Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 7 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 54 Das 88. Iahresfeft der jC. I.-M. Am 7. Mai wurde die Eröffnungspredigt, am 8. die Zusammenkunft des engeren Freundeskreises und nach derselben die Hauptversammlung gehalten. Die Beteiligung war recht lebhaft. Der Sekretär machte am 8. Mai im Jahresbericht u. a. folgende Angaben: Das Einkommen betrug mit Einschluß von 3036 £, die für besondere Zwecke bestimmt waren, 39 393 £. Die Ausgaben wurden gedeckt. Das Defizit des vorigen Jahres ging auf \570 £ zurück. Beim Schriftenverkauf wurden 203 £ erlöst. An die Spitze der Mission in London trat an die Stelle von pred. Lukyn Williams, welcher ein Pfarramt übernahm, Dr. Ellis, der \8 Jahre lang in Warschau thätig war. Auch pred. Bachert, bisher in Hamburg, wurde nach London berufen. Zu seinen Berufspflichten soll die Aufsicht über die Missionsstudenten gehören, deren Ausbildung eine theologische Lehranstalt zu Highbury (im Norden der Stadt) übernimmt. Für die Missionsschule wurde in Streatham ein passendes Grundstück erworben. Auf die Mitteilungen des Sekretärs folgte eine Ansprache des Präsidenten. Hierauf redeten Dr. Ormsby, der Bischof von Britisch Honduras, und Miss. Relk aus Jerusalem. Der letztere erzählte manches Interessante. Ein von ihm getaufter Israelit war einst Arbeiter in einem Dorf bei Ronstantinopel. Sein Herr, ein Jude, legte auf die jüdischen Religionssatzungen keinen Wert. Dennoch entließ er ihn, sobald er erfuhr, daß der Arbeiter an Gottesdiensten der schottischen Mission teilnahm. Der Entlassene kam später nach Jerusalem, studierte hier gründlich die heilige Schrift und bekannte öffentlich seinen Glauben an den Messias Jesus. Er ist jetzt selber in der Mission thätig und bewährt sich vortrefflich. In der Jerusalemer Mädchenschule befanden sich kürzlich 3 Schwestern. Als die älteste ihren Vater um die Erlaubnis bat, sich taufen zu lassen, nahm derselbe alle drei aus der Schule weg. Die Rinder leben jetzt mit ihren Eltern in einer jüdischen Rolonie, bewahren aber, wie eine Ehristin, die sie besuchte, wahrnahm, die empfangenen guten Eindrücke. Sie sprechen christliche Gebete und singen christliche Lieder. Oft versammeln sich die Nachbarn, um sie singen zu hören. Dem Vater ist es jetzt leid, daß er seine Töchter aus der Schule genommen hat. Er würde sie derselben gerne wieder übergeben. Miss. Aelk wünscht in Jerusalem ein Heim für wahrheitsuchende Jüdinnen zu besitzen. Er hofft, daß sich zur Eröffnung eines solchen 2 freiwillige Mitarbeiterinnen finden werden, wie sich vor 6 Jahren auf seine Anregung eine Dame bereit erklärte, auf eigene Rosten in Jerusalem zu wirken. Die beiden letzten Festredner waren Hr. Wingfield - Digby, ein Parlamentsmitglied, und Dr. Taylor, der Archidiakonus von Liverpool. Jener gedachte der Pflichten, um derentwillen wir uns bemühen sollten, den Juden zu helfen, und nannte als die erste die Pflicht der Dankbarkeit für die Glaubensschätze, welche uns durch Vermittlung der Juden zugegangen sind. Dieser erinnerte bei der Erwähnung der (893 heimgegangen Freunde der Gesellschaft an eine