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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 10 (1896) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
10 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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80 2. Gedenke nicht, daß deine Sünde die Gnade überwiege! Wenn ich Gott für meine Sünde mit Christi Blut bezahle, ist das so viel und noch viel mehr, als wenn ich einen Gulden schuldig bin und bezahle mit hunderttausend Tonnen Goldes. So teuer und wert ist das Blut des Sohnes Gottes, wenn's im Glauben Gott vorgetragen wird. (I. Lütkemann.) 3. „Ls ist eine Thorheit, zu meinen, daß eines Kaisers Einkommen nicht eines Bettlers Schulden bezahlen werde. Christus hat es unternommen, des Sünders Schuld zu berichtigen, und er hat Geld genug, zu zahlen." Freudenvoller Gedanke! So groß meine Schuld vor der Gerechtigkeit Gottes ist, kann sie doch abgetragen werden durch die Reichtümer, welche dem Herrn Jesu gehören. Das unendliche Verdienst Jesu tilgt meine Sünden und bleibt doch unendlich voll, wo kann also der Unglaube eine Entschuldigung für sein Dasein finden? Es kann keinen wirklichen Grund zur Furcht geben. Komm', mein Herz, siehe nicht so sehr auf deine Bedürftigkeit als auf deines Herrn Vorräte, die grenzenlos und alle dein eigen sind! (Spurgeon.) 4. Das ganze Evangelium ist ein mildes, mütterliches Trösten an den Gefallenen, an Kranken, an Zufluchtsuchenden, an weinenden Kindern, ein Umfangen, ein Reinigen, ein verbinden, ein Behüten, ein Liegen und pflegen mit unaussprechlicher Zartheit und Sorgfalt. „Fürchtet euch nicht!" Das ist der Engelgruß zu Weihnacht, das ist der tröstende Laut am Gstermorgen. Und zwischendrin liegt das selige: „Kommet her zu mir, ihr Mühseligen und Beladenen!" . . Und beim Scheiden tröstet der treue Mund: „Den Frieden lasse ich euch. Ich will euch einen andern Tröster senden, den Geist, der euch Abba belen lehrt, der die Vergebung der Sünden versiegelt." Das heißt: uns mit einem Strome tränken, mit einem Fimmel voll Liebe erfüllen. _ (H. Kögel.) JSriefkasten. Hrn. Br. Allen, die tute Sie um den Tod eines Kindes trauern, kann die folgende Erzählung zu denken geben. In einer europäischen Ansiedlung in Amerika erschien vor dem krause einer ihm befreundeten christlichen Familie ein heidnischer Indianer, um dieselbe dem von seinen Landsleuten geplanten Blutbade zu entziehen. Der Indianer, der sich nur durch Zeichen verständlich machen konnte, winkte den Hausbewohnern zu, daß sie ihm folgen sollten. Seine Mahnung wurde aber nicht weiter beachtet. Da trat er ins Haus ein, ergriff das Kind, welches in der wiege lag, und eilte mit demselben davon. Natürlich liefen die Eltern und die übrigen Familienglieder ihm sofort nach. Nachdem der scheinbare Räuber seine Verfolger eine weite Strecke von ihrem brause fortgelockt hatte, blieb er stehen und gab ihnen das Kind wieder, hierauf deutete er auf ihre bisherige Wohnstätte hin. wie die ganze Niederlassung, stand das Haus, dessen Bewohner der Indianer gerettet hatte, in Flammen. Jetzt konnten die Europäer dem roten Mann nicht mehr zürnen, sondern mußten ihm danken. Diese Indianergeschichte ist ein Gleichnis, in welchem Gottes Verhalten gegen die von ewigem Tode bedrohten Menschen dargestellt wird. Gott sucht sie zuerst durch Winke, durch Gewissensregungen und Schicksalsschläge, zu reiten. Gelingt dies nicht, so nimmt er ihnen ein Kind oder sonst ein teures Familienglied. In einem solchen Fall muß man sich wieder einmal mit der Ewigkeit und dem ewigen Gott beschäftigen. Mancher, der Gefahr lief, unterzugehen, wurde so durch den Tod vor dem Tode bewahrt. — Die Bemerkung, mit welcher Frau Nahida Ruth Lazarus (früher N. Remy) die 3. Auflage ihres Buches „Das jüdische Weib" ausgehen läßt: „Als ich dies Buch schrieb, war ich Christin, heute bin ich Jüdin" u. s. w., dürfte bezüglich der ersten Hälfte auf Selbsttäuschung beruhen, vgl. Ioh. 2,$. Hmpfangsveschetnigung. Hr. L.-Tr. \,7{. v. u. d. Hrn. Sup. D.-Iann. 9,75. Missionsfestkoll. in Anklam 35. Verein der Freunde Israels in Lübeck 50. Verein der Fr. P. H.-Schweidnitz 60. Herzlichen Dank! Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße \5. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von 3- Windolff. Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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