Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 7 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555048-2555055--09600-2565773- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
56 ZU vermehren, dies Zuerst in der Hälje, dauu aber auch in weiteren l^rcifcir. sobald er erfährt, daß an irgend einem Mrt die Mare, die er führt, noch nicht vor« Händen ist, sucht er sich dort ein neues Absatzgebiet zu verschaffen. So sollen die Jünger Jesu mit Gottes Wort handeln. Gebrauchen sollen sie es im eigenen krause mit den Ihrigen, aber zugleich allen Fleiß daran wenden, es unter die Leute zu bringen. So haben es die ersten Jünger des HErrn gemacht. Jeder kann und soll mithelfen. Die Raufleute, die einen ausgedehnten Handel treiben und nicht selbst umherreiseu können, senden andere, die für sie reisen. So sollen die Knechte Jesu, die nicht selber hinausgehen können, dazu thun, daß andere ausgesandt werden. Sie sollen dieselben ausrüsten und versorgen, aber auch mit ihnen in Verbindung bleiben, indem sie von ihnen hören durch die Missionsblätter, vor allem aber, indem sie ihrer gedenken mit herzlicher Fürbitte. (Nach dem Nordd. Missionsblatt.) ZU ßph. 2, 8 f. I. G. w. Forstmann, ein berühmter lutherischer Prediger des vorigen Jahrhunderts, schrieb \?55: „wenn ich einmal selig werde, so geschieht's in der Heilsordnung, in welcher der Mörder am Kreuz seine Seele errettete, d. i. aus Gnaden. Es wurde mir diese meine Heilsordnung in einer gewissen königlichen Residenz auf meiner Reise einmal in einem äußerlichen Beispiel sehr lebhaft vorgestellt. „Ich sah des Morgens den Aufzug der Infanterie daselbst. Nachdem dieselbe einige Übungen gemacht, wurde der Kreis geschloffen, wobei sich eine Menge Menschen versammelte. Ich fragte einen bei mir im Fenster liegenden Freund, was Vorgehen würde. Er antwortete, ein Profoßknecht werde ehrlich gemacht. Als nun der Herr Major mitten im Kreis zu Pferde saß, öffnete sich der Kreis, und der bisher infam gewesene Mensch kroch auf fänden und Füßen bis vor das Pferd und blieb in der Gestalt auf seinem Angesicht liegen, hierauf las der Herr Major etwas vor, woraus ich soviel verstehen konnte, daß dieser Mensch bei Ihrer König!. Majestät allerunterthänigst Ansuchung um seinen ehrlichen Namen um Gotteswillen gethan, in welches Gesuch Ihre Majestät denn auch aus hohen Gnaden gewillfahret hätten, wäre nun jemand, der etwas wider diesen Menschen einzuwenden hätte, der sollte es thun. wären aber alle damit zufrieden, so sollten sie Ja rufen, welches denn von allen einmütig geschah, hierauf stieß der dabei stehende Fähnrich ihn dreimal mit dem Stabe der Fahne auf den £\a\s und schwenkte dieselbe über ihn. Als das geschehen, sagte der Herr Oberstwachtmeifter, daß dieser Mensch nun seinen ehrlichen Namen hätte und daß bei Strafe hoher Königlicher Ungnade kein Mensch sich unterstehen sollte, ihm seinen vorigen Zustand jemals vorzurücken, sondern er sollte hinfüro als ein ehrlicher Unterthan und Soldat des Königs behandelt werden. Alsdann warf der Mensch seinen alten Hut unter das Volk, stund auf, küßte dem Herrn Major die Füße, da ihm denn ein neuer Hut gegeben wurde, womit er als ein ehrlich erklärter und gleichsam als ein neuer Mensch wegging. Ich kann Sie versichern, daß mir diese Eeremonie ganz besonderen Eindruck gab, daher ich auch zu meinem Freunde sagte: „So werde ich selig. Für mich ist auch kein anderer Rat." vor Gericht, Herr Jesu, steh' ich hie, beug' in Demut meines Herzens Knie, weiß mir nicht zu raten. Kann der höchstverdiente Gottesgelehrte in einer andern Positur Gnade suchen und finden, so lasse ich's geschehen. Ich nehme sie in der Gestalt mit Demut an und küsse meinem HErrn dafür in Zeit und Ewigkeit die Füße." P. Ein frommer Engländer schrieb an die Ränder in seiner Bibel überall „T. P." oder „tested and proved" (geprüft und erprobt). Er hatte Gott mit den Bibelstellen geprüft und bewährt gefunden. Davon zeugte die Randbemerkung. So hatte er sich auch mit Joh. 5, p5 beschäftigt, Gott diese Verheißung vorgehalten und dann erfahren, daß ihm ewiges Leben durch den Glauben an Jesum zuteil wurde, wer sich eine Verheißung im Glauben aneignet, darf von ihr zehren. Herausgeber: Prediger W. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße J3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Jahrespreis: 80 Pf. Druck von I. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.