Christen den Israeliten Christum zu wenig Vorleben. In seiner Gemeinde fand ^895 eine Erweckung statt, die auch die Juden beeinflußte. „Seit wir Leben haben," sagte er, „fangen die Juden an, Respekt zu bekommen, weil ihnen Gotteskinder entgegentreten, in denen sie das Bild Jesu in der That sehen können." Ein dort wohnender Jude, der eine tiefe Sündenerkenntnis besitzt, ließ sich gerne vom Sünderheiland erzählen. Auch andere Juden zeigen Heilsverlangen. Auf den von dieser Seite ausgegangenen Wunsch werden religiöse Versammlungen im Wirtshause abgehalten, da die Juden nicht in die Rirche kommen. Siebert schloß: „Noch vor kurzem steckte ich ganz im Antisemitismus, aber damit wird keiner fürs Reich Gottes gewonnen, wir müssen den Juden die Liebe Jesu zeigen, wie arm sind sie ohne die Erkenntnis des Heilandes! Aber sie haben die große Verheißung: Der Herr hat fein Volk nicht verstoßen. Gottes Gaben und Berufung mögen ihn Nicht gereuen." — Der evangelischlutherische Lentralverein f. M. u. I. feierte in Leipzig sein 25jähriges Bestehen. Gegenwärtig sind in ihm jo Vereine (8 deutsche, 2 ausländische) zu gemeinsamer Thätigkeit verbunden. Die jährlichen Beiträge in dem verflossenen Vierteljahrhundert schwankten zwischen 7000 und $ 000 Mk. ^896 gingen \7 535 Mk. ein. Wieviele Juden durch Arbeiter des Vereins fürs Evangelium gewonnen wurden, läßt sich nicht angeben. Vorsitzender ist seit *879 Graf O. Vitzthum, Sekretär seit Wz Pastor Anacker. Der letztere sucht zugleich als Missionar thätig zu sein. In Stanislau (Galizien) steht Prediger Zückler im Dienst des Vereins. Die Missionare Meißner-Lemberg und Vollert-Lzernowitz traten WZ, bez. *896 zurück. Nach przemysl wurde W6 Randidat Höhne berufen. — Der am 2. Mai zu Röstritz entschlafene Geh. Rirchenrat v. I. Sturm war auch ein Sänger der Iudenmission. In der „Saat auf Hoffnung" erschienen manche seiner Missionslieder. Außerdem veröffentlichte er besondere Sammlungen derselben: „Israels weg zur Herrlichkeit," „Israelitische Lieder," „Neue Harfenklänge für Israel." — Nach dem Gemeindestatut der neugesammelten reformierten Gemeinde zu Hameln 6) erwartet diese von ihren Mitgliedern, daß dieselben neben ihrer persönlichen Erbauung allezeit bereit seien zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in ihnen ist. Denn (§ 5) die Gemeinde verfolgt den doppelten Zweck: sich unter einander aufgrund der heiligen Schrift zu erbauen und zu befestigen in der erkannten Heilswahrheit, aber auch den noch Unbekehrten das einzige Heilmittel, das Evangelium von Jesu Christo, nahezubringen. Hoffentlich werden hierbei die Israeliten nicht vergessen. — Ein russischer Bibelbote bot den Insassen eines Eisenbahnzuges seine Bücher an, aber niemand beachtete sie. Da kam er an den letzten wagen, in welchem sechs Juden saßen. Diese hatten Verständnis für seine Ware: jeder kaufte ein Buch. Hierdurch aufmerksam gemacht, fingen auch die Russen an, sich die Schriften anzusehen. Bald war eine Anzahl verkauft. — Propst Faltin in Ri sch in ew taufte 4395 20 Israeliten von den \02, zu denen er während des Jahres in nähere Beziehung getreten war. — In Warschau

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